Schiefergas und Fracking Schiefergas – Fördern oder nicht Fördern?

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Wie ist der Stand der Diskussion über Schiefergasförderung in Deutschland – PROCESS hat einige Stimmen zum Thema Schiefergas aus den Medien eingefangen.

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Ausrüstung für Hydraulic Fracturing. Fort Worth, Texas.
Ausrüstung für Hydraulic Fracturing. Fort Worth, Texas.
(Bild: Exxon Mobil)

Das Thema Fracking und Schiefergasförderung beschäftigt nach wie vor die deutschen Medien. So ist in einem Interview mit dem Deutschlandfunk Bundesumweltminister Altmaier Berichten u.a. im Managermagazin und im Spiegel entgegengetreten, die sich mit der möglichen Förderung von Schiefergas in Deutschland beschäftigen. Die Bundesregierung wolle vielmehr die bisherige Rechtslage deutlich einschränken und Gesetzeslücken schließen, sagte Altmaier. Der CDU-Politiker stellte klar, dass das sogenannte Fracking in Wasserschutzgebieten bereits verboten ist. Er sehe auf absehbare Zeit nicht, dass Fracking in Deutschland zur Anwendung kommen werde.

Michael Kauch über Schiefergas-Gewinnung

Der FDP-Umweltexperte Michael Kauch hat in einer Pressemeldung der FDP vom 09.02.2013 die Meinung geäußert, unter scharfen Auflagen könne die Schiefergas-Gewinnung Teil der deutschen Energieversorgung sein und die Abhängigkeit von Erdgas-Importen verringern. Das sei im Rahmen der Energiewende die bessere Antwort als ein Totalverbot von Technologien, denn für den Ausgleich der schwankenden Windkraft brauche es flexible Gaskraftwerke. Dem Spiegel gegenüber sagte er: „Wir können uns kein ideologisches Verbot leisten, weil Fracking Teil der Energieversorgung sein kann“.

BASF möchte Schiefergas fördern

Zitate des BASF-Vorstand Dr. Harald Schwager aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lassen den Rückschluss zu, dass auch BASF offenbar die Hoffnung auf eine Schiefergasförderung in Deutschland noch nicht aufgegeben hat: „Wir würden gerne in die Forschung einsteigen, um überhaupt herauszufinden, ob es möglich ist, hier wirtschaftlich, sozial akzeptiert und umweltverträglich Schiefergas zu fördern.“ In Amerika würden zwischenzeitlich 'eingemottete' Chemieanlagen wieder hochgefahren, weil sie sich wegen des niedrigen Gaspreises heute rechneten.

Umweltbundesamt warnt vorläufig vor Fracking

In einer Studie des Umweltbundesamtes, veröffentlicht im letzten Jahr, raten die Gutachter übrigens davon ab, Fracking derzeit großflächig zur Erschließung unkonventioneller Erdgasvorkommen in Deutschland einzusetzen. Da es nach wie vor an vielen Daten zu den Lagerstätten, den Auswirkungen von Bohrungen sowie den eingesetzten Chemikalien mangele, empfehlen sie stattdessen im Rahmen von behördlich und wissenschaftlich eng begleiteten Einzelvorhaben schrittweise vorzugehen.

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