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Blitz-Dienst

Schweinfurt ist Deutschlands Blitz-Hauptstadt 2015

| Redakteur: Tobias Hüser

Die bayerische Stadt Schweinfurt ist Deutschlands Blitz-Hauptstadt 2015. Der Blitz-Informationsdienst von Siemens (Blids) registrierte dort im vergangenen Jahr 4,5 Blitzeinschläge pro Quadratkilometer. Dahinter folgen der Erzgebirgskreis mit 4,3 und der Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit 4,1. Die geringste Blitzdichte verzeichneten die Stadt Kiel mit 0,18

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Die Deutschlandkarte zeigt die Städte und Landkreise mit der durchschnittlichen Anzahl der Blitzeinschläge pro Quadratkilometer.
Die Deutschlandkarte zeigt die Städte und Landkreise mit der durchschnittlichen Anzahl der Blitzeinschläge pro Quadratkilometer.
( Bild: Siemens )

München – Insgesamt registrierte BLIDS 2015 bundesweit 549.784 Blitze, etwa acht Prozent weniger als im Vorjahr. 2014 lag Cottbus mit 8,42 Blitzen pro Quadratkilometer an der Spitze. „Im Jahr 2015 gab es in Deutschland auffallend wenige Gewitter", erklärte Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes. „Mit rund 550.000 Blitzeinschlägen haben wir nur halb so viele Blitzeinschläge registriert wie etwa im unwetterstarken 2007, in dem es rund 1,1 Millionen waren. Die diesjährige Blitz-Hauptstadt Schweinfurt ist dabei eine Überraschung. Denn die Stadt gehört eigentlich nicht zu den besonders blitzreichen Regionen."

Der Blitz-Informationsdienst von Siemens nutzt rund 160 verbundene Messstationen in Europa und betreut das Messnetz in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Polen, Benelux, Tschechien, der Slowakei und Ungarn. „Aus den Daten der Messstationen können wir bis auf 200 Meter genau ermitteln, wo gerade ein Blitz eingeschlagen hat. Zum Schutz von Menschen, Technik und Infrastruktur analysiert Siemens seit 1991 die registrierten Blitze und sendet umgehend Warnhinweise an unsere Gewitteralarm-Kunden", sagte Thern.

Industrieunternehmen nutzen Blitzdienst

Genutzt wird der Dienst unter anderem von Wetterdiensten, Industrieunternehmen sowie Betreibern von Stromnetzen. Die Informationen sind zum Beispiel für Betreiber von Überlandleitungen relevant. So können diese, wenn eine Leitung ausfällt, schnell klären, ob ein Blitz oder ein umgestürzter Baum für den Stromausfall verantwortlich ist.

Im Langzeitvergleich von 1999 bis 2015 liegen der Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit durchschnittlich 4,5 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer und der Landkreis Berchtesgadener Land mit 4 an der Spitze. Tendenziell gibt es in den südlichen Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg besonders viele Blitzeinschläge, während in Schleswig-Holstein eher wenige zu verzeichnen sind. Das hängt von den jeweiligen Temperaturen und der Großwetterlage ab.

Genau vorhersagen lassen sich Blitze dabei nicht. „Man kann nur sehen, dass sich ein Gewitter beziehungsweise eine Gewitterfront aktuell mit einer bestimmten Geschwindigkeit in eine bestimmte Richtung bewegt. Aber eine Garantie, dass das Gewitter auch auf diesem Kurs bleibt, gibt es nicht", so Thern. „Unser Ziel ist es daher, zukünftig den Verlauf von Gewittern noch präziser vorherzusagen. Dazu arbeiten wir mit Wetterdiensten zusammen an Lösungen, mit denen durch Beobachtung der Blitzaktivität und anderer Wetterparameter die Zugrichtung der Gewitterzelle berechnet wird."

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