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Datenmanagement und Engineering

Siemens kündigt Partnerschaften mit Evonik und Bentley an

| Redakteur: Tobias Hüser

Unter dem Motto "Accelerate the digital transformation – from integrated engineering to integrated operations" präsentiert Siemens auf der Achema 2018 sein Digital-Enterprise-Lösungsportfolio, mit dem Unternehmen der Prozessindustrie schon heute die Vorteile der Industrie 4.0 nutzen können. Im Bild: Jürgen Brandes (rechts), CEO der Division Process Industries and Drives, Eckard Eberle (links), CEO der Business Unit Process Automation.
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Unter dem Motto "Accelerate the digital transformation – from integrated engineering to integrated operations" präsentiert Siemens auf der Achema 2018 sein Digital-Enterprise-Lösungsportfolio, mit dem Unternehmen der Prozessindustrie schon heute die Vorteile der Industrie 4.0 nutzen können. Im Bild: Jürgen Brandes (rechts), CEO der Division Process Industries and Drives, Eckard Eberle (links), CEO der Business Unit Process Automation. (Bild: Siemens)

Pünktlich zur ACHEMA hat Siemens zwei bedeutende Partnerschaften angekündigt. Mit Evonik will das Unternehmen ein Asset-Lifecycle-Datenmodell entwickeln und in die Siemens-Softwarelösung Comos integrieren. Im Rahmen der zweiten Partnerschaft will man gemeinsam mit Bentley Systems die Process Industries Academy gründen. In der Akademie sollen Best-Practice-Ansätze für das Engineering und den Betrieb von Anlagen vermittelt werden.

Frankfurt am Main – Das Asset-Lifecycle-Datenmodell wurde von Evonik auf Basis des internationalen Standards Dexpi, ISO 15956 und weiterer international gültiger Normen definiert. Es deckt dabei die für Chemieindustrieanlagen relevanten Elemente und Strukturen in einem durchgängigen Datenmodell über den gesamten Lebenszyklus ab – von der Produktentwicklung über Anlagenplanung und -betrieb bis schließlich zur Stilllegung. Siemens und Evonik entwickeln die Anwendung zur softwareseitigen Unterstützung des gesamten Engineering- und Operation-Prozesses. Die Ergebnisse dieser Kooperation werden dabei Bestandteil des Comos Software-Portfolios.

Die von Siemens und Evonik gemeinsam zu entwickelnde Anwendung basiert auf der Engineering-Plattform Comos und nutzt dabei das gesamte Evonik-Datenmodell, das die erforderlichen Funktionalitäten und den entsprechenden Datenumfang abdeckt. Dazu zählen auch die Eingangsschnittstellen für die Daten, die durch vorgelagerte Prozess-Simulationen oder andere Schritte der Verfahrensentwicklung generiert werden. Das heißt, Comos bietet als Engineering-Plattform alle Möglichkeiten, um die für das Datenmodell benötige Durchgängigkeit, Flexibilität und Funktionalität erfolgreich abzubilden. Dabei wird die Durchgängigkeit in Comos durch die Objektorientierung der Software sichergestellt. Als Objekte gelten alle grafischen und datentechischen Darstellungen eines Anlagenbauteils. Zugehörige Datenblätter, Listen und andere Dokumente sind direkt mit den entsprechenden Objekten verknüpft. Die Flexibilität von Comos basiert auf der offenen Systemarchitektur, wordurch Comos sich an kundenspezifische Anforderungen anpassen und an Fremdsysteme anbinden lässt.

Akademie für Anlagenengineering

Siemens mit seinen Divisionen Process Industries and Drivessowie Digital Factory und Bentley Systems mit dem Bentley Institute treiben das Digital Enterprise mit der Gründung einer Process Industries Academy über den gesamten Lebenszyklus weiter voran. In der Akademie sollen Best-Practice-Ansätze für das Engineering und den Betrieb von Anlagen vermittelt werden. Die Akademien befinden sich an den strategischen Standorten Karlsruhe, Houston (USA) (und Shanghai (China), um die Prozessindustrie weltweit zu unterstützen. Die erste Veranstaltung findet in der zweiten Jahreshälfte 2018 in der Siemens Process Automation World in Karlsruhe statt.

Angesichts der jüngsten Entwicklungen in den Prozessindustrien zum Beispiel auf den Öl-, Gas- und globalen Energiemärkten und den sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Anlagenproduktion, werden immer wieder etablierte Arbeitsweisen über den gesamten Anlagenlebenszyklus hinweg in Frage gestellt. Weniger Investitionen in Green-Field-Projekte und ein erhöhter Fokus auf die Optimierung von Produktivität, Leistung und Nutzung bestehender Anlagen veranlassen Anlagenbetreiber, nach neuen Wegen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Betriebserträge zu suchen. Ein ganzheitlicher Ansatz zur kontinuierlichen Verbesserung von zugrundeliegenden Geschäftsprozessen muss sich mit der Interaktion der zur Verfügung stehenden Unternehmensressourcen sowie aller am Projekt beteiligten Mitarbeitern in Verbindung mit den neuesten Technologien beschäftigen.

Entwicklung einer digitalen Strategie

Ein Einblick darüber, wie Bentley und Siemens gemeinsam mit neuen cloud-basierten Technologien das Anlagenengineering und den Betrieb optimieren, ist kürzlich in einem Whitepaper von ARC Advisory Group dargelegt worden. Die Process Industries Academy wird Seminare und Symposien anbieten, die anhand von praktischen Beispielen die wesentlichen Aspekte durch die Digitalisierung für eine effizientere Planung und Erstellung sowie einen erfolgreichen Betrieb von Anlagen aufzeigen. Die Teilnehmer erfahren, wie die Entwicklung einer klaren digitalen Strategie die Zusammenarbeit, Kommunikation und Koordination zwischen den einzelnen Projektteams verbessert und eine ideale Umgebung für die Optimierung der Informationserstellung und digitalen Arbeitsabläufe schafft.

„Die Process Industries Academy bietet Branchenexperten ein optimales Umfeld, um praktische und auf technologischen Innovationen basierende Erkenntnisse für die Verbesserung von Geschäftsprozessen auszutauschen. Auf diese Weise lassen sich Teams zielgerichtet schulen und mit dem nötigen Wissen ausrüsten, um noch produktiver zu sein und damit beste Ergebnisse zu erzielen. Konkrete ‚Going Digital’-Beispiele aus der Praxis veranschaulichen die wichtigsten Aspekte eines digitalen Ansatzes für den effizienten und wirtschaftlichen Betrieb von Anlagen in der Prozessindustrie“, erklärt Alan Lamont, Vice President Digital Advancement Academies bei Bentley.

Die Process Automation World in Karlsruhe bietet mit dem 2017 eröffneten Trainingscenter ideale Voraussetzungen für die Unterbringung der Process Industries Academy. Hochmoderne Tagungsräume bieten Kunden und Anwendern die Möglichkeit, mit neuestem Equipment das breite Spektrum der Prozessanalytik und -instrumentierung zu trainieren.

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