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Digitalisierte Dokumentation Schluss mit dem Klemmbrett

| Autor / Redakteur: Helmut Bößmann* / M.A. Manja Wühr

Pharmaproduzenten kämpfen mit dem stetig wachsenden administrativen Aufwand in der Produktion. Für die rechtskonforme Umsetzung steigen viele auf digitale Lösungen um – etwa auf autoklavierfähige RFID-Transponder für regelmäßig zu überprüfende Anlagenbauteile.

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Digitale Lösungen zur regelkonformen Dokumentation von regelmäßig zu überprüfenden Anlagenbauteilen machen Schluss mit Klemmbrett und Zettelwirtschaft.
Digitale Lösungen zur regelkonformen Dokumentation von regelmäßig zu überprüfenden Anlagenbauteilen machen Schluss mit Klemmbrett und Zettelwirtschaft.
(Bild: © industrieblick/Fotolia.com)

Die vorgeschriebene regelmäßige Kontrolle von Arbeitsmitteln und Anlagenbauteilen ist ein ungeliebter Zeitfresser. Das arbeitsintensive Anhängsel dieser doch so notwendigen Anlagenkomponenten zieht sich, beginnend mit der Gefährdungsanalyse, wie ein roter Faden durch alle Produktionsbereiche. Der administrative und personelle Aufwand für eine sorgfältig erstellte und lückenlos geführte Dokumentation ist bislang enorm. In der Praxis führt das oft dazu, dass Mitarbeiter etwa bei einem Audit auf Nachfragen zu den geforderten Überwachungszyklen nur mit den Schultern zucken können.

Unter dem Motto „Vereinfachung von geschäftlichen Abläufen durch Digitalisierung“ bietet Mogema eine effektive und zeitminimierte Lösung für diese Notwendigkeit. Einige Anlagenbauteile werden serienmäßig, andere Bauteile nach Kundenwunsch, mit autoklavierfähigen RFID-Transpondern ausgestattet. Diese haben einen Durchmesser von 4,3 mm und eine Einbautiefe von nur 3,8 mm. In eine Bohrung verpresst sind sie fest mit dem Bauteil verbunden, ohne dass Kleb- oder Fixierstoffe nötig sind.

Automatisch rechtzeitige Erinnerung an Prüftermine

Jeder Transponder ist ein Unikat mit einer weltweit nur einmal vergebenen Kennung aus numerischen und alphanumerischen Zeichen. Ein Lesegerät kann diese Transpondernummer ohne großen Aufwand auslesen und via PC, Notebook, Tablet oder Smartphone an eine Datenbank weiterleiten. Die speziell entwickelten Lesegeräte lassen sich in alle Datenbanksysteme sowie die gängigen Unternehmenssoftware-Lösungen einbinden.

Ein Beispiel für mit RFID-Transpondern versehene Bauteile sind Sicherheits-Mischbatterien, die am Ort des Bedarfs aus Kaltwasser und Dampf, Heißwasser bis 95 °C bereitstellen. Jede Mischbatterie ist schon vor der Auslieferung in einer Datenbank erfasst und lässt sich so auch Jahre später noch dem Erst­empfänger und Lieferort zuordnen.

Ist die Datenbank des Anwenders mit einer Terminüberwachung gekoppelt, weist das System rechtzeitig auf anstehende Kontrollen und Prüfungen hin. Ein manuelles Nachhalten der Prüftermine entfällt. Ergänzend bieten die Transponder einen getrennten, nur für vorher festgelegte Personen zugänglichen Speicherbereich, der zusätzliche Informationen im Umfang bis 112 Zeichen aufnehmen kann. Hier können Anwender etwa den Ersteinbauort, die Anlagenzugehörigkeit, das Einbaudatum oder den verantwortlichen Mitarbeiter hinterlegen und mit einer gesonderten Software auslesen. Das Resultat sind sichere Prüfnachweise und eine saubere Dokumentation.

* Der Autor ist Leiter Projektmanagement bei Mogema, Wangen im Allgäu.

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