CAD-Software So verzahnen Sie Planung und Konstruktion eng miteinander

Redakteur: Matthias Back

Scheuch stellt seine Softwarelandschaft zur Anlagenplanung auf Autodesk-Lösungen um und will damit Aufwand und Fehlerquote in Konstruktion und Entwicklung senken.

Firmen zum Thema

Saubere Luft ist essenziell für unser Wohlbefinden und den Erhalt der Umwelt. Scheuch leistet einen wertvollen Beitrag dazu – im Bild eine Anlage zur Emissionsreduktion in der Zementindustrie.
Saubere Luft ist essenziell für unser Wohlbefinden und den Erhalt der Umwelt. Scheuch leistet einen wertvollen Beitrag dazu – im Bild eine Anlage zur Emissionsreduktion in der Zementindustrie.
(Bild: Scheuch)

Das Familienunternehmen Scheuch GmbH aus dem österreichischen Aurolzmünster ist spezialisiert auf innovative Luft- und Umwelttechnik für die Indus trie. Als Experte für Absaugung, Entstaubung, Förderung, Rauchgasreinigung und Anlagenbau ist Scheuch in vielen Bereichen Markt- und Kompetenzführer. Lange Zeit fertigte das Unternehmen überwiegend einzelne Filtermodule; in den letzten Jahren begann man jedoch vermehrt, gesamte Anlagen zu planen. Durch diese Tendenzen sieht sich das gesamte Engineering-Team von Scheuch mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert.

Bildergalerie

Herausforderung: Vernetzt und international

Für die Entwicklung von Gesamtanlagen müssen die Planung, also das Erstellen eines Fabriklayouts, und die Konstruktion, die die Basis für die Fertigung der Anlagenkonzepte bildet, optimal verzahnt und kombiniert werden. Auch das internationale Parkett hält einige Herausforderungen parat. In Willow Springs, USA, gibt es seit Anfang 2016 die ersten Ingenieure, die außerhalb der österreichischen Unternehmenszentrale Anlagen mitentwickeln. Nun stellt sich die Frage, wie europäische Anlagen für den US-amerikanischen Markt angepasst werden können.

„Das beginnt schon bei der Umrechnung vom metrischen System in Zolleinheiten“, führt Markus Lobmaier, technischer Leiter der Scheuch GmbH, aus. „Weitere Unterschiede finden sich in der Art und Weise, wie man konstruiert und Zeichnungen anfertigt, sowie in den Anforderungen, bei Produktaufbau und Montage. Die Kollegen in Nordamerika überarbeiten unsere Konstruktionen und passen beispielsweise Motor- oder Blechstärken an.“ Natürlich funktioniert das Prinzip auch in die andere Richtung. So sind die Planungen aus den USA eine gute Grundlage, um in Österreich an Anlagen für Asien zu arbeiten, wo man sich eher am amerikanischen System orientiert.

Produktdaten international austauschen

Ein Projekt zur Optimierung des Engineering-Prozesses gab bei Scheuch den Anlass, die bestehende CAD-Softwarelandschaft unter die Lupe zu nehmen. Zwei zentrale Anforderungen kristallisierten sich dabei heraus: Die CAD-Software sollte sowohl in der Planung als auch in der Konstruktion nutzbar sein und beide Bereiche verbinden. Zudem sollte eine Lösung für das Produktdatenmanagement (PDM) angeboten werden, um Produktdaten auch mit internationalen Standorten besser austauschen zu können. Bald war klar: Die bestehende Softwarelandschaft musste umgestellt werden, da die bisher genutzten Lösungen nicht mehr adäquat waren.

Anlagenplanung und Konstruktion an einem 3D-Modell verbinden

Bei der Suche nach dem richtigen CAD-Softwarepartner konnte Autodesk mit seinen Lösungen überzeugen. Die Wahl fiel auf eine Kombination von Autodesk Factory Design Suite, Autodesk Product Design Suite und Autodesk Vault. Insgesamt 180 Arbeitsplätze wurden mit der 3D-Konstruktions- und Planungssoftware ausgestattet – nebenbei bemerkt ist dies das größte Ablöseprojekt bei Autodesk weltweit. Die Autodesk Suites verbinden, wie von der Scheuch GmbH gefordert, Anlagenplanung und Konstruktion an einem 3D-Modell, während sich mit der PDMLösung Vault alle Produktdaten sauber managen und mit anderen Standorten oder externen Dienstleistern austauschen lassen. Ebenso lassen sich die Lösungen direkt an das ERPSystem von Scheuch anbinden, was ebenfalls eine Grundvoraussetzung für die Entscheidung darstellte.

Webinar zum Thema

Karl Osti von Autodesk und Sascha Treml von Scheuch haben die Anforderungen des Projekts und die Lösungen auch in einem Webinar dargestellt und erläutert. Hier finden Sie die Aufzeichnung: Zukunftsfähig: Projektierung und Engineering eng verzahnen

Überall konstruieren, überall produzieren

Bei der vorhergehenden Evaluierung untersuchten die Projektverantwortlichen bei Scheuch das Softwareangebot vor allem nach drei Kriterien. Unter die Lupe genommen wurden die verfügbaren Funktionen, die strategische Ausrichtung und die Kosten. Die Autodesk-Lösungen konnten bei allen drei Punkten überzeugen. Sie beinhalteten alle geforderten Funktionalitäten, beispielsweise die Unterstützung von Punktwolken aus 3D-Laserscannern in der Factory Design Suite. Wichtig war auch, dass die Philosophie des Softwareherstellers zu der von Scheuch passt.

„Wir suchten jemanden, für den Planung und Konstruktion ebenfalls so zusammengehören wie für uns“, erklärt Sascha Treml, verantwortlich für die technische Auswahl und Umsetzung der Softwareimplementierung. Auch das Thema Globalisierung und der weltweite Austausch von Daten spielten für ihn eine wichtige Rolle. „Autodesk und Scheuch harmonieren hierbei sehr gut miteinander. Autodesk treibt beispielsweise seit einiger Zeit das Thema ‘design anywhere, build anywhere’ voran. Und das ist es, was wir mit unseren internationalen Standorten erreichen wollen: überall konstruieren, überall produzieren.“

Flexibel durch Abomodell

Zudem sind Autodesk-Lösungen international sehr weit verbreitet, sodass Unternehmen rund um den Globus mit den Konstruktionsdateien arbeiten können. Auch im Kostenvergleich schnitt Autodesk gut ab. Ein entscheidender Punkt war dabei das Abonnementmodell. Scheuch zahlt dabei monatlich für die Nutzung der Autodesk Lösungen. „Durch dieses Modell sparen wir uns die hohen Investitionskosten für den Erwerb der Software und bleiben flexibel. Wir können je nach Auftragslage einfach neue Arbeitsplätze abonnieren oder Bestehende weglassen. Ohne das Abomodell wäre die Entscheidung für die Engineeringsoftware vielleicht anders ausgefallen“, erläutert Sascha Treml, Projektleiter der PDM Implementierung bei Scheuch.

Deutlich schneller konstruieren

Durch die Umstellung auf Autodesk Lösungen versprechen sich die Verantwortlichen bei Scheuch, die Konstruktionszeiten um 10 bis 15 Prozent zu verkürzen. Zudem wollen sie die Fehlerquote bei der Planung und Konstruktion minimieren. „Wenn ich das Modell digital habe, kann ich potenzielle Probleme wie Kollisionen vermeiden. Wenn ich sie erst auf der Baustelle feststelle, kann ich sie zwar lösen – aber das kostet dann eben sehr viel mehr Geld und Zeit“, so Sascha Treml.

Pilotprojekte zeigen positive Effekte

Seit Anfang 2016 laufen erste Pilotprojekte mit der Product Design Suite und Vault. Schon in dieser frühen Phase zeichnen sich erste positive Effekte ab. Beispielsweise lässt sich bereits eine Zeitersparnis erkennen. Von den Anwendern erhalten die Projektverantwortlichen begeistertes Feedback. Markus Lobmaier fasst zusammen: „Die Lösungen haben eine bessere Usability und erfordern kürzere Einlernphasen als die bisher angewandte Software. Auch Vault ist schneller einzurichten und lässt sich intuitiver bedienen. Wir sprechen hier von scheinbaren Kleinigkeiten, die aber einen riesengroßen Unterschied ausmachen.“ Ein Beispiel ist die Drag-and-Drop-Funktion, die die Anwender von anderen Umgebungen wie dem Windows Explorer her kennen. Derzeit werden diese Features jedoch von der bisher genutzten Software nicht unterstützt. Als nächsten Schritt nehmen die Projektverantwortlichen das Thema Autodesk Factory Design Suite in Angriff, um die Anlagen- und Produktionsplanung noch effizienter zu gestalten.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwesterseite konstruktionspraxis.

(ID:44393052)