Instandhaltung So werden Drehkranzlager für Verlade-Giganten in kürzester Zeit ersetzt

Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Matthias Back

Es ging um sechs Tonnen Stahl, die möglichst schnell auszutauschen waren. Im Hafen von Narvik musste ein Drehkranzlager für einen Verlade-Giganten ersetzt werden. Die Zeitvorgabe war sieben Tage – am Ende schaffte es das Team in vier Tagen.

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Die über 2500 Tonnen wiegende Verladestation für die Frachter ruht auf zwei riesigen Drehkranzlagern.
Die über 2500 Tonnen wiegende Verladestation für die Frachter ruht auf zwei riesigen Drehkranzlagern.
(Bild: SKF)

Das schwedische Bergbauunternehmen LKAB nutzt eine gigantische Verladeanlage im norwegischen Narvik, um Frachtschiffe mit Eisenerz zu beladen. Wenn die Anlage stillsteht, entstehen enorme Kosten. Weil Zeit in diesem Fall wirklich Geld ist, haben Experten der Solution Factory von SKF beim Austausch eines Drehkranzlagers richtig Tempo gemacht. Der insgesamt 2500 Tonnen wiegende Verlade-Gigant im Hafen von Narvik sorgt dafür, dass Erz aus den LKAB-Bergwerken in Kiruna, Svappavaara und Malmberget in die Bäuche der Schiffe gelangt. „Das muss man sich so vorstellen“, erläutert Max Andersson von der SKF Solution Factory: „In diesem Hafen liegen – quasi wie an einer Perlenkette aufgereiht – zahlreiche Eisenerz-Frachter. Die befinden sich alle in ‚Wartestellung‘, um beladen zu werden.“ Das bedeute zugleich, so Andersson weiter: „Wenn die Beladung der Schiffe nicht wie am Fließband funktioniert und ins Stocken gerät, wird’s richtig teuer: Jede Stunde, die die Frachter über die vereinbarten Verladezeiten hinaus vor sich hindümpeln, verschlingt erhebliche Summen.“

Zeit ist in diesem Fall also tatsächlich Geld. „Umso vorteilhafter ist es für die beteiligten Unternehmen, wenn erforderliche Wartungsarbeiten innerhalb kürzestmöglicher Frist durchgeführt werden“, betont Andersson. Der daraus resultierende Zeitdruck wiederum stelle erhebliche Anforderungen an Planung und Personal.

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Für die Beweglichkeit der Verladeanlage sorgen u.a. zwei riesige Drehkranzlager. Der Gigant in Narvik verfügt über ein vorderes und ein hinteres solcher Lager, die zuletzt vor fast 20 Jahren ausgetauscht worden waren. „Es war also an der Zeit für einen Wechsel, um auch künftig einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten“, meint Andersson. „In dieser Absicht erhielten wir zunächst den Auftrag, das hintere, 6000 Kilogramm schwere Lager durch ein neues zu ersetzen.“

Zu Beginn des Projekts wurde vereinbart, dass das SKF-Team den Austausch innerhalb von zehn Tagen vornehmen sollte. Allerdings stellte sich schon kurz nach Aufnahme der entsprechenden Überlegungen heraus, dass das Fördervolumen der Bergwerke eine flottere Schiffslogistik erfordern würde. Um Förderung und Logistik nicht auszubremsen, einigten sich LKAB und SKF schließlich auf eine Frist von sieben Tagen. „Letztendlich wurden die sieben Tage sogar auf vier Tage verkürzt“, gesteht Andersson, „und das ist nun wirklich ein äußerst enger Zeitrahmen für einen Austausch dieser Art.“

Angesichts dieses zusätzlich verschärften Zeitdrucks machte sich die gewissenhafte Planung sowie die Vorbereitung des Teams aus der SKF Solution Factory (siehe Kasten) bezahlt: „Wir hatten im Grunde von Anfang an alle nur erdenklichen Optionen in Betracht gezogen“, so Andersson. „Insofern war auch schon vieles bis ins Detail vorbereitet. Wenn man so will, mussten wir die geplanten Vorbereitungen jetzt ‚nur‘ noch ein wenig straffen“, schmunzelt der Projektleiter auf Seiten von SKF.

Vorausschauende Planung verkürzt Liegezeiten

Als Anderssons Team schließlich mit den Austauscharbeiten begann, wurde deutlich, dass sich die penible Vorbereitung mehr als gelohnt hatte: Sowohl der Ausbau des alten als auch die Montage des neuen Lagers gingen ohne größere Probleme vonstatten. „Am Ende haben wir nur zweieinhalb Tage für den eigentlichen Austausch gebraucht, sodass die Anlage nach vier Tagen ihren Betrieb vollständig wieder aufnehmen konnte.“

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Über den Autor

 Sabine Mühlenkamp

Sabine Mühlenkamp

freie Journalistin, Pressebüro Mühlenkamp