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Energieeffizienz in der Getränkeproduktion So lassen sich Energiepotenziale in Brauereien heben

| Redakteur: Gerd Kielburger

Nicht zuletzt aufgrund steigender Energie- und Produktionskosten ist der Kostendruck in der Getränkeindustrie unverändert hoch. Der Automatisierer Siemens sieht hier aber noch ein großes Einsparpotenzial: So könnten allein in der deutschen Getränkeindustrie die Kosten für Strom und Wärmeenergie um rund 72 Millionen Euro pro Jahr gesenkt werden. Zum Mekka der Branche könnte dabei die kleine, aber feine Straubinger Karmeliten-Brauerei werden. In etwa fünf Jahren will man dort eine energieautarke Produktion umgesetzt haben.

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Gunther Walden, Leiter Branche Food & Beverage bei Siemens Industry, referierte, wie man Produktivität, Kosten udn Prozesse in der Brauwirtschaft optimieren kann.
Gunther Walden, Leiter Branche Food & Beverage bei Siemens Industry, referierte, wie man Produktivität, Kosten udn Prozesse in der Brauwirtschaft optimieren kann.
(Bild: PROCESS)

Während sich die Bierproduktion weltweit in einer ungebrochenen Wachstumsphase mit einem Anstieg von 50 Prozent innerhalb der letzten 15 Jahre befindet, ist der Markt von anhaltender Konsolidierung bei zunehmendem Preisdruck geprägt. Viele Brauereien hierzulande sind bei zunehmenden Kostensteigerungen für Rohstoffe, Wasser und Energie gezwungen, alle Optimierungspotenziale auszuschöpfen, um die jeweilige Marktpositionen langfristig behaupten zu können.

Dies hat auch der rührige Geschäftsführer der Straubinger Karmeliten-Brauerei erkannt und sich zum Ziel gesetzt, mittelfristig energieautark zu produzieren. Am Ende eines langen Technologie-Updates will die 1397 gegründete Brauerei ihren Neubau von 1980 auf den neuesten Stand bringen und mit den dann investierten rund 3,5 Millionen Euro energieautark produzieren. Damit wäre man die weltweit erste Brauerei, die sich diesem Ziel verschrieben hat.

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Brauerei-Geschäftsführer Christoph Kämpf ist Realist genug, um die lange Amortisation nicht als das Hauptargument für diese Maßnhame herauszustellen, zumal keine Fördermittel des Landes für diesen Fall zur Verfügung stehen. Vielmehr sieht er diese Maßnahme auch unter Marketinggesichtspunkten, die den Bekanntheitsgrad der Brauerei und die Verbundenheit der Kunden stärken sollen.

Anlagenbauer Ziemann International und Siemens unterstützen die weitsichtigen Pläne der Straubinger Bierbrauer mit einem breiten Angebot an Dienstleistungen zur energietechnischen Optimierung von Prozessen, Maschinen und Anlagen. Zur Steuerung nutzen die Karmeliten-Brauer das Prozessleitsystem Braumat von Siemens. Das System erlaubt eine schnelle Inbetriebnahme und bietet ein grafisches Rezeptursystem, mit dem man auch schnell und flxibel Anpassungen im laufenden Betrieb erstellen und eine problemlose Anpassung des Mengengerüsts erzielen kann.

Elektrische und thermische Energie im Fokus

Als wichtigsten Energieverbraucher treten elektrische und thermische Energie zutage. Während bei elektrischer Energie vor allem die Kälteanlagen zu Buche schlagen, sind die Hauptverbraucher der thermischen Energie vor allem die Füllerei sowie das Sudhaus. Bis heute wird der Wärmebedarf in Straubing durch Dampfkessel mit Temperaturen bis zu 160 C° gedeckt. Die Ziemann-Planung sieht vor, dass in einem auf acht Modulen basierenden Maßnahmenkatalog die Energieautarkie in Straubing erreicht werden soll:

  • Modul 1: Implementierung der Sudhaus Cascade: hierdurch können bis zu 30 % Energie im Sudhaus eingespart werden.
  • Modul 2: Mit einer Solarthermie-Anlage können abhängig von der Fläche bis zu 40 % thermische Energie eingespart werden.
  • Modul 3: Der Eneregiespeichertank (Heisswasser) wird zum zentralen Punkt der Brauerei.
  • Modul 4: Kraft-Wärme-Kopplung: Der alte dampfkessel wird durch ein Blockheiz-Kraftwerk ersetzt.
  • Modul 5: Wasserqualitätsmanagement: Über ein mehrstufiges Abwasserrecycling soll eine 20-prozentige Einsparung des Frischwassers erreicht werden.
  • Modul 6: Abwasseraufbereitung: Verwandlung in Biogas, Brennstoff-Substitution bis zu 15 %, die ins Blockheizkraftwerk geht.
  • Modul 7: Bis zu 10 % der thermischen Energie sollen über Geothermie eingespart werden.
  • MOdul 8: Bis zu 10 % Einsparung an elektrischer Energie können über Windkraft, die zu Druckluft umgewandelt wird, erreicht werden.

Was noch alles zu den Services gehört, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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