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Balanceakt im Sprühturm

So funktioniert Explosionsschutz in der Sprühtrocknung richtig

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Das eingebrachte Natriumhydrogencarbonat („Backpulver“) hat eine Konzentration von 700 bis 1500 g/m3 und reduziert den Explosionsdruck, der ansonsten auf 8 bis 9 bar ansteigen kann, auf 200 mbar oder weniger. Die gesamte Anlage ist auf einen Druck von 400 mbar ausgelegt, sodass der Turm nicht beschädigt wird. Prinzipiell arbeiten diese Systeme autark, sie sind aber an ein Leitsystem angeschlossen, um im Fall einer Auslösung die Anlagen sofort herunterfahren zu können.

Explosionsschutz ist Teamarbeit

Selbst eine Milchproduktionsanlage muss nach der Gefahrstoffverordnung geprüft werden und wird im Vorfeld von Berufsgenossenschaften und Behörden genau durchleuchtet und abgenommen. „Die letzte Abnahme ist in der Regel aber kein Problem, da das Engineering-Team vorher sehr eng mit den Fachfirmen und den Behörden zusammenarbeitet“, weiß Speckmaier. Beim neuen Sprühturm hat man daher auch das bewährte Konzept des ersten Sprühturms übernommen.

„Einen anderen Anbieter in das Projekt zu holen, hätte aus unserer Sicht keinen Sinn gemacht – allein schon wegen der aufwändigeren Ersatzteillagerung. Da die Löschmittelbehälter auch in anderen Anlagenteilen verwendet werden, unter anderem in den Lebensmittelanlagen oder an Großtrocknern, haben wir immer Behälter auf Lager“, führt Speckmaier aus.

Allerdings gab es bei den Löschmittelbehältern im Laufe der vergangenen zehn Jahre einige Verbesserungen, die sich vor allem auf die Wartung und Instandhaltung auswirken. So lässt sich nun dank einer Inspektionsöffnung das Düsensystem einfach begutachten, indem man eine Inspektionskamera hineinschiebt. Früher war hierfür eine Demontage des schweren Löschmittelbehälters notwendig. Auch ein Austausch der Behälter ist dank des Bajonett-Verschlusses, der heute statt der bisherigen starren Verdrahtung zum Einsatz kommt, sehr viel einfacher geworden. Wurden früher drei Stunden für die Wartung veranschlagt, ist die jährliche Inspektion heute bei guter Zugänglichkeit in einer Viertelstunde erledigt.

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Explosionsschutz ist ein Balanceakt. Zwar steht die Sicherheit an erster Stelle, aber Fehlauslösungen sind ebenfalls unerwünscht. Dann müsste die Charge verworfen, die Produktion angehalten, der Sprühtrockner gereinigt und wieder in Gang gebracht werden. „Hier muss man mit erheblichen Ausfallkosten rechnen“, so Speckmaier. Auch bei einer Explosion, die im Keim erstickt wird, dauert es eine Weile, bis die Produktion wieder in Gang kommt. Zwar geht der Austausch der Löschmittelbehälter schnell über die Bühne, aber allein bis die Behörden und die Versicherung die Anlage wieder freigeben, dauert es wenigstens zwei Wochen.

Glücklicherweise kam es noch nicht zu einer solchen Situation. „Aber dies ist nicht zu vergleichen mit den Schäden, die bei einer Explosion ohne Schutz der Anlage auftreten könnten. Neben möglichen Gefährdungen von Mensch und Natur wären die Schäden an den Anlagen und durch den Produktionsausfall sehr hoch“, gibt Speckmaier zu bedenken.

Daher setzt Meggle auch bei künftigen Projekten auf Explosionsschutzkonzepte von IEP Technologies.

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