BP Energy Outlook 2035 Schiefergas bleibt ein langfristiger Trend

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Der Energiehunger der Welt wird weiter zunehmen, und der CO2-Ausstoß bis 2035 ebenfalls. Schiefergas bleibt und der weltweite Gashandel wird künftig über LNG betrieben. Das sind die Fakten des BP Energy Outlook 2035, der in die kommenden 20 Jahre blickt.

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LNG wird die bevorzugte Transportform für Gas.
LNG wird die bevorzugte Transportform für Gas.
(Quelle: BP)

Alljährlich wagt BP den Blick in die Glaskugel und prognostiziert, wie sich Energiebedarf und Energiemärkte in den nächsten 20 Jahren verändern. Seit 2011 macht der Konzern die Ergebnisse in seinem BP Energy Outlook öffentlich und mittlerweile ist die fünfte Ausgabe der energiewirtschaftlichen Analyse erschienen, die traditionell in London vorgestellt wird. Wir fassen für Sie die wichtigsten Ergebnisse zusammen (Hier finden Sie den Report im Original)

Die Studie sagt bis 2035 ein jährliches Wachstum des Energiebedarfs um 37 Prozent voraus, das bedeutet eine jährliche Steigerung um 1,4 Prozent pro Jahr. Treibende Kraft bleiben die aufstrebenden Schwellenländer, allen voran China und Indien, auf deren Konto mehr als 90 Prozent der Steigerung gehen.

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Natürlich beschäftigt die Autoren auch die momentane Talfahrt des Ölpreises. „Nach einem Zeitraum von drei Jahren, in dem die Ölpreise sich stabil auf einem hohen Niveau bewegt haben, erinnern die Preisrückgänge der letzten Monate mehr als deutlich daran, dass stete Veränderungen die Norm auf den Energiemärkten sind“, sagt Spencer Dale, Chefökonom bei BP. Es sei daher wichtig, über die derzeitige Volatilität hinaus auf die langfristigen Trends sowohl auf der Versorgungs- wie auch auf der Nachfrageseite zu blicken. Diese würden die Energiebranche in den nächsten 20 Jahren bestimmen.

Wachstum bei der Förderung von Tight Oil in den USA

Der BP Energy Outlook 2035 prognostiziert, dass die Nachfrage nach Öl im Betrachtungszeitraum um jährlich ca. 0,8 Prozent steigen wird. Dabei entfällt die wachsende Nachfrage ausschließlich auf Nicht-OECD-Staaten. Nachdem der Verbrauch innerhalb der OECD bereits 2005 seinen Höhepunkt erreicht hat, wird er bis 2035 auf ein Niveau zurückgehen, dass zuletzt 1986 verzeichnet wurde. China wird die USA als weltweit größter Verbraucher von Öl wahrscheinlich bis 2035 ablösen.

Die aktuelle Schwäche des Ölmarktes, die zu einem großen Teil auf das starke Wachstum der Förderung von Tight Oil in den USA zurückzuführen ist, wird wahrscheinlich noch mehrere Jahre anhalten. Dank Tight Oil ist die Ölförderung in den USA 2014 um täglich 1,5 Mio. Barrel gestiegen – der größte in den USA verzeichnete Anstieg in der Geschichte. Langfristig gesehen dürfte sich das Wachstum der Tight Oil-Förderung allerdings verlangsamen und die Förderung im Nahen Osten wieder an Bedeutung gewinnen.

Die USA werden Anfang der 2030er Jahre voraussichtlich Selbstversorger in Sachen Erdöl werden. Noch vor gar nicht langer Zeit im Jahr 2005 mussten sie 60 Prozent ihres Bedarfs an Erdöl importieren.

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