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China Market Insider Sinopec kämpft in der Corona-Krise gegen Produktfälschung

| Autor / Redakteur: Henrik Bork / Wolfgang Ernhofer

Chinas größter petrochemischer Konzern, Sinopec, hat angekündigt, gegen illegale Verkäufe von gefälschtem Vlies-Stoffen aus heißluftgezogenen Fasern („Meltblown-Fasern“) vorzugehen. Das Material, das für die Produktion von Schutzmasken gebraucht wird, wird seit Beginn der Coronavirus-Epidemie im chinesischen Internet plötzlich in gewaltigen Mengen angeboten.

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Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet PROCESS regelmäßig über den chinesischen Chemie- und Pharmamarkt.
Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet PROCESS regelmäßig über den chinesischen Chemie- und Pharmamarkt.
(Bild: ©sezerozger - stock.adobe.com)

Peking/China – Konzern spricht von Fälschungen: Sein Meltblown-Vlies werde direkt an ausgewählte Kunden verteilt, erklärte Sinopec und warnte vor nicht autorisierten Händlern. Einige dieser Betrüger fälschten nicht nur die Vlies-Stoffe zur Maskenproduktion, sondern auch die Verpackung des Unternehmens, teilte der chinesische Staatsbetrieb mit. Und einige Betrüger gäben sich sogar fälschlicherweise als Angestelle aus, so der Konzern.

Erst vor kurzem hatte Chinas Zoll den Export von Gesichtsmasken ins Ausland erschwert, weil in China eine große Zahl von Fälschungen auf dem Markt ist. Eine solche Lieferung nach Spanien, von dort postwendend zurückgesandt, hatte international für Aufsehen erregt. Um weiteren Imageverlusten dieser Art entgegenzuwirken, hat die kommunistische Staats- und Parteiführung Chinas nun auch die größten Staatsbetriebe des Landes, darunter Sinopec, für den Kampf gegen die Fälscher rekrutiert.

Das Unternehmen selbst hatte Ende März wegen des weltweit sprunghaft angestiegenen Bedarfs an Schutzmasken eine neue Fertigungslinie für heißluftgezogene Fasern im ostchinesischen Nanjing eröffnet. Die mittlere Lage der Gesichtsmasken, die für das Herausfiltern von Staub, Bakterien und Pollen verantwortlich ist, wird aus solchen Vlies-Stoffen hergestellt. Ihre Wirkung für Viren, die noch viel kleiner sind, hängt von der Konstruktion und Qualität der Masken ab. Insgesamt ist die Nützlichkeit von Gesichtsmasken zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie außerhalb von Kliniken und Laboren unter Virologen umstritten.

Die jüngste Produktionslinie der Sinopec-Tochterfirma Yizheng Chemical Fibre produziere nun pro Tag eine weitere Tonne des Stoffes, genug für die Herstellung von einer Million Gesichtsmasken. Insgesamt hätten Sinopec und alle Töchterfirmen eine Kapazität von 35 Tonnen pro Tag erreicht. Die große Zahl von Produktquellen im Internet sei offensichtlich falsch, verkündete der Konzern.

* Der Autor ist Managing Director bei Asia Waypoint, einer auf China spezialisierten Beratungsagentur mit Sitz in Peking. „China Market Insider“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Vogel Communications Group, Würzburg, und der Jigong Vogel Media Advertising in Beijing.

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