Energieeffizienz in der Getränkeproduktion

So lassen sich Energiepotenziale in Brauereien heben

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Die Umsetzung: Energieeffizienz steigern

Um die Energieeffizienzmaßnahmen genau zu identifizieren und den Allgemeinzustand der Anlage bezüglich der Energieeffizienz zu bewerten, erfolgt eine technische Analyse vor Ort. Dabei werden sämtliche Energieformen (Strom, Wärme, Druckluft, Kaltwasser etc.) analysiert, alle Energieversorgungs- und -verteilungsanlagen sowie alle energierelevanten Produktionsanlagen.

Ein Beispiel ist die energetische Maschinen- und Linienanalyse, die Experten vor Ort mit mobilen Messsystemen durchführen, um versteckte Energiesparpotentiale zu heben: Unnötiger Leerlaufbetrieb (zum Beispiel im Abfüllbereich) und überdimensionierte Anlagen (zum Beispiel Pumpen) werden schnell identifiziert.

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Neben überhöhtem Stromverbrauch lassen sich so auch Wärmeverluste in der Produktion erkennen. In der Getränkeindustrie treten diese beispielsweise bei der Flaschenreinigung und der Flaschenkühlung auf. Die Wärme aus Brüden kann zum Beispiel zum Vorheizen, die Wärme des Spül- oder Kühlwassers bei der Pasteurisation eingesetzt werden. Auf Basis der Analysen werden gemeinsam mit dem Kunden einzelne Energieeffizienzmaßnahmen ausgewählt und ein Umsetzungskonzept erstellt. Es enthält ausführliche Kalkulationen und Angebote der bevorzugten Lieferanten und wird in enger Zusammenarbeit mit diesen, den beteiligten Siemens-Abteilungen und der Instandhaltungs- und Produktionsabteilung des Kunden erstellt.

Die darin enthaltenen Maßnahmen werden anschließend mit Siemens oder ausgewählten Partnern implementiert und realisiert. Dies kann zum Beispiel der Einsatz eines Energiedatenmanagementsystems, die Installation einer Wärmerückgewinnungsanlage oder die Modernisierung der installierten Basis beispielsweise mit Simatic-Steuerungen oder Simotics-Motoren sein. In der Getränkeindustrie kann insbesondere bei Pumpen und Kompressoren, die zu den großen Verbrauchern gehören, sowie den Motoren in der Produktion viel Energie gespart werden – und das mit Amortisationszeiten unter drei Jahren.

Energy Performance Contracting

Für manche Unternehmen ist die Investition eine Hürde, um Energieeffizienzmaßnahmen zu implementieren. Hier bietet Siemens das sogenannte „Energy Performance Contracting“ oder auch Energiespar-Contracting an. Bei diesen Verträgen werden die Ausgaben für die Maßnahmen aus den eingesparten Energiekosten bestritten, ohne dass eine sofortige Investition erforderlich ist.

Fazit: In Straubing jedenfalls sind sich die beteiligten Technologie-Partner einig.Wenn alle Module implementiert und an das Prozessleitsystem angeschlossen sind, wird die Karmeliten-Brauerei für viele andere Brau-Experten zum Mekka für eine energieautarke Getränkeproduktion.

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