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Elektrostatischen Aufladung

So setzten Sie Spezialsiebmaschine für Kunststoffgranulate richtig ein

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Nach dem Absieben des PMMA wird die Gutware der Absackung zugeführt und in Oktabins, Big Bags oder Fässer verkaufsfertig abgefüllt. Zur Überwachung bzw. Kontrolle des Siebvorganges verfügt die Langhubsiebmaschine über ein Sichtfenster und eine Dreh- und Laufüberwachung die über das Prozessleitsystem angezeigt wird. Das Problem der elektrostatischen Aufladung wurde bei diesem Fall durch den Einsatz von Ionisatoren gelöst. Angeordnet in der Produktzuführung der Maschine beseitigen die Ionisatoren die elektrostatische Aufladung des Produkts zu einem großen Teil vor dem Siebvorgang, sodass das Granulat nahezu ladungsfrei in die Siebmaschine fällt. Die Ionisatoren erzeugen über einen Hochspannungsgenerator ein elektrisches Feld, welches die Luft um die Ionensprühspitzen in positive und negative Ionen zerlegt. Sobald das aufgeladene Granulatprodukt das Feld passiert, findet ein Ionenaustausch statt und es wird entladen. Aufgrund der elektrostatischen Aufladung des Kunststoffprodukts wurde die Maschine zusätzlich durchgängig geerdet.

Dank der modularen Bauweise der Granulatsiebmaschine lassen sich nach dem Entfernen des Maschinendeckels mit wenigen Handgriffen die genormten, durch Pressleisten arretierten Siebeinleger einzeln mit Hilfe der angebrachten Schnellspanner wechseln und somit die spezialisierte Freischwinger-Maschine auf andere Granulatfarben und -größen umrüsten. Der freie Zugang zu den Siebeinlegern und deren einfache Demontage ermöglichen in kurzer Zeit eine rückstandslose Reinigung des Produktraums der Maschine. Zudem können Teile im Innenraum leicht erreicht und ausgetauscht werden. Die Schnellspanner-Verschlüsse verschliessen den Siebtrog staubdicht mit den Deckelteilen und verhindern das Austreten von Staubpartikeln während des Siebvorgangs.

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Wirtschaftlich durch Baukasten-Prinzip und Schwungantrieb

Für einen ressourcenschonenden Betrieb ist die Freischwinger-Granulatsiebmaschine mit einem speziell entwickelten Schwungantrieb ausgestattet. Angetrieben über einen Elektromotor, der seine Kraft mittels eines Keilriemens auf eine mit Schubstangen versehende Schwungmasse überträgt, ist diese exakt auf die Masse des Siebtrogs abgestimmt. Dabei wiegt der Antriebsstrang (Welle und Schwungscheibe) in etwa so viel wie der Trog inklusive dem Produkt. Der Elektromotor treibt die Masse etwa 15 Sekunden mit vollem Nennstrom an und hält sie dann mit lediglich 10 bis 20 Prozent der Nennstromstärke in Schwung. Dabei wird die elektrische Energie in Rotationsenergie umgewandelt, in den Schwungscheiben gespeichert und nach und nach abgeben. Die Maschine benötigt dank des auf dem Masseausgleich basierenden Antriebs nur wenig Energie. Im Gegensatz zu Siebmaschinen mit ölgeschmiertem Motorgetriebe unterliegt der Schwungantrieb nur geringem Verschleiß, was einen niedrigen Materialeinsatz und Wartungsaufwand mit sich bringt.

Nach viermonatiger Planungs- und Fertigungszeit konnte die Sonderanfertigung der Freischwinger-Siebmaschine zwei Wochen früher als geplant geliefert und von den Engelsmann-Monteuren montiert und in Betrieb genommen werden. Die Investition für die Anschaffung der neuen Siebmaschine hat die Erwartungen des PMMA-Herstellers voll erfüllt. Neben einer produktschonenderen und trennschärferen Aussiebung von Fehlkorn konnte die Qualität des verkaufsfertigen Produkts optimiert und der Energiebedarf um mehr als 30 Prozent gesenkt werden. Aufgrund dieser Ergebnisse entschied sich der Auftraggeber alle eingesetzten Vibrationssiebmaschinen durch das Langhubmodell Zug um Zug zu ersetzen.

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