Chemielogistik Sperrung der Rheintalstrecke setzt Chemielogistik erheblich zu

Die Sperrung der Rheintalstrecke bei Rastatt führt in der Chemiebranche zu erheblichen logistischen Problemen. Etwa die Hälfte der betroffenen Transporte muss auf Binnenschiffe oder Lkw verlagert werden. Die Transportkosten erhöhen sich für die betroffenen Unternehmen bis Anfang Oktober erheblich.

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Der Chemieverband appelliert an die Bahn, sich auf mögliche Störungen im schienengebundenen Transport besser vorzubereiten. Auch ihre Zusammenarbeit mit europäischen Partnern sollte sie stärken, um in Krisensituationen besser gewappnet zu sein.
Der Chemieverband appelliert an die Bahn, sich auf mögliche Störungen im schienengebundenen Transport besser vorzubereiten. Auch ihre Zusammenarbeit mit europäischen Partnern sollte sie stärken, um in Krisensituationen besser gewappnet zu sein.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Frankfurt a. M. – Nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) führt die Sperrung der Rheintalstrecke bei Rastatt bis Anfang Oktober zu erheblichen Problemen in der Branche bei der Rohstoffversorgung und der Belieferung ihrer Kunden: Etwa die Hälfte der betroffenen Transporte kann zwar über Umleitungsstrecken auf der Schiene befördert werden. Die Chemieunternehmen müssen aber versuchen, die andere Hälfte auf Binnenschiffe oder Lkw zu verlagern.

Andrea Heid, Bereichsleiterin Umweltschutz, Anlagensicherheit, Verkehr im VCI, sagt: „Die Transportkosten erhöhen sich dadurch für die Unternehmen erheblich. Und schon heute besteht ein Engpass bei Spezial-Ausstattung wie Tankcontainern oder Kühlfahrfahrzeugen.“

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VCI-Logistikexpertin appeliert an die Bahn

Aufgrund der Sperrung drohe außerdem ein Akzeptanzverlust der Branche in den schienengebundenen Transport. Dadurch werde das Verkehrsmittel Bahn weiter geschwächt, so Heid. „Es ist zu befürchten, dass Transporte nicht wieder auf die Schiene zurückkommen, die einmal erfolgreich von anderen Verkehrsträgern übernommen worden sind. Das wäre aus verkehrspolitischer Sicht eine schlechte Entwicklung“, betont die VCI-Logistikexpertin und erwartet von der Deutschen Bahn eine deutlich bessere Vorbereitung auf mögliche Ereignisse, um wirtschaftlichen Schaden bei allen Beteiligten zu vermeiden. Der Chemieverband appelliert an die Bahn, auch ihre Zusammenarbeit mit europäischen Partnern zu stärken, um in Krisensituationen besser gewappnet zu sein.

Im Jahr 2016 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts allein in Deutschland rund 28 Millionen Tonnen chemische Erzeugnisse mit der Bahn transportiert. Damit verantwortet die Branche knapp 8 Prozent der gesamten Beförderungsmenge im Schienengüterverkehr (363,5 Millionen Tonnen).

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