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Geschäftsreisen Sieben Tipps für das richtige Verhalten in China

| Autor: Stéphane Itasse

Chinas Kultur ist von Traditionen geprägt, die teilweise ganz anders sind als bei uns. Um die Geschäftspartner nicht zu brüskieren, ist es daher wichtig, einige Verhaltensweisen zu beachten. Die wichtigsten haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengestellt.

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China lockt mit seiner Wirtschaftskraft, doch wer dort ins Geschäft kommen will, muss sich richtig verhalten.
China lockt mit seiner Wirtschaftskraft, doch wer dort ins Geschäft kommen will, muss sich richtig verhalten.
(Bild: Siemens)

1. Tipp: Die richtige Begrüßung

Schon die Begrüßung ist gar nicht so einfach. Während bei uns ein fester Händedruck als Zeichen von Tatkraft und Entschlossenheit gilt, empfinden Chinesen das meistens als unangenehm. Allenfalls sanft zudrücken ist besser, zugleich eine leichte Verbeugung und den Blick etwas senken.

2. Tipp: Etikette und Hierarchie beachten

Wenn dann zur Vorstellung die Visitenkarten überreicht werden, ist ebenfalls die chinesische Etikette angesagt. Zwar sind sich die Beobachter nicht ganz einig, ob man die Visitenkarte seines Gegenübers unbedingt mit beiden Händen entgegennehmen muss oder ob das überbewertet ist – doch schaden kann es nicht. Auch die eigene Visitenkarte wird genauso überreicht und dabei so gehalten, dass die Schrift für den Empfänger lesbar ist. Der überreichten Visitenkarte sollte man Aufmerksamkeit schenken; wenn man sie sofort wegsteckt, drückt das Missachtung für den Gesprächspartner aus. Auch die Hierarchie spielt in der chinesischen Gesellschaft eine andere Rolle als in Europa: Ältere Menschen kommen vor jüngeren, Männer vor Frauen. Für Besucher aus dem Westen heißt das, dass man ranghöchste Personen zuerst begrüßt. Wer das ist, ist einfach zu sehen – die ranghöchste Person kommt immer als erste in den Raum.

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3. Tipp: Auf anderes Verhalten im Gespräch einstellen

Hat das Gespräch begonnen, muss man sich als Europäer weiterhin umgewöhnen. Während im Westen ein bestimmter Blick in die Augen des Gegenübers als aufmerksames Zuhören oder gar als Ausdruck von Stärke gilt, empfinden Chinesen ein solches Verhalten als aufdringlich oder unangenehm. Besser ist es, bei Gesprächen zur Seite zu schauen. Anders ist es beim Trinken: Wenn man gemeinsam anstößt, schaut man sich in die Augen. Auch andere nonverbale Verhaltensweisen sind wichtig. Zum Beispiel sollte man nicht mit der Schuhsohle auf sein Gegenüber oder mit einem einzelnen Finger auf andere Menschen zeigen, besser ist das mit der flachen Hand. Unschicklich ist es auch, etwas mit dem Fuß zu verschieben oder die Beine übereinanderzuschlagen.

4. Tipp: Konfrontation und direkte Aussprache vermeiden

Auch beim Sprechen sollte man ein Wort möglichst vermeiden: Nein. Das gilt als Affront und es besteht die Gefahr, dass der Gesprächspartner sein Gesicht verliert. Besser ist es, einer Auseinandersetzung von vorneherein aus dem Weg zu gehen. Wenn man ein Zögern oder eine Ablehnung ausdrücken möchte, kann man sich mit Sätzen wie „Das könnte etwas schwierig werden“ oder „Ich werde es versuchen“ besser behelfen Auch die eigenen Wünsche und Ziele sollte man besser indirekt formulieren.

5. Tipp: Anständiges Verhalten ist in China anders definiert

Was beim Verhalten als anständig gilt oder nicht, kann durchaus zwischen Ost und West abweichen. So empfinden es Chinesen als eklig, wenn man sich die Nase putzt, erst recht bei Gesprächen oder gar beim Essen. Als Europäer sollte man dafür auf die Toilette gehen. Umgekehrt finden Chinesen nichts dabei, beim Essen zu schlürfen, zu schmatzen oder zwischendurch zu rülpsen.

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6. Tipp: Geschenke helfen nach wie vor

In Zeiten von Korruptionsüberwachung und Compliance ist ein Thema komplizierter geworden: die Geschenke. Im chinesischen Geschäftsleben sind sie nach wie vor gerne gesehen. Einpacken sollte man sie in rotes, rosa oder gelbes Papier, denn diese Farben bedeuten in China Lebensfreude. Ein Fauxpas wäre hingegen weißes Papier, denn das symbolisiert den Tod. Aus dem gleichen Grund sollte man nicht vier Dinge einer Sache sowie Blumen oder Uhren verschenken. Gut geeignet sind hingegen Pralinen, Bonbons, Werbegeschenke der Firma und alkoholische Spezialitäten. Erhält man ein Geschenk, sollte man es so machen wie die chinesischen Geschäftspartner: nicht gleich auspacken, sondern erst einmal zur Seite stellen. Sonst gilt man als gierig.

7. Tipp: Das gemeinsame Essen genießen

Eine wichtige Rolle in Chinas Kultur spielt auch das gemeinsame Essen. Geht man ins Restaurant, bestellt der Gastgeber für alle. Jede Speise sollte zumindest probiert werden. Wer etwas auf keinen Fall essen möchte, kann es zum Beispiel mit einer Allergie begründen oder für die Dauer der Reise zum Vegetarier werden. Aufessen ist nicht angesagt: Es wird nachgefüllt, bis man einen kleinen Rest in der Schüssel lässt. Tabu ist es, die Stäbchen zu kreuzen, getrennt oder quer abzulegen oder aufrecht in die Reisschale zu stellen.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke MM Maschinenmarkt.

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