Digitalisierung im Planungsprozess So behalten Sie bei der Planung garantiert den Überblick

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Digitalisierte Planungsprozesse sollen mehr Effizienz bringen. Doch wie bleiben die Informationen, die sich während Planungs- und Konstruktionsphase ständig ändern, auf dem neuesten Stand und vor allem wie bringt man diese Infos zu denen, die sie benötigen? Aveva präsentierte auf dem Digital Plant Kongress eine verblüffend einfache Lösung.

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Marcel Prösch demonstriert auf dem Digital Plant Kongress die Funktion der neuen Software.
Marcel Prösch demonstriert auf dem Digital Plant Kongress die Funktion der neuen Software.
(Bild: Stefan Bausewein)

Die Zeiten im Chemieprojektgeschäft sind härter geworden. Time-to-Market und Kostendruck bilden eine unheilvolle Allianz unter der EPC und Owner/Operator gleichermaßen leiden. Der Zeitdruck unter dem viele Projekte stehen, führt zu zahlreichen Überschneidungen: Bau und Konstruktion beginnen in der Regel schon bevor das Engineering komplett abgeschlossen ist.

Und je mehr Gewerke und Projektpartner beteiligt sind, desto mehr Informationen fallen an, die in Bezug zum Projekt gesetzt werden müssen und zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar sein müssen. Die Folgen von mangelnder Informations- und Datenflusskonsistenz treffen unter diesen Umständen das Planungsteam mit voller Wucht.

50 bis 80 Prozent der Zeit verbringen Projektingenieure damit, Daten von A nach B zu schaufeln und Informationen zusammen zu suchen – diese frustrierende Zahl ist das Ergebnis einer Umfrage des englischen Magazins Chemical Engineering. Aber wie organisiert man den Informationsfluss in Zeiten überlappender Engineeringphasen? Und wie behalten alle am Projekt Beteiligten den Überblick?

Digital Asset – Was verbirgt sich dahinter?

Die Softwareentwickler von Aveva beschäftigen sich schon seit einiger Zeit mit diesen Themen und haben nun ihre Idee in den Digital-Asset-Ansatz gegossen. Dieser lief bis letztes Jahr unter dem Arbeitstitel Projekt Voyager und ist nun als Softwareprodukt Aveva Engage verfügbar.

Marcel Prösch, Principal Application Consultant bei Aveva hat das Konzept auf dem Digital Plant Kongress vorgestellt und eine Demonstration dessen abgeliefert, was mittlerweile alles geht. Im Mittelpunkt der Demo steht ein überdimensionaler Bildschirm auf dem das interaktive 3D-Modell einer Ölplattform zu sehen ist und in dessen Hintergrund die neue Software arbeitet.

Mehr als Visualisierung

„Entscheidend ist, dass es sich nicht nur um die Visualisierung eines Modells handelt, sondern um einen dreidimensionalen Informations-Management-Speicher“, erklärt Prösch. Die Software ermöglicht den direkten Zugriff auf alle in digitaler Form vorliegenden Informationen eines Projektes oder einer Anlage („Digital Asset“).

Clou dabei ist die intuitiv bedienbare Touchscreen-Ultra-High-Definition-Oberfläche, die ähnlich wie beim Smartphone mit Wischen und Tippen aufrufbar ist.

Jedes markierte Objekt ist per Berührung auswählbar und enthält sämtliche kontextbezogenen Informationen, die sich in der digitalen Anlage des Kunden befinden. Dazu gehören z.B. Lieferanten-Datenblätter, Instandhaltungshistorie, Arbeitsgenehmigungen, Einkaufs- informationen, Schemata und Konstruktionszeichnungen.

All das ist in einer Repository organisiert, die Modelle und deren Bestandteile speichert, inbegriffen ist auch die Versionskontrolle.

Informationen wann und wo der Planer diese braucht – das ist Ziel dieser Entwicklung, für welche die Softwareschmiede im letzten Jahr zehn Unternehmen aus der Öl- & Gas-, Kraftwerks- und Bergbauindustrie für Tests mit eingebunden hat.

Robert Samudio, Global Design/Drafting Manager, Shell New Orleans/USA, Teilnehmer am EAP erklärt: „Wir können Aveva Engage bei der Zusammenarbeit von Teams, für Entscheidungsfindungsprozesse und bei sicherheitsrelevanten Fragestellungen einsetzen. Es wird uns bei der Implementierung von Mega-Projekten unterstützen und neue Maßstäbe für Qualität, Kosten und Geschwindigkeit setzen.“

Die neue Software sei ein wesentlicher Teil von Avevas „Future of Decision Support“-Programm, sagt CEO Richard Langdon und soll dem Kunden bessere und schnellere Entscheidungen über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage hinweg ermöglichen. agk

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