Studie: C-Chemikalien So reduzieren Sie die Kosten für Nebenrohstoffe um 12 %

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

In der Beschaffung von Nebenrohstoffen liegt ein enormes Einsparpotenzial. Für diese sogenannten C-Chemikalien gibt ein mittelständisches Chemieunternehmen nicht selten bis zu 150 Millionen Euro, ein Großunternehmen sogar bis zu 1 Milliarde Euro. A.T. Kearney hat deshalb in der Studie „Unlocking the Hidden Value of ‚Tail‘ Spend in the Chemicals Industry“ einen Ansatz entwickelt, wie die Gesamtausgaben in diesem Bereich um bis zu zwölf Prozent reduziert werden können.

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„Sinkende Preise in der Chemiebranche zwingen immer mehr Unternehmen, Kosten einzusparen und neue Wertschöpfungsquellen zu identifizieren. Dabei wird eine wichtige Quelle oftmals außer Acht gelassen: Chemische Rohstoffe mit kleineren Beschaffungsvolumina – sogenannte C-Chemikalien“, erklärt Dr. Tobias Lewe, Partner bei A.T. Kearney und Leiter der Energie und Prozess Industrie Practice in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika.
„Sinkende Preise in der Chemiebranche zwingen immer mehr Unternehmen, Kosten einzusparen und neue Wertschöpfungsquellen zu identifizieren. Dabei wird eine wichtige Quelle oftmals außer Acht gelassen: Chemische Rohstoffe mit kleineren Beschaffungsvolumina – sogenannte C-Chemikalien“, erklärt Dr. Tobias Lewe, Partner bei A.T. Kearney und Leiter der Energie und Prozess Industrie Practice in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika.
(Bild: © Matthias Enter - Fotolia)

Düsseldorf – Die Kosten für Rohstoffe folgen typischerweise dem Paretoprinzip: 80 % der Kosten entfallen auf 20 % der Rohstoffe – dies sind die großvolumigen Hauptrohstoffe. Umgekehrt werden 20 % der Ausgaben für 80 % der Rohstoffe mit geringem Beschaffungsvolumen pro Produkt aufgewandt. In genau diesem abflachenden Teil der Paretokurve (dem „Tail“) liegt ein großes, oft vernachlässigtes Potenzial: „Die C-Produkte machen durch ihre hohe Anzahl 80 % der gesamten Komplexität im Rohstoffportfolio aus“, so Törres Viland, Principal bei A.T Kearney und Autor der Studie.

Typischerweise kann der Rohstoffeinkauf den Fokus des strategischen Kategorienmanagements nicht auf diese 20 % legen – dadurch wird jedoch ein Millionen-Euro-Potenzial verschenkt. Viland dazu: „Der Einkauf läuft hier oftmals sehr unstrukturiert ab. Folgen sind dann stark fragmentierte Lieferantenportfolios und eine kaum zu vertretende Komplexität.“

Hier gehts zur kompletten Studie

Der Ansatz, den A.T. Kearney nun entwickelt hat, nutzt drei Werthebel für C-Chemikalien:

  • Direkte Einsparungen: Durch eine effektivere Art der Kombination von Materialien, zusammen mit einer innovativen, flexiblen Form der Marktbearbeitung, können sieben bis zwölf Prozent der Kosten eingespart werden.
  • Lieferantenkonsolidierung: Eine global optimierte Lieferantenbündelung steigert die Effizienz im Einkauf und senkt die Prozesskosten.
  • Kontrolle über die Lieferantenbasis: Stärkere Fokussierung auf ausgewählte Lieferanten führt zu weniger Lieferantenwechsel, verbesserten Lieferantenbeziehungen und höherer Liefertreue.

Chemieexperte Viland ergänzt: „Für ein nachhaltig effizientes C-Chemikalien-Management müssen einige Prozesse und Verantwortlichkeiten neu definiert werden. Das bedeutet zum Beispiel, ausgewählte Aufgaben von lokalen Einkäufern an zentrale Teams zu übertragen und stärker analytisch geprägte Kompetenzen in der Organisation aufzubauen“. Auch Tobias Lewe ist sich sicher: „Nur Unternehmen, die bereit sind, aktiv Organisationsstrukturen zu verändern, werden in der Lage sein, das Potenzial der C-Chemikalien voll auszuschöpfen.“

Die Studie steht zum Download auf der Webseite von A.T. Kearney bereit.

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