Instandhaltung So erhält Instandhaltung die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Dr. Lothar Meier, Head of Maintenance des Instaltungsspezialisten ThyssenKrupp Xervon sprach exklusiv mit PROCESS über Instandhaltungsstrategien und Möglichkeiten zur Effizienzverbesserung.

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PROCESS: Herr Dr. Meier, in der Wirtschaftskrise hat die Chemiebranche Produktionsanlagen abgeschaltet und Revisionen sowie Instandhaltungsmaßnahmen vorgezogen. Wie hat ThyssenKrupp Xervon als auf Instandhaltungsmanagement spezialisierter Dienstleister von dieser Situation profitiert?

Meier: Qualität und Erfahrung werden auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gesucht. Dort, wo aufgrund abgeschalteter Anlagen die Gelegenheit genutzt wird, ohne Zeitdruck Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen, realisieren wir als führender Anbieter auf dem Markt zum Teil auch Zusatzgeschäfte. Bei Turnarounds, die in den Raffinerien schon aus genehmigungstechnischen Gründen weiterhin durchgeführt werden müssen, sind wir gut vertreten. In der klassischen Chemie- und Kunststoffproduktion ist jedoch vor allem bei den Firmen Zurückhaltung zu spüren, die besonders unter den Absatzproblemen ihrer Kunden zu leiden haben. Hier wird dann oft nur das Nötigste gemacht. Im Übrigen haben vorgezogene Instandhaltungsmaßnahmen zwei Seiten: Sie ermöglichen Zusatzgeschäfte in der aktuell schwierigen Lage der Chemieindustrie, aber sie fehlen dann logischerweise in der nahen Zukunft.

PROCESS: Auch geplante Anlagenstillstände kosten Geld. Wie helfen Sie Ihren Kunden, Projektlaufzeiten zu verkürzen?

Meier: Unser Ziel ist es immer, durch stetige Effizienzverbesserung, dazu beizutragen, dass die uns anvertrauten Anlagen so schnell wie möglich in technisch hochwertigem Zustand wieder „on stream“ gehen können. Der Schlüssel hierzu liegt in der technischen Kompetenz sowie in der Planung und Vorbereitung eines jeden Stillstands. Hier investieren wir im Vorfeld viel Zeit, um gemeinsam mit unseren Kunden die Abläufe des Stillstands inklusive Vorbereitungen minutiös festzulegen. Dabei kommt der Materialdisposition und der Planung des Personaleinsatzes besondere Bedeutung zu. Gerade bei Großstillständen erfordert die Organisation der Fachkräfte vor Ort besondere Sorgfalt. Nur so lassen sich alle Schnittstellen reibungslos managen, und so gelingt es, jederzeit die richtige Fachkraft mit den richtigen Werkzeugen, dem passenden Ersatzteil, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben. Das erfordert ein hochmotiviertes Team von Spezialisten mit der Erfahrung vieler erfolgreich abgewickelter Stillstände. Wir verfügen über solche Teams. Ein besonderer Mehrwert für die Kunden ergibt sich aus dem Einsatz von Teams, die bereits an vergleichbaren Anlagen Stillstände durchgeführt haben, also alle wesentlichen Einflussgrößen kennen. Das spart Zeit.

PROCESS: Es gibt derzeit mehrere Instandhaltungsansätze bzw. -techniken. Gibt es aus Ihrer Erfahrung heraus bei Ihren Kunden Präferenzen für bestimmte methodische Ansätze?

Meier: Instandhaltung sollte als ein wesentlicher Bestandteil der Wertschöpfung von Produktionsanlagen verstanden werden. Die Wertschöpfung von Anlagen und die Abhängigkeit ihrer Wirtschaftlichkeit von der Anlagenverfügbarkeit sind dabei durchaus unterschiedlich. Multi-Purpose-Batch-Betriebe unterscheiden sich deutlich von Vollkonti-Anlagen. Kapazitätsauslastungen und Alter der Anlagen müssen ebenso diskutiert werden wie die aktuelle wirtschaftliche Lage eines Unternehmens. Kurzum, die Präferenz der Kunden für bestimmte methodische Ansätze hat viel mit der konkreten Situation zu tun. Der „Run-to-Failure“ Ansatz wird im ersten Ansatz „cash-out“ einsparen, kann aber die Anlagenverfügbarkeit nicht nachhaltig verbessern und birgt das Risiko von Großschäden. Die vorbeugende Instandhaltung dagegen steigert die Anlagenverfügbarkeit, kann aber Schwächen in der Kostenoptimierung haben. Bessere Ansätze sind die zustandsbasierte Instandhaltung und in konsequenter Weiterentwicklung die Konzeptionen der Total Production Maintenance und Reliability Centered Maintenance. Hier ist zwar zu Beginn ein gewisser Aufwand erforderlich, um z.B. ein effektives Controlling durch das Management der relevanten Prozessketten aufzubauen. Dieser Aufwand macht sich aber durch die nachhaltige Steigerung der Anlagenverfügbarkeiten bei gleichzeitiger Verbesserung der Kostensituation mehr als bezahlt. Mit unseren Instandhaltungsteams erarbeiten wir mit den Kunden individuell die jeweils passende Instandhaltungsmethodik und setzen diese um.

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