Brand- und Explosionsschutz Spezielles Brand- und Explosionsschutz-Konzept für Zuckerraffinerie

Autor / Redakteur: Jürgen Bartels / Sabine Mühlenkamp

Ein speziell für die Rübenschnitzel-Verarbeitung der Firma Nordzucker erstelltes vorbeugendes Brand- und Explosionsschutz-Konzept setzt neue Akzente. Das Leuchtturmprojekt sichert die Trocknungsanlagen mit einem automatischen Lösch- und Detektionssystem und sorgt damit für nachhaltig geschützte Rübenkampagnen.

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Abb. 1: Neben den eigentlichen Schäden können auch die Versicherungsprämien steigen.
Abb. 1: Neben den eigentlichen Schäden können auch die Versicherungsprämien steigen.
(Bild: Grecon)

Bei der Trocknung von Rübenschnitzeln, einem als Futtermittel begehrten Nebenprodukt der Zuckerherstellung, kann es in der Trocknertrommel und den nachfolgenden Transportleitungen prozessbedingt sehr leicht zu Bränden kommen. Aufgrund sehr hoher Trocknungstemperaturen von rund 600 Grad können bereits im Bereich der sehr feuchten Schnitzel glimmende Teile entstehen, die – durch die starke Luftströmung in Richtung des trockenen Materials am Trocknerausgang transportiert – zu größeren Glutnestern führen können. Gelangen Zündinitiale in die nachfolgenden Transport- und Abluftleitungen können sich Brände in weite Teile der Trockenschnitzel-Verarbeitung fortpflanzen und schlimmstenfalls komplette Produktionsanlagen zerstören.

Zwar ist eine Funkenerkennung und Temperaturüberwachung in diesen Anlagenbereichen seit Jahren Standard, eine automatische Löscheinrichtung fehlte jedoch bisher branchenweit. So stellte diese unzureichende Sicherheitsausstattung auch für Europas zweitgrößten Zuckerhersteller Nordzucker, lange Zeit eine unbefriedigende Situation dar und führte während der nur drei Monate dauernden Rübenkampagne immer wieder zu hohen Kosten verursachenden Schadensfällen und Betriebsunterbrechungen.

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Selbsttätige Löschung

Vor dem Hintergrund eines millionenschweren Brandereignisses im Nordzucker-Werk Nordstemmen zu Beginn der Rübenkampagne im Herbst 2010 und der daraufhin erfolgten Ankündigung des Feuerversicherers, die Selbstbeteiligung um das Fünffache zu erhöhen, sah sich der Nordzucker-Konzern schließlich veranlasst, konzernweit sämtliche Trocknungsanlagen durch automatische Löscheinrichtungen, inklusive weiterer Funkenmelder, aufzurüsten. Zeitpunkt, Art und Ausmaß der jeweils notwendigen Löschmaßnahmen sollten zukünftig nicht mehr von der Einschätzung und Entscheidung des Anlagenbedieners abhängig sein, sondern automatisch und exakt abgestimmt auf das konkrete Gefahrenpotenzial erfolgen.

Die Komplexität der Aufgabenstellung und die hohen Anforderungen an eine adäquate technische Lösung führten den Zuckerhersteller auf direktem Weg zu Grecon, wo man seit über 35 Jahren auf Funkenlöschanlagen und industriellen vorbeugenden Brandschutz spezialisiert ist. Mit ihrer Erfahrung, z.B. aus der Holzwerkstoff-, Lebensmittel- und Chemie-Industrie, besitzt Grecon die Detailkenntnis, um die Prozessabläufe beim Trocknen von Zuckerrübenschnitzeln in eine geeignete Brandschutzlösung übersetzen zu können. Um auch die im Bereich der Trockner benötigten speziellen Flutlöschanlagen (hohe Wasserkapazität bei hohen Umgebungstemperaturen) in der nötigen Qualität und gleichzeitig aus einer Hand anbieten zu können, hat Grecon für dieses Projekt die Kooperation mit dem ebenso renommierten Brandschutzanlagenhersteller Calanbau gesucht.

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