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Eine Marke der PROCESS Gruppe

Kontiproduktion Schub für die kontinuierliche Produktion

| Autor/ Redakteur: Tobias Borgers / Anke Geipel-Kern

L.B. Bohle vereint im Technology Center zum ersten Mal alle Teile der kontinuierlichen Produktion – Das soll der Kontiproduktion in der Pharmaindustrie den entscheidenden Schwung versetzen.

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Das neue Technology Center enthält alles was der Pharmazeut für eine komplette Kontiproduktion braucht.
Das neue Technology Center enthält alles was der Pharmazeut für eine komplette Kontiproduktion braucht.
(Bild: Bohle)

Kontinuierliche Prozesse in der pharmazeutischen Produktion beschäftigen die Spezialmaschinenbauer von L.B. Bohle Maschinen + Verfahren schon seit Jahren. Jetzt soll das neue Technology Center den entscheidenden Schub bringen. Konstrukteure, Wissenschaftler, Pharmazeuten und IT-Entwickler haben erstmals in einer modularen Anlage den Regelkreis über den gesamten Prozess mit Produktion, Sensorik, Analytik und Steuerung geschlossen. „Sobald die Freigabe der FDA vorliegt, kann auch die Großserie starten, ohne erst aufwändig eine neue Produktionslinie zu entwickeln, aufzubauen und zu validieren,“ erklärt Dr. Hubertus Rehbaum, wissenschaftlicher Leiter bei Bohle.

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Zwei wesentliche Ideen bilden die Grundlage für das erfolgreiche Entwicklungsprojekt: Erstens müssen die besten Maschinen für die einzelnen Produktionsschritte physisch und datentechnisch optimal miteinander verknüpft werden. „Wir haben unsere anerkannte Premiumqualität in den Bereichen Granulation und Coating in die Waagschale gelegt und mit den Unternehmen Gericke und Korsch zwei weitere Technologieführer für das kontinuierliche Mischen/Dosieren bzw. das Tablettenpressen beteiligt“, sagt Initiator Lorenz Bohle.

Als zweites galt es, die Maschinen mit modernster Sensorik und Messtechnik auszustatten und über standardisierte Schnittstellen sämtliche Daten auf einer gemeinsamen Plattform zu integrieren. Diese Software-Integration schafft wiederum die Basis, um den kontinuierlichen Produktionsprozess permanent zentral zu überwachen, zu steuern und zu dokumentieren. „Neueste Verfahren der Spektroskopie wie NIR und Raman lassen diese präzise Messung und Analyse im Rahmen der einzelnen Produktionsschritte zu“, erklärt Rehbaum.

Deshalb seien mit Kaiser Optical Systems, Sentronic und Kraemer Elektronik die führenden Unternehmen auf diesem Gebiet in das Projekt einbezogen worden. Dennoch besteht eine große Herausforderung darin, diese gewonnen Daten auch direkt verarbeiten und nutzen zu können. Gemeinsam mit den IT-Partnern und den Wissenschaftlern der Universitäten mussten Modelle entwickelt werden, die verschiedenste Abläufe simulieren und entsprechende Maßnahmen bzw. Eingriffe definieren und automatisch einleiten. „Wir haben gemeinsam quasi die Intelligenz der Anlage entwickelt“, Rehbaum. Dieser „Evolutions-Prozess“ wird sich auch in Zukunft weiter fortsetzen.

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