Großanlagenbau

Schiefergas sorgt für Lichtblicke

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Megaprojekte – Fehlanzeige

Insgesamt vermittelt der Lagebericht aber den Eindruck, als sei der Wettbewerb deutlich schärfer geworden. Dafür spricht z. B. die Tatsache, dass deutsche Großanlagenbauer in 2013 kein einziges der ausgeschriebenen Megaprojekt gewinnen konnten und das obwohl die Zahl deutlich steigt. „Im letzten Jahr konnte kein Einzelprojekt über 500 Millionen Euro eingebucht werden,“ sagte Knauthe. Die EPC-Fähigkeit sei eine ganz besondere Herausforderung, betonte er: „Kunden verlangen zunehmend die Übernahme der Gesamtverantwortung, die Zahl der mittelgroßen Vorhaben geht tendenziell zurück, Megaprojekte werden häufiger.“

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Hier sei vor allem die Politik gefragt, die Hermes-Deckungspolitik sei nicht mehr zeitgemäß. Gerade in der wichtigen Akquisephase fehlten schnelle und verbindliche Deckungszusagen. stellte Knauthe fest.

Auch der Preisdruck durch die Asiaten sei immer noch enorm hoch. Zum Teil seien Projekte um 25 bis 30% billiger. Einzig der Druck durch die Koreaner habe im letzten Jahr ein wenig nachgelassen, berichtete der Agab-Sprecher. Deren hohe Risikobereitschaft hat sich offenbar doch nicht ausgezahlt. Bei dem ein oder anderen Kunden konnten die Koreaner Zusagen nicht einhalten. Ob das allerdings zur Entspannung beiträgt, ist fraglich, denn an die Stelle der Koreaner sind chinesische Anlagenbauer getreten und die seien weniger berechenbar, meint Rosenthal.

In solchen hart umkämpften Märkten bietet das Servicegeschäft den Unternehmen dabei Chancen, ihr Prozess-Know-how auszuspielen und Umsätze über den Konjunkturzyklus zu stabilisieren. „Die Servicekompetenz stellt neben der Technologiekompetenz ein zusätzliches Differenzierungsmerkmal, vor allem gegenüber dem aufkommenden asiatischen Wettbewerb, dar“, stellte Knauthe fest.

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