Hygienisches Design So geht hygienisches Design von der Schraube bis zur Dichtung

Redakteur: Dominik Stephan

Kampf der Kontamination: Wer kritische Medien verarbeitet, trägt eine hohe Verantwortung für Produktgüte und Verbrauchergesundheit. Kein Wunder, dass die Anforderungen an Anlagen- und Apparatebauer hoch sind. Nur die Berücksichtigung der EHEDG- und FDA-Standards von der Konstruktion bis zur Fertigung garantieren Sicherheit und Mischgüte.

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Der Amixon-Konusmischer Typ AM in hygienischer Ausführung realisiert ideale Mischgüten bereits bei Füllgraden von 5 bis 10 Prozent.
Der Amixon-Konusmischer Typ AM in hygienischer Ausführung realisiert ideale Mischgüten bereits bei Füllgraden von 5 bis 10 Prozent.
(Bild: Amixon)

Immer wieder ist in den Medien von Rückrufaktionen aufgrund von Verkeimungen oder Fremdkörpern im Lebensmittelprodukt zu hören. Um die Verbrauchergesundheit sicherzustellen, gibt es verschiedene Verordnungen und Richtlinien zum Thema Lebensmittelhygiene, darunter die HACCP- Grundsätze (ein vorbeugendes System zum Erkennen, Beurteilen und Verhindern von Fehlerquellen sowie zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit). Diese (die Abkürzung steht für „Hazard Analysis Critical Control Point“) ist seit 2006 in der Verordnung EG 852/2004 über die Lebensmittelhygiene geregelt.

Zu Anfang steht eine Risikoanalyse, um die kritischen Kontrollpunkte zu lokalisieren und Grenz­werte festlegen zu können. Darüber hinaus müssen mögliche Korrekturmaßnahmen beschrieben werden, falls die Grenzwerte überschritten werden sollten. Diese Werte sind regelmäßig zu kontrollieren und jeder Schritt schriftlich zu dokumentieren. Das trifft auch auf Abweichungen vom Standard oder getroffene Gegenmaßnahmen sowie Veränderungen am bestehenden Hygienekonzept zu.

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Das HACCP-Konzept gibt aber auch vor, dass die kritischen Punkte im Hinblick auf Hygiene (Reinigbarkeit) und Lebensmittelsicherheit zu bewerten sind – hier greifen die EHEDG-Grundsätze („European Hygienic Engineering & Design Group“). Diese sollen primär die Lebensmittelsicherheit in der EU durch das Verbessern der Hygienetechnik und des Hygienedesigns in allen Bereichen der Lebensmittelherstellung verbessern.

Strömungsverlauf im Konusmischer: Zunächst wird das Mischgut in der Peripherie des Mischraumes erfasst und aufwärts gefördert. Oben angekommen fließen die Güter im Zentrum des Mischraumes abwärts.
Strömungsverlauf im Konusmischer: Zunächst wird das Mischgut in der Peripherie des Mischraumes erfasst und aufwärts gefördert. Oben angekommen fließen die Güter im Zentrum des Mischraumes abwärts.
(Bild: Amixon)

Die EHEDG Grundsätze betrachten dabei bereits die Ausführung der Maschinen, die im Lebensmittelbereich eingesetzt werden. Dazu gehört, dass unter den Gesichtspunkten Hygiene und Reinigung entsprechende Vorgaben und Empfehlungen definiert werden, um die kritischen Punkte im Hinblick auf die Reinigung und der Lebensmittelsicherheit zu verringern oder zu vermeiden.

Hgienisch und komplex: Gut gemischt …

Als Mitglied der EHEDG bringt sich der Apparatebauer Amixon aus Paderborn aktiv in die Erarbeitung von Hygiene-Leitsätzen ein und setzt diese direkt beim Mischer-Bau um. Was das konkret bedeutet, zeigt das Beispiel des Mischers Typ AM mit aufrecht stehendem Mischgefäß: Im Zentrum des Mischraums rotiert ein Helix-Mischwerkzeug und erzeugt eine raumbeherrschende Verströmung der Güter.

Das Schraubenband erfasst die Mischgüter in der Peripherie des Gefäßes und fördert sie aufwärts. Oben angekommen, fließen die Güter durch das Zentrum des Mischraumes hindurch abwärts. Trockene, feuchte oder suspendierte Güter werden unabhängig von Partikelgrößen, Schüttdichten und Fließeigenschaften in Form einer klassischen Schubströmung, also bei geringer Drehfrequenz, ideal durchmischt.

Aufgrund der geometrischen Eigenschaften des Mischwerkzeugs werden laut Hersteller schon nach ungefähr 30 bis 200 Umdrehungen technisch ideale Mischgüten erzeugt, die in der Praxis nicht mehr verbesserbar sind. Der Konusmischer AM realisiert auf diese Weise ideale Mischgüten bereits bei Füllgraden von fünf bis zehn Prozent.

Sogenannte Multi-Step-Mischvorgänge werden bei komplexen Stoffgemischen in der Aromen- und Gewürzindustrie angewandt: Zunächst erfolgt eine Teilbefüllung, danach eine Intensivvermischung bei dosierender Hinzugabe von Flüssigstoffzugaben. Nach Erhalt einer idealen Mischgüte werden empfindliche Komponenten bei geringer Drehfrequenz sanft „untergehoben“. Diese Vorgehensweise ersetzt Kleinmischer, mit denen sogenannte Vormischungen erzeugt werden. Bedingt durch die konische Bauart werden die Schüttgüter bei langsam rotierendem Mischorgan entmischungsfrei ausgetragen – bei frei fließenden Gütern bis zum letzten Rest. Das Mischwerkzeug ist nach dem Sinconvex-Design gefertigt und arbeitet besonders effektiv und schnell. Darüber hinaus gestattet es die Restentleerung der Medien sehr viel besser als ein Standard-Helix-Mischwerkzeug.

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… ist ganz gewonnen

Die verschiedenen Amixon- Mischsysteme haben unterschiedliche Einsatzschwerpunkte, aber die gleichen Hygienemerkmale: Sie mischen schonend bei geringer Drehfrequenz und vermeiden Produkterwärmung sowie Abreibungen. Die Mischwerkzeuge sind nur oben gelagert, so dass der Boden dichtungsfrei bleiben kann. Die Einbauten und Werkzeuge sind ebenso wie der Mischraum fugenfrei verschweißt und verschliffen. Die gasdichte Wellendichtung ist als PTFE-Lippe ausgebildet und sowohl trocken als auch nass mikrobiologisch beherrschbar.

Zur Verfahrenserprobung verfügt Amixon über mehr als 30 Testmischer in weltweiten Technika, unter anderem in Paderborn, Memphis/USA, Osaka/Japan, Bangkok/Thailand, Tianjin/China und Satara/Indien. dst

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