Rohrabzweigungen in der pneumatischen Förderung Schüttgut auf getrennten Wegen in der pneumatischen Förderung

Autor / Redakteur: Christian Leichnitz / Wolfgang Geisler

Zu den Verteilsystemen im Rohrbau für pneumatische Fördesysteme gehören Zwei-Wege-Verteilungen, die auch als Klappkästen bezeichnet werden. Ähnlich wie bei einer Weiche wird von einem Einlauf auf zwei Ausläufe aufgeteilt.

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Abb. 1: Asymmetrischer Klappkasten in eckiger Ausführung mit Verschleißschutzauskleidung aus Pur (Kryptane); Atex-gerecht mit pneumatischem Drehantrieb mit AS-i-Bus-Schnittstelle
Abb. 1: Asymmetrischer Klappkasten in eckiger Ausführung mit Verschleißschutzauskleidung aus Pur (Kryptane); Atex-gerecht mit pneumatischem Drehantrieb mit AS-i-Bus-Schnittstelle
(Bild: Noro / Fotograf: Thorsten Springer, Thorsten Springer, photography | post production)

Seit nunmehr 30 Jahren produziert Noro Rohr- und Verteilsysteme für unterschiedlichste Anwendungen. Durch Neu- und Weiterentwicklungen insbesondere bei den letztgenannten entstanden im Laufe der Zeit verschiedenste Ausführungen, mit denen das Lieferprogramm für die pneumatische Förderung stetig ausgebaut wurde.

Das Grundprinzip der Rohrabzweigung

Im Innenbereich eines solchen Zweiwegeverteilers verschließt eine Klappe einen der beiden Ausläufe, wodurch der pneumatisch geförderte Produktstrom in den anderen Auslauf geleitet wird. Klappkästen in symmetrischer Bauweise verzweigen einen vertikal ankommenden Produktstrom, während asymmetrische Klappkästen im schrägen Rohrverlauf verzweigen. Auch so genannte Mehrwege-Verteilungen mit drei oder mehr Ausläufen gibt es, sowohl als Klappkästen wie auch als Drehrohrverteiler (s.a. Mühlenkamp 2012).

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Mittlerweile gibt es für fast jede Anwendung eine spezialisierte Ausführung. Neben Ausführungen in unterschiedlichen Material- oder Oberflächen-Qualitäten werden runde und eckige Klappkästen, mit und ohne Dichtung, wahlweise mit speziellem Verschleißschutz sowie mit verschiedensten elektrischen oder pneumatischen Antrieben ausgestattet. Die so über die Jahre entstandene Vielfalt deckt annähernd jeden Bedarf.

Es begann alles mit dem runden Klappkasten mit Innenkragen, der auch heute noch sehr häufig verwendet wird. Der Schüttgutstrom wird durch einen Innenkragen gelenkt. Es kommt eine runde Klappe zum Einsatz, die wahlweise mit und ohne Dichtung gefertigt ist. Diese Ausführung wird insbesondere dann verwendet, wenn es um die schleißarme Förderung von empfindlichen Schüttgütern geht. Das runde Design der Klappe sorgt für eine sanfte Umlenkung des strömenden Schüttguts, wodurch eine Schädigung des Produktes weitestgehend vermieden wird. Diese Ausführung punktet vor allem mit ihrem besonders geringen Platzbedarf, verfügt sie doch über die niedrigste Bauhöhe aller lieferbaren Modelle.

Bei erhöhten Dichtigkeits-Anforderungen im System kommen heutzutage vornehmlich eckige Klappkästen zum Einsatz, die sich sehr gut abdichten lassen. Neben einer Klappendichtung bieten sie auch eine Abdichtung unter der Welle, wobei beide wechselbar sind. Durch den generellen Einsatz kugelgelagerter Wellen sinken die Betätigungskräfte und erhöht sich die Systemsicherheit.

Der wesentliche Vorteil aller eckigen Klappkästen liegt in der variablen Einbaulage. Während runde Klappkästen nur in den vorgesehenen Einbaulagen eingesetzt werden dürfen, gibt es für eckige Klappkästen kaum Einschränkungen.

Rohrabzweigungen standardisiert

Die Klappkästen von Noro werden nur noch mit standardisierten Aufnahmen gefertigt, die mittels standardisierter Trägersysteme sämtliche Standard-Antriebe und Endlagenschalter aufnehmen können. Die durch die modulare Bauweise ermöglichte Vorhaltung der Baugruppen am Lager schafft die Voraussetzung für optimale Verfügbarkeit.

Als weiteren Vorteil lässt sie bei asymmetrischen Ausführungen auch den Wechsel der Antriebsseite zu. Damit kann man sehr viel flexibler auf die Begebenheiten am Einsatzort reagieren: allein die Verwendung verschiedener elektrischer oder pneumatischer Antriebe sowie der Stellungsmelder sorgen für unzählige Variationsmöglichkeiten.

Verschleißschutz bei abrasiven Schüttgütern

Für die pneumatische Förderung stark schleißender Schüttgüter sind auch mit Verschleißschutz ausgekleidete Ausführungen lieferbar, die höhere Anforderungen an die Standzeit solcher Systeme erfüllen. Hier kommen technische Kunststoffe aus Polyurethan zum Einsatz, die es ermöglichen, auch äußerst abrasive Produkte auf Dauer sicher um zu lenken. Die verwendeten Kunststoffe können auch bei direktem Kontakt mit Lebensmitteln eingesetzt werden.

Insbesondere bei der Erweiterung bestehender Anlagen kann der Rohrverlauf nicht immer optimal ausgegt werden, was den Ver-schleiß im Allgemeinen stark erhöht. An diesen Stellen setzt man punk-tuell auf Rohrbau mit Verschleiß-schutz. Somit dürfen auch schleiß-geschützte Verteilsysteme nicht fehlen. Die Verwendung solch schleißgeschützter Anlagen-elemente nimmt seit Jahren kontinuierlich zu.

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Weitere Informationen zum Drehrohrverteiler

Mühlenkamp, S.: In die richtige Richtung gelenkt; Schüttgut Vol. 18 (2012), Nr. 6, S. 20/21.

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