Newsticker November: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Stimmung in rheinland-pfälzischer Chemieindustrie trübt sich ein

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01.11.2021

Berlin (dpa) *13:33 Uhr – Ex-BASF-Chef Hambrecht: Deutschland sollte AKW-Laufzeiten verlängern

Der frühere Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht, hat sich für eine Laufzeitverlängerung der sechs verbliebenen deutschen Atomkraftwerke ausgesprochen. Wenn Deutschland wie geplant Ende des kommenden Jahres aus der Kernenergie aussteige und früher als 2038 aus der Kohleverstromung, dann komme die Energieversorgung in Deutschland «schnell an Grenzen», sagte Hambrecht in einem Interview mit der Online-Ausgabe des Magazins Cicero. «Wir brauchen eine Rückfallposition, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Es war die Grundlage der Energiewende und das Grundverständnis aller Parteien, dass die Energieversorgung stets sichergestellt sein muss», erklärte der Ex-BASF-Chef. Die bestehenden Kernkraftwerke länger laufen zu lassen, könne eine Lösung für dieses Problem sein, zumal der Ausbau erneuerbarer Energien «zu langsam» vorankomme. In Deutschland soll das letzte Atomkraftwerk Ende 2022 vom Netz gehen.

Hambrecht war Mitglied der nach dem Reaktorunglück in Fukushima von der Bundesregierung eingesetzten Ethikkommission «Sichere Energieversorgung», die 2011 einen Ausstieg aus der Kernenergie empfahl. «Wenn ich aus heutiger Sicht, mit dem heutigen Wissen zurückschaue: Ja, es war ein Fehler», sagte Hambrecht zur damaligen Ausstiegsentscheidung. «Wir haben die Komplexität der Probleme unterschätzt. Wir haben uns damals singulär auf die Risiken der Kernkraft konzentriert und andere Aspekte der Energieversorgung vernachlässigt.»

Auf erneuerbare Energien zu setzen sei grundsätzlich richtig, «diesen Weg sollten wir weiter verfolgen», sagte der Ex-Manager. «Aber wir brauchen grundlastfeste Energieversorgungssysteme und dafür bietet sich die Kernkraft an.» Deutschland habe «die sichersten Kernkraftwerke der Welt», betonte er.

Düsseldorf (dpa) *07:44 Uhr – Extra-Kantinenbereiche für Geimpfte und Genesene bei Bayer

Mehrere große Unternehmen wollen in der Corona-Krise nach einem Medienbericht künftig Geimpften und von Corona genesenen Beschäftigten eigene Kantinenbereiche oder eigene Cafeterias anbieten. In diesen Sonderbereichen dürften Beschäftigte ohne Schutzvorgaben zusammensitzen, während diejenigen, die sich nicht impfen lassen oder keine Auskunft über ihren Impfstatus geben, weiter mit Abstandsregeln, Masken oder Trennwänden beim Essen leben müssten, berichtet die «Rheinische Post» (Montag).

Der Bayer-Konzern zum Beispiel spricht nach Angaben des Blattes von mehreren Pilotprojekten für Kantinenbereiche nur für Geimpfte und Genesene. Bayer betone aber wie andere Unternehmen auch, dass Nicht-Geimpfte weiterhin Zugang zu Kantinen hätten. Alles werde in enger Zusammenarbeit mit den Betriebsräten geplant. Die von der «Rheinischen Post» befragten Unternehmen wollen den Angaben zufolge auch die Homeoffice-Quote hoch halten.

Bayer habe zudem berichtet, Beschäftigte würden sich auf eigene Faust zu Arbeitsgruppen ohne Ungeimpfte zusammentun. «Selbstorganisierte Gruppen (zum Beispiel in Mehrpersonen- oder Großraumbüros, in Laboren oder Teilbereichen der Produktion) können unter freiwilliger Anwendung der 2G-Regel (geimpft oder genesen) ohne Abstand und Maske zusammenarbeiten oder Arbeitsmeetings in Präsenz-Meetings durchführen», zitiert das Blatt das Unternehmen.

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