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Großanlagenbau Schiefergas sorgt für Lichtblicke

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Licht, aber auch ein wenig Schatten gab es beim diesjährigen Lagebericht der deutschen Großanlagenbauer. Zwar ist der Auftragseingang 2013 um drei Prozent gestiegen. Doch der asiatische Wettbewerb verschärft den Preisdruck und auch die Projektstrukturen ändern sich deutlich. Lichtblick für den Chemieanlagenbau ist der ungebremste Schiefergasboom in den USA.

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„Kunden verlangen zunehmend die Übernahme der Gesamtverantwortung, die Zahl der mittelgroßen Vorhaben geht tendenziell zurück, Megaprojekte werden häufiger.“ Helmut Knauthe, CTO, Thyssen Krupp Industrial Solutions, und Agab-Sprecher
„Kunden verlangen zunehmend die Übernahme der Gesamtverantwortung, die Zahl der mittelgroßen Vorhaben geht tendenziell zurück, Megaprojekte werden häufiger.“ Helmut Knauthe, CTO, Thyssen Krupp Industrial Solutions, und Agab-Sprecher
(Bild: VDMA)

Frankfurt – Bei der diesjährigen Präsentation des Lageberichts der deutschen Großanlagenbauer ging es ein wenig zu, wie bei Radio Eriwan. Im Prinzip ist alles in Ordnung, schließlich ist der Auftragseingang im Jahr 2013 wieder um drei Prozent gestiegen. Aber für 2014 dämpfte Agab-Sprecher Helmut Knauthe, Chief Technology Officer der ThyssenKrupp Industrial Solutions, die Erwartungen deutlich. Er sprach von Stagnation auf dem Niveau des Vorjahres und vertröstete auf 2015 bzw 2016.

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Das absolute Volumen der Auslandsaufträge lag bei 16,7 Milliarden Euro (2012: 16,6 Milliarden Euro). Vor allem in den Industrieländern gab es eine spürbare Belebung. So führten durch den Schiefergasboom in den USA ausgelöste Projekte in der chemischen Industrie und im Energiesektor zu einem neuen Auftragsrekord im Nordamerika-Geschäft. Aus Westeuropa meldeten die AGAB-Mitglieder erstmals seit 2008 wieder steigende Bestellungen. Knauthe: „Ermutigend war hierbei die Tatsache, dass auch aus den Euro-Krisenländern wieder Großaufträge gemeldet wurden.“ Exemplarisch hervorzuheben sind die Lieferungen von metallurgischen Großanlagen nach Portugal und Griechenland.

Demgegenüber setzte sich die Verschiebung der Nachfrage in die Schwellenländer nicht weiter fort. Währungsturbulenzen, Leistungsbilanzkrisen und politische Konflikte führten in einigen Regionen zu einer Eintrübung der wirtschaftlichen Lage. Der deutsche Großanlagenbau spürte dies 2013 vor allem in Nordafrika, Südamerika, Osteuropa und im Nahen Osten. Hingegen zählten China und Indien mit Bestellungen von jeweils über einer Milliarde Euro weiterhin zu den Kernabsatzmärkten der Branche. Der industrielle Nachholbedarf ist dort offenbar ungebrochen und fand seinen Niederschlag in rund 40 Großaufträgen für Kraftwerke, Chemieanlagen und Stahlfabriken.

Kein einheitliches Bild

Insgesamt ist die Situation der in der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau vertretenen 15 Branchen jedoch durchaus unterschiedlich. Während die Energiewirtschaft vom Bau regenerativer Energieerzeugungsanlagen profitiert, ebenso wie die Chemie vom amerikanischen Schiefergasboom, sieht es in anderen Branchen weniger rosig aus.

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