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Extrusion von Biowerkstoffen Senkt den CO2-Fußabdruck und spart Wasser

Redakteur: Sabine Mühlenkamp

Das schwedische Unternehmen Rencom AB hat den Produktionsbeginn von Renol angekündigt, einen thermoplastischen Biowerkstoff, der als Ersatz von Kunststoffen auf fossiler Grundlage verwendet werden kann.

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Unter dem Namen Renol wird der thermoplastische Biowerkstoff angeboten.
Unter dem Namen Renol wird der thermoplastische Biowerkstoff angeboten.
(Bild: Coperion)

Im Anschluss an umfassende Tests im Extrusions-Technikum von Coperion in Stuttgart haben Rencom und Coperion den Extrusionsprozess für Renol entwickelt, einem auf Lignin basierendem Material. Damit kann Lignin in einen haltbaren, wiederverwendbaren Biowerkstoff umgewandelt werden.

Coperion lieferte dafür einen ZSK Doppelschneckenextruder, gravimetrische Dosiervorrichtungen, ein Stranggranuliersystem, eine Lignin-Sackentleerstation und eine Big-Bag-Station an Rencom. Die Produktion begann bereits planmäßig. Zukünftig lassen sich über 1.000 Tonnen Renol pro Jahr produzieren.

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Die patentierte Technologie von Rencom basiert auf Lignin, einem Nebenprodukt aus der Holzverarbeitungsindustrie, das in ein erneuerbares Hochleistungsmaterial umgewandelt wird und Kunststoff ersetzen kann. Renol kann in Verhältnissen von bis zu 50 Prozent in Anwendungen wie Folien (Einkaufstaschen, Mulchfolien oder Tragetaschen), Spritzguss (Möbel und Automobilteile) und als Füllstoff für Kunstrasen-Fußballplätze dienen, wobei toxischer und nicht abbaubarer Gummi ersetzt wird. Der Werkstoff kann direkt in vorhandener Produktionsinfrastruktur ohne jegliche Veränderungen an Maschinen oder Methoden verwendet werden.

Mit einem sehr niedrigen CO2-Fußabdruck und Wasserverbrauch sowie seinen mechanischen und physikalischen Eigenschaften ist Renol eine Lösung, um die Verwendung von Kunststoffen auf fossiler Grundlage zu verringern oder sogar zu ersetzen.

Coperion hat dafür in Zusammenarbeit mit Rencom ein komplettes Extrusionssystem entworfen. Die ZSK Mv Plus-Baureihe vereint ein optimal aufeinander abgestimmtes großes freies Schneckenvolumen mit hohen Schneckendrehzahlen und einem hohen spezifischen Drehmoment. Dank der tief geschnittenen Schneckengänge ist die thermische Belastung des Rohmaterials sehr gering und das Produkt wird sehr schonend verarbeitet.

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