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Dechema-Preis 2008 Siegener Simulationsexperte erhält Dechema-Preis

| Redakteur: M.A. Manja Wühr

Die Forschungen von Prof. Dr. Wiechert bilden die Grundlagen für eine Bioprozessentwicklung. Für diese Leistungen wird er den Dechema-Preis 2008 erhalten.

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Prof. Wiechert vor den Bioreaktoren im Biotechnikum des Forschungszentrums Jülich Bild: Universität Siegen
Prof. Wiechert vor den Bioreaktoren im Biotechnikum des Forschungszentrums Jülich Bild: Universität Siegen
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Dechema-Preis 2008 der Max-Buchner-Forschungsstiftung wird in diesem Jahr an Prof. Dr. Wolfgang Wiechert von der Universität Siegen verliehen. Prof. Wiechert befasst sich mit seiner Arbeitsgruppe seit 15 Jahren mit der Vermessung und quantitativen Beschreibung biologischer Netzwerke. So war er maßgeblich beteiligt an der Entwicklung einer Methode zur Quantifizierung von Stoffflüssen in lebenden Zellen. Als Ergebnis einer Stoffflussanalyse wird sichtbar, wie die einzelne Zelle den aufgenommenen Nährstoff (meist Glukose) im Stoffwechsel umsetzt und für die Energiegewinnung oder den Aufbau der Zellmasse nutzt. Die Stoffflussanalyse wird heute weltweit als Werkzeug eingesetzt, um den Effekt genetischer Veränderungen im Zuge der Entwicklung biotechnologischer Produktionsstämme zu diagnostizieren. Mit der Messung der Stoffflüsse ist noch nicht geklärt, warum in einer Zelle gerade diese Flussverteilung vorliegt. Um mehr über die Regulationsnetzwerke einer Zelle zu erfahren, befasste sich die Siegener Gruppe mit der Auswertung so genannter Pulsexperimente. Dies ist ein Experiment, bei dem der Nährstoff Glukose nach einer Hungerphase schlagartig bereitgestellt wird. Zellen reagieren auf ein solches plötzliches Überangebot mit sich schnell verändernden Stoffflüssen in den biochemischen Netzwerken. Durch Auswertung dieser Daten auf der Grundlage von mathematischen Modellen konnten Aussagen über die Regulationsmechanismen abgeleitet werden. Dieser Weg führt schrittweise zu einer quantitativen durch mathematische Modelle gestützten Sicht der Zelle. Diese dient dann Ingenieuren als Grundlage für eine Bioprozessentwicklung. Der Preis wird am 28. November im Rahmen eines Festkolloquiums durch den Vorsitzenden der Dechema und Evonik-Vorstandsmitglied Dr. Alfred Oberholz überreicht.

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