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Chemieindustrie Schafft Evonik die Trendwende? Essener Chemiekonzern kann 2014 zulegen

Redakteur: Dominik Stephan

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", gibt sich Evonik Vorstandsvorsitzender Klaus Engel kämpferisch. Tatsächlich konnte der Essener Chemiekonzern im vierten Quartal 2014 deutlich zulegen. Für 2015 peilt die Firma ein stabiles Wachstum an.

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“Wir haben viel Kraft für Neues investiert und bewiesen", erklärte Klaus Engel, Vorsitzender des Vorstandes der Evonik Industries
“Wir haben viel Kraft für Neues investiert und bewiesen", erklärte Klaus Engel, Vorsitzender des Vorstandes der Evonik Industries
(Bild: Andreas Pohlmann/Evonik)

Essen – Evonik kann eine zweijährige Durststrecke hinter sich lassen und schließt 2014 mit einem Umsatzplus von zwei Prozent ab. Wir haben viel Kraft für Neues investiert und bewiesen", erklärte Klaus Engel, Vorsitzender des Evonik-Vorstandes, anlässlich der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Essen. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind nun in der Lage, in eine neue Phase profitablen Wachstums aufzubrechen."

Dabei konnten größere Verkaufsmengen leicht rückläufige Prise kompensieren - So wurden 214 12,9 Milliarden Euro umgesetzt (zum Vergleich: 2013 waren es 12,7 Milliarden). Dabei konnte auch das EBITDA von 1,9 Milliarden Euro etwa stabil gehalten werden (2013: 2 Milliarden).

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Für das Geschäftsjahr 2015 seien die Voraussetzungen geschaffen worden, dass Umsatz und operatives Ergebnis den eigenen Erwartungen zufolge leicht über den Werten des Vorjahres liegen werden, sagte Engel. Der starke Jahresauftakt stimme ihn optimistisch, dass die gesetzten Ziele erreicht werden.

“Trendwende” im vierten Quartal

Vor allem beim Ergebnis habe Evonik im Laufe des Jahres Fahrt aufgenommen und das bereinigte EBITDA in den ersten neun Monaten kontinuierlich von Quartal zu Quartal gesteigert, sagte Ute Wolf, Finanzvorstand Evonik Industries. "Das vierte Quartal markierte dann die Trendwende: Saisonal bedingt lag das bereinigte EBITDA zwar unter dem des dritten Quartals, aber nach drei Jahren erstmals wieder über Vorjahr", erläuterte sie.

Auf der Grundlage der starken Bilanz und solider Finanzen will Evonik seine Wachstumsstrategie diszipliniert fortsetzen. "Wir werden Ressourcen und finanzielle Mittel im Unternehmen für weiteres Wachstum mobilisieren", sagte Engel. Als wichtigsten Motor der Wachstumsstrategie bezeichnete Engel Innovationen. Dadurch wolle man führende Marktpositionen ausbauen und von Megatrends wie Gesundheit, Ernährung, Ressourceneffizienz und Globalisierung profitieren.

"Unser Ziel ist es, die anstehenden Herausforderungen in unserer Branche aus einer Position der Stärke anzugehen und aktiv mitzugestalten", sagte Engel. So habe Evonik im vergangenen Jahr 1,1 Milliarden Euro in neue Produktionsanlagen investiert, davon etwa 420 Millionen Euro an deutschen Standorten. Die bisher größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens war der im vergangenen Jahr erfolgreich in Betrieb genommene Methionin-Komplex in Singapur.

Insgesamt rechnet Evonik für das Geschäftsjahr 2015 mit einem leicht höheren Umsatz (2014: 12,9 Milliarden €). Auch das bereinigte EBITDA wird leicht über dem Wert des Vorjahres erwartet (2014: 1.867 Millionen €).

Zusätzlich kann die Umsatz- und Ergebnisentwicklung durch Wechselkurseffekte beeinflusst werden. Sollte der durchschnittliche Wechselkurs Euro / US-Dollar auf dem Niveau vom Jahresbeginn bleiben, ergibt sich für das Gesamtjahr 2015 ein zusätzliches Potenzial für Umsatz und operatives Ergebnis. Die Ergebniseffekte aus niedrigeren Rohstoffpreisen werden in den einzelnen Geschäften unterschiedlich wirken, sich aber über das gesamte Portfolio weitgehend ausgleichen.

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