Prozessoptimierung Sechs Software-Trends in der Prozessindustrie

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Energie- und Rohstoffeffizienz, Modularisierung und Automatisierung – neben den Dauerthemen der Prozessindustrie sind für 2017 einige wichtige Software-Entwicklungen zu beobachten. Der Service-Anbieter Aspen Technology hat dazu die Prognosen vier seiner Experten in den wichtigsten Fachgebieten eingeholt.

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Prozesssimulationssoftware, Echtzeit-Optimierung, Cloud und automatisierte Geschäftsprozesse sind in der Prozessindustrie auf dem Vormarsch.
Prozesssimulationssoftware, Echtzeit-Optimierung, Cloud und automatisierte Geschäftsprozesse sind in der Prozessindustrie auf dem Vormarsch.
(Bild: Aspen Tech)

1. Innovative Geschäftsprozesse gehören in Vorstandsetagen

Jetzt ist die richtige Zeit um innovative Geschäftsprozess einzuführen. Unternehmen in der EPC-Industrie und ihre Kunden wissen, dass es in Zeiten rückläufiger Investitionsprojekte entscheidend ist, Geschäftsprozesse zu automatisieren. Die Mehrheit der Unternehmen ist mit gegenwärtigen Lösungen unzufrieden: Viele nutzen auch bei komplexen Investitionsvorhaben nach wie vor Excel-Worksheets. Zu den wichtigsten Vorstandsthemen bei Auftraggebern in Öl-, Gas-, Chemie- und Engineering-Unternehmen wird 2017 daher eine bessere Unternehmensperformance bei Ausschreibungsverfahren und dem Front-End bei Projektabwicklungen gehören. „Die Implementierung von Kostenkalkulations-Software eröffnet zusammen mit kollaborativen Geschäftsprozessen viel Potential für Verbesserungen bei Investitionsprojekten – Kapitalkosten lassen sich um bis zu 25% senken“, erklärt Ron Beck, Engineering and Construction (E&C) Industry Marketing Director von Aspen Tech.

2. Datenerfassungs-Software wettbewerbsentscheidend

Eine entscheidende Rolle wird auch Software zur Daten- und Wissenserfassung übernehmen. Modellbasierte Kostenvorkalkulationen schaffen angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels und den steigenden Druck auf EPC-Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil bei der Erstellung genauerer Kostenvoranschläge und Ausschreibungsunterlagen. „Unternehmen, die Lösungen für modellbasierte Kalkulationen einsetzen, sind effizienter, agiler und schneller und können so die spezifische Kalkulationsgrundlage und die Projektkostenhistorie eines Unternehmens ermitteln“, so Beck.

3. Prozess-Simulationssoftware löst LP-Lösungen ab

LP-Entscheidungsmodelle werden von Anlagenplanern traditionell dazu genutzt, um Optionen und Entscheidungsvariablen zu evaluieren und eine optimale Lösung zu finden (LP steht in diesem Kontext für „lineare Optimierung“). In Raffinieren lässt sich mit den Modellen jedoch nur für Teilbereiche des Betriebs gültige Aussagen treffen. Zudem fehlt diesen Tools die automatische Aktualisierung, so dass sie schnell obsolet und ineffizient werden. „Raffinerien werden daher verstärkt auf Prozess-Simulationssoftware setzen, mit der sie Kernkomponenten der Anlage wie Reaktoren und Destillationseinheiten präzise simulieren können“, erklärt Doug McCallum, Energy Industry Marketing Director von Aspen Tech.

4. Echtzeit-Optimierung auf dem Vormarsch

APC-Modelle weichen unvermeidlich im Laufe der Zeit vom tatsächlichen Anlagenbetrieb ab und müssen daher kontinuierlich angepasst werden. Die Folge sind Stillstandszeiten der Anlage. Unternehmen werden daher in entsprechende Tools investieren, die eine Aktualisierung im laufenden Betrieb erlauben. „Anpassungen erfolgen so häufiger und die Modelle gewinnen an Genauigkeit”, erklärt Tushar Singh, Product Marketing Manager von Aspen Tech. „Für Energie- und Chemieunternehmen bedeutet dies nachhaltige und langfristige Vorteile über den gesamten Lebenszyklus des Controllers hinweg.“

5. SCM geht in die Cloud

 

Nach Laura Rokhol, Director of Product Marketing bei Aspen Tech, finden sich mehr und mehr Supply-Chain-Lösungen in der Cloud. „Das Interesse der Unternehmen wächst spürbar. Gleichzeitig verabschieden sich immer mehr Kunden von Supply-Chain-Lösungen die auf ERP-Systemen basieren. Die Möglichkeiten dieser Tools für Planungs- und Disposition sind einfach zu begrenzt.“

6. Unsicherheiten am Markt treiben ROI nach oben

Die unsichere Wirtschaftslage und damit verbundene Risiken bei der Projektrealisierung führen dazu, dass Unternehmen einen höheren Return on Investment (ROI), kürzere Amortisationszeiten und einen hohen Kapitalwert (NVP) erzielen möchten.. „Wir sehen, wie Unternehmen wiederholt bestehende SCM-Lösungen und Strategien ersetzen, da sie ihren aktuellen Anforderungen nicht mehr entsprechen“, so Rokhol.

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