DSW-Vergütungsstudie 2015 So viel kassieren die Vorstände der DAX-30-Unternehmen

Autor / Redakteur: Margit Kuther * / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Martin Winterkorn von VW ist mit 15 Millionen Euro der Bestverdiener unter den DAX-Vorständen in 2014, gefolgt von Bill McDermott, SAP, mit 7,9 Millionen Euro und Karl-Ludwig Kley vom Chemie- und Pharmaunternehmen Merck mit 7,8 Millionen Euro. Im internationalen Vergleich sind sie „arme Schlucker“, denn Microsoft-Chef Satya Nadella kassierte beispielsweise 63,4 Millionen Euro.

Karl-Ludwig Kley von Merck gehört mit einer Gesamtvergütung von 7,77 Millionen Euro zu den bestbezahltesten Vorstandsvorsitzenden der Dax-30-Unternehmen.
Karl-Ludwig Kley von Merck gehört mit einer Gesamtvergütung von 7,77 Millionen Euro zu den bestbezahltesten Vorstandsvorsitzenden der Dax-30-Unternehmen.
(Bild: Andrey Popov/Fotolia.com)

Martin Winterkorn, Volkswagen, ist der DAX-Vorstandsvorsitzende mit der höchsten Gesamtvergütung im Jahr 2014 mit 15,0 Millionen Euro (fix: 1,917 Millionen Euro, variabel: 13,098 Millionen Euro ), so das Ergebnis der DSW-Vorstandsvergütungsstudie 2015.

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Auf den Plätzen zwei und drei folgen Bill McDermott, SAP, mit 7,912 Millionen Euro Gesamtvergütung (fix: 2,011 Millionen Euro, variabel: 1,860 Millionen Euro, , Aktienkurs-basiert: 4,041 Millionen Euro) und Karl-Ludwig Kley, Merck, mit 7,765 Millionen Euro (fix: 1,353 Millionen Euro, variabel: 5,265 Millionen Euro, Aktienkurs-basiert: 1,147 Millionen Euro) .

Auf Platz vier und fünf folgen wieder DAX-Vorstandsvorsitzende aus der Automobilbranche, und zwar Norbert Reithofer, BMW, mit 7,245 Millionen Euro (fix: 1,530 Millionen Euro, variabel: 5,564 Millionen Euro, Aktienkurs-basiert: 151.000 Euro) und Dieter Zetsche, Daimler, mit 7,081 Millionen Euro (fix: 2,171 Millionen Euro, variabel: 2,008 Millionen Euro, Aktienkurs-basiert: 2,902 Millionen Euro).

Die Kandidaten der Ränge sechs bis 30 können Sie der Grafik in der Bildergalerie entnehmen.

Seit 2005 müssen Vorstände ihre Vergütung offen legen, so das Gesetz über die Offenlegung von Vorstandsvergütungen (VorstOG). Doch derzeit gibt es noch ein Hintertürchen in der deutschen Rechtssprechung:

„Unterbleiben können die Angaben nur, wenn die Hauptversammlung mit mindestens 75 Prozent ein sogenanntes Opting-out beschloss. Gerade bei Unternehmen mit Großaktionären ist diese Möglichkeit nach wie vor ein gern genutztes Hintertürchen, um der Transparenz in Sachen Vorstandsvergütung zu entgehen“, erklärt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), in seiner Rede zur Präsentation der `DSW-Vorstandsvergütungsstudie 2015´ .

Als aktuelle Beispiele für ein Opting-out in den Hauptversammlungen 2015 führt er Axel Springer SE, Celesio und Südzucker an.

DAX-Vorstände verdienen das 54-fache eines DAX-Angestellten

Doch dieses Schlupfloch könnte bald passé sein. „Denn die EU-Aktionärsrichtlinie sieht eine solche Möglichkeit in ihrer aktuellen Fassung nicht vor“, so Marc Tüngler.

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Im Jahr 2013 stieg die Vergütung der Vorstände der DAX-30-Unternehmen noch um 4%. 2014 wuchs sie moderat um 1,5%, während die Bruttolöhne in Deutschland 2014 um 3,8 Prozent zulegten, so die aktuelle Studie von DSW.

Dennoch klafft die Schere zwischen den Durchschnittsgehältern eines DAX-Angestellten und eines DAX-Vorstandes weit auseinander: DAX-Vorstände verdienen nämlich im Schnitt ein Jahresgehalt von 3,4 Millionen Euro – und damit das 54-fache des Durchschnittsgehalts eines DAX-Angestellten.

Professor Gunther Friedl von der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre und Controlling, findet jedoch „interessant, dass der Anstieg der Vorstandsvergütung auch deutlich hinter der Gewinnentwicklung im DAX zurückbleibt.“ Denn 2014 stiegen die Gewinne der DAX-Unternehmen um 6,8% auf den Rekordwert von 109 Mrd. Euro. Fazit von Prof. Friedl: „ Möglicherweise hat die gesellschaftliche Debatte um die Bezahlung von Top-Managern zu dieser moderaten Entwicklung beigetragen.“

Steigende Fixvergütung bei Vorständen

„Bedenkliche Entwicklungen“ bei der Vorstandsvergütung sieht Prof. Friedl darin, dass die „die fixen Vergütungsbestandteile abermals um 4,9 Prozent deutlich stärker als die Gesamtbezüge gestiegen sind“ und die „aktienkursbasierte Vergütung im Mittel um 11,1 Prozent zurückgegangen ist“.

Im Klartext heißt dies, so Prof. Friedl: „Die für die Vergütung zuständigen Aufsichtsräte ersetzen also leistungsorientierte Vergütungsbestandteile durch eine sichere Fixvergütung.“

Diesen Vorgang hält Prof. Friedl für bedenklich, denn „das Gehalt sollte sich vor allem aus der Leistung eines Vorstandsmitglieds ergeben. Bei einem Rückgang der wirtschaftlichen Kennzahlen eines Unternehmens sollte auch das Gehalt entsprechend reagieren“. Mit dieser neuen Strategie würden die Unternehmen aber ihren Vorständen „deutlich niedrigere langfristige Anreize“ setzen.

DAX-Vorstandsvergütungen im internationalen Vergleich

Christiane Hölz, DSW-Vergütungsexpertin, ist der Ansicht, dass die Vorstandsvorsitzenden der DAX-Unternehmen im internationalen Vergleich „wettbewerbsfähig vergütet“ werden. Denn die DAX-Unternehmen „liegen mit einer durchschnittlichen Gesamtvergütung von 5,3 Millionen Euro oberhalb von Frankreich (3,7 Millionen Euro) und unterhalb der in der Schweiz gezahlten Vergütung (6,0 Millionen Euro)“.

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In den USA ist hingegen die durchschnittliche Vergütung der CEOs im DJIA „massiv gestiegen“, und zwar „von 11,9 Millionen Euro auf 15,1 Millionen Euro“. Einen wesentlichen Grund hierfür sieht Christiane Hölz in der „hohen Vergütung des neuen CEO von Microsoft, der insgesamt rund 63,4 Millionen Euro erhielt“.

Einschränkend fügt sie hinzu: „Aber auch ohne Microsoft liegt die durchschnittliche Gesamtvergütung mit 13,4 Millionen Euro weiter deutlich über dem, was in den von uns untersuchten europäischen Ländern im Vergleichszeitraum geleistet wurde.“

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke elektronikpraxis..

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