Große PROCESS-Umfrage

Security-Konzepte in Automatisierungs-Systemen – wer kümmert sich?

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Gemeinsam die Aufgaben lösen

Das meiste Vertrauen schenken die Umfrage-Teilnehmer dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), gefolgt von der Namur. Den eigenen IT-Abteilungen traut man diese Aufgabe offenbar am Wenigsten zu. Generell glauben die Teilnehmer, dass diese Aufgaben nur gemeinsam von Herstellern, Verbänden und Anwendern zu lösen sind.

Tipp der Redaktion: Netwars – Krieg im Netz, eine Dokumentation auf Arte (lief am 15. April 2014). Im Zeitalter des Cyberkriegs ist die moderne Industrietechnik in Gefahr, denn ihre digitale Technologie hat zahlreiche Schwachstellen. Unsere gesamte Infrastruktur ist inzwischen komplett automatisiert und vernetzt. Das rächt sich nun, denn die „Netwars“ sind bereits voll im Gange …

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Ein erster Schritt in diese Richtung scheint gemacht. So steht die Namur in engem Kontakt mit dem BSI, DKE und ZVEI – eine Namur-Empfehlung (NE) ist in Arbeit. Bis diese Forderung umgesetzt werden kann, sind allerdings noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Allen voran wird mehr IT-Kompetenz bei Leitsystem-Herstellern, aber auch bei Betreibern und Engineering-Planern und Herstellern gefordert.

Die größten Herausforderungen sehen Anwender in der Komplexität und Systemvielfalt. Dicht gefolgt vom fehlenden IT- bzw. Security-Know-how der Automatisierungshersteller und von der Tatsache, dass bereits vorhandene Fehler aus der Vergangenheit schwer zu korrigieren sind. Beispielhaft soll das folgende Zitat eines Teilnehmers genannt werden: „Alle wollten Windows als Betriebssystem für Automatisierungssysteme, jetzt kämpft man mit den Folgen, wie die offenen Schnittstellen.“

Ausblick

Die Umfrage zeigt jedoch deutlich, warum das Thema Security in der Prozessautomatisierung noch nicht tiefer im Bewusstsein der Anwender angekommen ist. „In der Praxis dauere die Integration von Maßnahmen immer noch zu lange“, gab ein Teilnehmer zu bedenken. Dies sei auch der Tatsache geschuldet, dass es zu wenige Ressourcen gäbe, um sich im Alltagsgeschäft um das Thema zu kümmern. „Bei den Anlagenbetreibern hat das Thema schlicht zu geringe Priorität – bis dann mal was passiert“, lautete das ernüchternde Fazit eines der Befragten.

* Die Autorin ist freie Mitarbeiterin bei PROCESS.

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