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Quartalsbericht Schwieriger Solarmarkt dämpft Ergebnis von Wacker im zweiten Quartal

| Redakteur: Alexander Stark

Wacker hat im zweiten Quartal 2019 den Umsatz und das Ebitda gegenüber dem Vorquartal gesteigert, die entsprechenden Vorjahreswerte aber nicht erreicht. Im Berichtsquartal fielen die Umsatzerlöse des Münchner Chemiekonzerns um 5 % geringer aus als im Vorjahr. Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren insgesamt niedrigere Preise, vor allem für Solarsilicium, aber auch für Standardsilicone.

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„Zur Mitte des Jahres zeigt sich unser Chemiegeschäft in einer insgesamt soliden Verfassung“, so Wacker-Konzernchef Rudolf Staudigl.
„Zur Mitte des Jahres zeigt sich unser Chemiegeschäft in einer insgesamt soliden Verfassung“, so Wacker-Konzernchef Rudolf Staudigl.
(Bild: Wacker)

München – Wacker hat im zweiten Quartal 2019 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 210,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Das sind 19 % weniger als im Vorjahr (260,5 Millionen Euro). Maßgeblich für diesen Rückgang waren die erheblich geringeren Durchschnittspreise für Solarsilicium und niedrigere Preise für Standardsilicone. Daneben haben auch gestiegene Energiekosten das Ebitda gemindert. Gegenüber dem Vorquartal (142,0 Millionen Euro) hat das Unternehmen das Ebitda dagegen um 48 % gesteigert.

Im Vergleich mit dem Vorquartal (1235,70 Millionen Euro) ist der Umsatz vor allem mengenbedingt um 3 % gewachsen. Zusätzlich zu diesem Umsatzplus hat ein Sonderertrag das Ebitda erhöht. Der Konzern hat im Berichtsquartal erhaltene Anzahlungen in Höhe von 19,0 Millionen Euro aus Vertrags- und Lieferbeziehungen mit einem Solarkunden einbehalten. Für die drei Monate April bis Juni 2019 ergibt sich im Konzern eine Ebitda-Marge von 16,6 % (Q2 2018: 19,6 %). Im Vorquartal hatte sie 11,5 % betragen.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) summiert sich im Berichtsquartal auf 70,7 Millionen Euro (Q2 2018: 125,0 Millionen Euro). Das sind 43 % weniger als vor einem Jahr und entspricht einer Ebit-Marge von 5,6 % (Q2 2018: 9,4  %). Gegenüber dem ersten Quartal 2019 (0,1 Millionen Euro) ist das Ebit dagegen stark gewachsen. Neben den bereits genannten Faktoren haben auch die im Jahresvergleich höheren Abschreibungen das Ebit gemindert. Sie beliefen sich im Berichtsquartal auf 140,0 Millionen Euro (Q2 2018: 135,5 Millionen Euro). Das sind 3 % mehr als vor einem Jahr. Hier wirkt sich neben Wechselkurseffekten vor allem der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 16 aus, der die Bilanzierung von Leasingverhältnissen regelt. Das Periodenergebnis des Berichtsquartals summiert sich auf 37,2 Millionen Euro (Q2 2018: 83,5  Millionen Euro) und das Ergebnis je Aktie beläuft sich auf 0,68 Euro (Q2 2018: 1,59 Euro).

Die Prognose für das Gesamtjahr 2019 bleibt gegenüber dem im Geschäftsbericht 2018 veröffentlichten Ausblick unverändert. Wacker erwartet den Konzernumsatz 2019 weiterhin um einen mittleren einstelligen Prozentsatz höher als im Vorjahr (4978,8 Millionen Euro). Das Ebitda wird voraussichtlich um 10 bis 20 % unter dem Vorjahreswert (930,0 Millionen Euro) liegen. Auf Grund der weltweit nachlassenden konjunkturellen Dynamik und der bislang noch ausstehenden Belebung im chinesischen Solarmarkt erwartet der Konzern das Ebitda des Gesamtjahres jetzt eher am unteren Ende dieser Spanne.

Die Investitionen werden bei rund 400 Millionen Euro und damit unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Beim Konzernjahresüberschuss rechnet das Unternehmen mit einem deutlichen Rückgang. Der Netto-Cashflow soll deutlich positiv sein und deutlich über dem Vorjahr liegen. Die Nettofinanzschulden werden über dem Niveau des Vorjahres erwartet. Hier wirkt sich die erstmalige Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 aus, der jetzt auch die Einbeziehung der Leasingverbindlichkeiten in die Berechnung der Finanzschulden verlangt.

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