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Powtech 2016 Sicherheit, Effizienz und Flexibilität: Trendthemen auf der Powtech

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Vom 19. bis 21. April 2016 werden in Nürnberg rund 900 Aussteller die neuesten technologischen Entwicklungen rund um das Herstellen, Verarbeiten und Handling von Pulvern, Granulaten und Schüttgut präsentieren. Lesen Sie schon jetzt wo die Trends bei Chemie, Pharma und Lebensmittel liegen.

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Vom 19. bis 21. April 2016 versammelt die Powtech erneut Experten der mechanischen Verfahrenstechnik in Nürnberg.
Vom 19. bis 21. April 2016 versammelt die Powtech erneut Experten der mechanischen Verfahrenstechnik in Nürnberg.
(Bild: Nürnberg Messe)

Nürnberg – Im April ist es wieder soweit – Powtech-Zeit. Dann wird sich in Nürnberg alles um das Herstellen, Verarbeiten und Handling von Pulvern, Granulaten und Schüttgut drehen. Doch wo setzt die Messe die Trends? Experten aus der Nahrungs- und Futtermittelindustrie finden auf der Powtech beispielsweise Lösungen zur Integration des betrieblichen Energiemanagements in Prozessleitsysteme. Die Pharmaindustrie profitiert von einer Vielzahl an Steriltechnik- und Containment-Lösungen. Schüttgut-Spezialisten aus der Chemie wiederum werden in Nürnberg der Frage nach gehen, wie die spezifischen Produktionsprozesse flexibler und effizienter gestaltet werden können.

Chemie: Mischtechnik als Schlüsseltechnologie

Der Veranstalter der Powtech sieht in der chemischen Produktion einen klaren Trend zu vielfältigeren und höherwertigen Produktportfolios. Somit werden immer mehr chemische Produkte werden also zukünftig das Resultat aus nacheinander stattfindenden Synthesestufen sein. Diese Chemikalien werden vielfach in hochleistungsfähigen Pulvermischern aufbereitet und im Anschluss daran abgefüllt und verpackt. Dabei liegen die Wirkstoffe meist hochrein und in extrem hoher Konzentration vor, was natürlich besondere Anforderungen an die Mischtechnik und die verwendeten Maschinen stellt. Matthias Böning, Vertriebsleiter von Amixon, definiert das Anforderungsprofil wie folgt: ideale Mischgüten, mikrofeine Desagglomeration, kurze Mischzeiten, hochgradige Restentleerung sowie flexible Einsetzbarkeit für variierende Füllgrade.

„Im Hinblick auf die regelmäßig stattfindende Nassreinigung fordern die Betreiber darüber hinaus auch eine hygienische Apparateausführung in kompakter und platzsparender Bauart“, erklärt Böning weiter. „Es gibt in der Industrie Tendenzen, möglichst viele Aufbereitungsschritte in kleineren Chargen bei erheblich verkürzter Prozesszeit zu vollziehen. Wir haben die hieraus resultierenden Anforderungen an einen Mischer als Entwicklungsaufgabe definiert und ein neues Mischsystem hervorgebracht, das innerhalb von nur 20 bis 60 Sekunden ideale Mischgüten erzielt – und das trotz geringer Drehfrequenzen der Mischwerkzeuge. Rotationssymmetrische Verschlusselemente senken sich nur wenige Zentimeter und gestatten die Totalentleerung innerhalb von Sekunden. So ist es möglich, mit kleinen Mischern große Volumenströme zu homogenisieren.“

Lebensmittel: Prozessleitsysteme

Gerade die Nahrungsmittelindustrie sucht nach Lösungen für das Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie, von wirtschaftlicher Fertigung und Verantwortung gegenüber Umwelt, Verbrauchern und Gesetzgeber. Schließlich erweist sich die Umsetzung eines systematischen Energiemanagements nach weltweit gültiger ISO-Norm nicht nur als Schlüssel für signifikante Einsparungen bei den Betriebskosten, sondern auch als wirkungsvolles Marketinginstrument und deutlicher Wettbewerbsvorteil – nicht zuletzt dank der teilweisen Befreiung von der EEG-Umlage bzw. der zukünftigen Entlastung von der Strom- und Energiesteuer.

Erste Antworten bekommen Food- und Feed-Spezialisten bei einem Besuch der Powtech. Die Aussteller werden Prozessleitsysteme zeigen, die nicht nur die Rezeptursteuerung, die Rückverfolgbarkeit oder das Erfassen der Materialströme beinhalten; es werden vielmehr hochmoderne Softwarelösungen präsentiert, deren leistungsfähige Echtzeitdatenbanken sämtliche fertigungsrelevanten Daten – auch die Energiekennzahlen – ermitteln und aufbereiten können. So hat die Firma Proleit zum Beispiel die neueste Version ihrer MES-Lösung im Gepäck: „Die Implementierung dieser Produktneuheit ist unabhängig von unserem Prozessleitsystem möglich. Daten können über alle Produktionsbereiche hinweg ausgewertet und zu Berichten zusammengefasst werden“, erklärt Adrian Veit, Leiter der Marketingabteilung der Proleit.

Pharma: Containment

Fortschrittliche Medikamenten-Neuentwicklungen, etwa zur Anwendung in der Krebstherapie, setzen immer häufiger auf hochaktive Wirkstoffe, die in der Herstellung sterile Bedingungen erforderlich machen. Mehr noch: Der Kontakt zwischen Mitarbeiter und Produkt muss vollständig vermieden werden.

Möglich machen dies Containment-Lösungen, bei denen die Produktionsprozesse gänzlich abgeschirmt und isoliert ablaufen. Auf der Powtech 2016 demonstriert etwa die Leistritz Extrusionstechnik, wie eine Anlage gebaut werden kann, die den höchsten Schutzanforderungen nach Operator Exposure Level (OEL) 5 genügt. „Eine solche Komplettanlage umfasst neben der Dosierung und dem Extruder auch einen Isolator mit speziellen Designelementen für die Reinigung und Ausschleusung der Prozessteile“, erklärt Albrecht Huber, Head of Business Unit Pharma Extrusion bei Leistritz. „Die Pharmaextrusion ist ein vielfältig einsetzbares Verfahren zur Herstellung von festen Formen und umfasst Folgetechnologien zum Kühlen und Formgeben.“

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