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Smartphone statt Stechuhr

| Autor/ Redakteur: Georgina Bott* / Anke Geipel-Kern

Neue Arbeitsformen brauchen neue Arbeitsumgebungen – Industrie 4.0 ist mehr als die Digitalisierung von Produktionsprozessen und neue Geschäftsmodelle. Es geht auch um kulturellen Wandel und immer mehr Unternehmen spiegeln diese Veränderungen, indem sie sich die Arbeitsgestaltung vornehmen. Ein Besuch in der Arbeitswelt 4.0.

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Smartphone statt Stechuhr? Sieht so die Produktionswelt 4.0 aus?
Smartphone statt Stechuhr? Sieht so die Produktionswelt 4.0 aus?
(Bild: © junce11 - stock.adobe.com)

Sieben Etagen, 26.000 Quadratmeter Fläche, elf Dachterrassen, zahlreiche Konferenzräume und Meetingflächen, Lounges und ein eigenes Fitnessstudio. Vier Arbeitsbereiche, von Rückzugsorten für Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration erfordern, bis hin zu Büroflächen, die bewusst auf Teamarbeit und Kollaboration ausgelegt sind. Sieht so das Büro der Zukunft aus?

Zumindest bei Microsoft hat diese Zukunft bereits begonnen. Eine starre, einheitliche Arbeitsplatzbindung gibt es hier nicht, stattdessen neue, offene Strukturen, die flexibel nutzbar sind. Deshalb gibt es vier Arbeitsbereiche: Der „Think Space“ des Büros ist ein Rückzugsort für konzentriertes Arbeiten. Im „Share & Discuss Workspace“ können Mitarbeiter neue Ideen diskutieren. Auch der „Converse Space“ schafft Platz für abstimmungsintensive Zusammenarbeit im Team. Im vierten Bereich, dem „Accomplish Space“ können sich Mitarbeiter einen klassischen Schreibtisch aussuchen, um sich konzentriert und individuell ihren Aufgaben zu widmen.

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Wie Microsoft Deutschland haben auch viele andere Unternehmen die Neugestaltung ihrer Arbeitsbereiche auf der Agenda.

Großkonzerne wollen mit den Start-ups mithalten

Und das nicht ohne Grund: Start-ups und innovative Softwareunternehmen revolutionieren die digitale Arbeitswelt. Deshalb geraten viele etablierte Unternehmen immer mehr ins Hintertreffen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, gestalten sie Büros und Fabrikräume organisatorisch, technologisch und räumlich um. Erfolgreich wird ein solcher Umbau oder Umzug aber nur, wenn es eine passende Strategie gibt und die Mitarbeiter einbezogen werden. Dabei seien Kundennähe und Schnelligkeit zwei zentrale Herausforderungen für die Unternehmen – erklärt Katharina Klink, Unternehmensberaterin bei Dr. Kaus & Partner. Auch am Fraunhofer IAO beschäftigt man sich mit neuen Arbeitsmodellen, die kurzfristig, hochflexibel und unternehmensübergreifend angelegt sind. In der Produktion kommt es vor allem auf Flexibilisierung an, etwa um die Steuerung der Kapazitäten, wenn Großaufträge vor der Tür stehen. Konkret bearbeiten das die Fraunhoferfachleute im Forschungsprojekt „Kapaflexcy“. Starre Anwesenheitszeiten von 7:00 bis 16:00 Uhr sollen Vergangenheit sein. Das Konzept klingt bestechend: Arbeitsgruppen stimmen ihre Einsatzzeiten per Smartphone ab. Gearbeitet wird, wenn der Kunde ordert.

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* G. Bott ist redaktionelle Mitarbeiterin unserer Schwesternplattform www.marconomy.de

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