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Weltrohstoffpreise Mai 2019

Sorgt verschärftes Iran-Embargo für weiter steigenden Ölpreis?

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Weltrohstoffpreise zogen im April 2019 um 3,9 % an. Infolge der Aufwertung des Dollar zum Euro betrug der Anstieg in Inlandswährung gerechnet sogar 4,5 %. Ein verschärftes Iran-Embargo könnte den Ölpreis weiter nach oben treiben. Die Experten der Industriebank bewerten die Rohstoffpreise im Mai. Die Grafiken in der Bildergalerie zeigen die Entwicklung der einzelnen Rohstoffe detailliert.

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Die Ölpreise sind weiter unter Druck. Iran-Sanktionen könnten die Preise im Mai in die Höhe treiben.
Die Ölpreise sind weiter unter Druck. Iran-Sanktionen könnten die Preise im Mai in die Höhe treiben.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Einmal mehr sorgten die Rohölnotierungen im Monatsverlauf für eine hohe Volatilität. Zu Monatsbeginn hatten die Preise schon leicht angezogen. Die Ankündigung der USA, die bisher erteilten Genehmigungen zum Bezug iranischen Rohöl – terminiert bis Mai 2019 –nicht zu verlängern, ließen die Rohölnotierungen kräftig steigen. Die Preise beruhigten sich etwas, nachdem Präsident Trump ankündigte, dass Saudi-Arabien die Lücke kurzfristig schließen könnte. Das Bezugsembargo trifft insbesondere China, Indien, die Türkei und Südkorea. Die iranische Regierung ihrerseits drohte zuletzt mit der Blockade der Straße von Hormus, dem wichtigsten Seelieferweg aus der Golfregion.

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Vor dem Hintergrund der aktuell weiter sinkenden Rohölproduktion in Venezuela – diese liegt nur noch bei gut einem Drittel des Niveaus von 2017 –, würde dies ein Risiko für die Ölversorgung darstellen. Da Saudi-Arabien aber aktuell auf das Wohlwollen der USA angewiesen ist, erwartet die Industriebank IKB, dass die derzeitige Förderbeschränkung der Opec spätestens im Juni aufgehoben wird – und der Rohölpreis bis zur Jahresmitte 2019 zwischen 68 und 75 Dollar/Barrel Brent liegt. Bei einer temporären Schließung der Straße von Hormus hätte der Rohölpreis kurzfristig weiteres Steigerungspotenzial.

Der höhere Rohölpreis wird mit einem Time-lag auch den Grenzübergangspreis von Erdgas stimulieren, so die Experten. Zwar ist dieser zuletzt leicht rückläufig gewesen, er dürfte aber weiter trotz einer guten Versorgung noch ein Anstiegspotenzial aufweisen.

Die am 5. Mai 2019 angekündigten neuen Strafzölle der USA für chinesische Einfuhren dürften die Preise für metallische Rohstoffe etwas dämpfen. Für den Wechselkurs des Dollar zum Euro sieht die IKB in den nächsten drei Monaten eine Bewegung zwischen 1,0 und 1,13 Dollar/Euro. In der zweiten Jahreshälfte sollte es zu einem Erholungsprozess des Euro kommen. Eine Klarheit über den Brexit könnte ebenfalls den Euro stabilisieren.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Die Experten der IKB analysieren monatlich die Rohstoffmärkte und PROCESS berichtet. Alle Rohstoffpreise der letzten Jahre und Monate finden Sie auf unserer Rohstoff-Spezialseite: Weltrohstoffpreise im Wandel

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