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Karriereplanung So schaffen Sie es auf den Chefsessel

| Redakteur: Jürgen Schreier

Wie lange sollten Kandidaten für Top-Führungspositionen auf einer Stelle verweilen, bevor sie den nächsten „Job“ übernehmen – sei es um breitere Erfahrung zu sammeln oder die nächste Stufe der Karriereleiter zu erklimmen? Das fragen sich nicht nur Unternehmen. Auch die Kandidaten stellen sich diese Frage.

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Es kann schnell gehen, bis man auf dem Chefsessel Platz nimmt; man kann sich aber auch mehr Zeit lassen. Ordentlich
Es kann schnell gehen, bis man auf dem Chefsessel Platz nimmt; man kann sich aber auch mehr Zeit lassen. Ordentlich "ackern" muss man aber immer. (Bild: MM-Archiv)

48 Jahre – so alt waren die Vorstandsvorsitzenden der Dax-30-Unternehmen im Schnitt, als sie erstmals zum CEO ernannt wurden. Und zumeist hatten sie zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Karriereschritte hinter sich.

Bei einem Eintrittsalter nach dem Studium von 26 Jahren bedeutet dies: Ein CEO braucht 22 Jahre Zeit, um nach „ganz oben“ zu gelangen. Und: Pro Karrierestufe stehen ihm knapp 3,7 Jahre zur Verfügung. Ist eine solche Verweildauer in den einzelnen Stationen zu kurz oder zu lang? Die Pro’s und Contra’s einer langen Verweildauer in einer Führungsposition seien im Folgenden näher ausgeführt.

Pro Kontinuität

Entscheidungen „ausbaden“: Wenn eine Führungskraft im Schnitt nur 3,7 Jahre in einer Funktion ist, ergibt sich meist folgendes Wirkungsszenario:

  • Erstes Jahr: Kennen lernen der Funktion und des Geschäfts.
  • Zweites Jahr: Grundsatzentscheidungen treffen und Neuausrichtungen vornehmen.
  • Drittes Jahr: Umsetzung.
  • Viertes Jahr: Abschied.

Die „Ernte“ von grundsätzlich neuen Weichenstellungen kann selten nach ein, zwei Jahren „eingefahren“ werden. Deshalb lassen sich bei einem raschen Positionswechsel oft folgende Phänomene beobachten: Die Jungmanager gehen primär Themen an, die ihnen spätestens im zweiten oder dritten Jahr Erfolge versprechen. Und: Als Top-Manager haben sie noch nie die Konsequenzen ihrer Ent-scheidungen erlebt. Denn wenn diese sich ergaben, waren sie schon im nächsten Job.

Die Folge: Sie haben zwar viel Erfahrung im Projektmanagement, aber eher wenig mit dem kontinuierlichen Aufbauen.

Eine Führungskraft braucht "Mitstreiter"

Wenn eine Führungskraft einen neuen Kurs einschlägt, benötigt sie „Mitstreiter“, die ihrer Vision vertrauen und diese auch gegenüber Kollegen vertreten. Besteht jedoch der berechtigte Verdacht, dass „der Chef“ bald wieder geht, haben Mitarbeiter oft Angst: Wenn ich mich zu klar positioniere, komme ich, wenn der „Patron“ weg ist, „unter die Räder“.

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