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Energy Excellence

Strategien für mehr Energieeffizienz

| Autor: Anke Geipel-Kern

Trotz des eher geringen monetären Anteils steckt in der Anschaffung ein nicht unerhebliches Sparpotenzial. „Jedes bar, das mehr erzeugt wird, kostet“, warnte Scholz. Denn es ist eine Milchmädchenrechnung: Strom und Wartung kosten bei größeren Kompressoren einfach mehr Geld.

Referenten des Energy Excellence Forums 2018

Eine nachträglich installierte Wärmerückgewinnung rechnet sich also, denn immerhin heizt der Kompressor das Wasser auf 90 °C auf – Nutzwärme, mit der man gut eine Büro- oder Fußbodenheizung unterhalten könnte.

Mit Automatisierung zur effizienten Prozessführung

Generalschlüssel zur energieeffizienten Fahrweise von Anlagen ist immer noch die Prozessautomation, die helfen kann, in Deutschland etwa 50 Milliarden Kilowattstunden Strom und Primärenergie einzusparen. Das belegen jedenfalls Erhebungen des ZVEI, und die eingangs erwähnte Studie der Uni Stuttgart sieht in der Automatisierung ebenfalls viel Potenzial.

Auch die Namur empfiehlt in ihrer NA 140 eine strategische Vorgehensweise. Doch „nur Energieeffizienz ist zu kurz gesprungen, wichtig ist auch Ressourceneffizienz“, betonte Gunther Windecker, bei der BASF Manager für Energy Data Management. Es muss nicht immer gleich eine aufwändige modellprediktive Regelung sein, die das Fahren „hart am Wind“ ermöglicht.

Schon einfache Automatisierungsstrategien können eine große Wirkung entfalten. Ein Klassiker, der durch einen kleinen Eingriff großen Nutzen bringt, ist der Einbau eines Frequenzumrichters bei Pumpenmotoren. Das bedeutet, anstatt von Stellventilen wird die benötigte Durchflussmenge durch die Variation der Pumpendrehzahl reguliert.

In Zukunft ganz ohne Strom aus der Steckdose?

Ein echtes Zukunftsthema hatte sich Peter Spies Gruppenleiter der Gruppe Integrierte Energieversorgungen am Fraunhofer IIS vorgenommen. Energy Harvesting macht Kabel zur Stromversorgung oder das Nachladen von Batterien in mobilen Geräten überflüssig, ist aber in der Prozessindustrie noch nicht wirklich angekommen.

Das Prinzip dahinter ermöglicht wartungsfreie, installationsarme Systeme mit unbegrenzter Betriebs- und Lebenszeit: Vibrationen an Geräten, Maschinen oder Bauwerken oder Temperaturunterschiede zwischen Leitungen, Heizkörpern oder Ventilen und der Umgebung können genutzt werden, um elektrische Energie zu erzeugen. Spannend ist beispielsweise die jüngste Anwendung: ein Ovalradzähler, der stellvertretend für die wartungsfreie Energieversorgung drahtloser Sensoren steht. Solche Beispiele öffneten den Teilnehmern des Energie Excellence Forums auch in diesem Jahr neue Wege zur Energieeffizienz.

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