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Sekundäre Schutzsysteme

Schadensminimierung – im Fall des Falles

| Redakteur: Wolfgang Geisler

Staub-Luftgemische können im Falle einer Entzündung verheerende Schäden anrichten. Wenn aus technischen Gründen keine Explosionsunterdrückung möglich ist, sind Explosionsdruckentlastungen Mittel der Wahl zur Verhütung schlimmerer Folgen.

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Grundvoraussetzung für die Entstehung eines Feuers bzw. einer Explosion sind das Vorhandensein von Brennstoff, Sauerstoff und einer Zündquelle.
Grundvoraussetzung für die Entstehung eines Feuers bzw. einer Explosion sind das Vorhandensein von Brennstoff, Sauerstoff und einer Zündquelle.
( Archiv: Vogel Business Media )

Als Explosion bezeichnet man eine plötzlich ablaufende Reaktion mit enormer Temperatur- und Druckerhöhung. Sprach man in den 80er Jahren noch von einem Jahrhundertereignis, so stieg die Zahl der Explosionen in den 90er Jahren drastisch an. Allein in Deutschland kommt es derzeit zu etwa 300 bis 400 registrierten Ereignissen pro Jahr.

Zunehmende Feinstaubanteile, bedingt durch schnell laufende Maschinen und automatisierte Fördereinrichtungen, sowie forcierte Luftreinhaltungsmaßnahmen erhöhen das Risiko von Staubexplosionen. Je kleiner Staubteilchen sind, desto größer ist ihre Oberfläche und desto heftiger läuft eine Staubexplosion ab. Zusätzlich zu den Sicherheitsanforderungen der Atex 95 (für Hersteller von Maschinen und Anlagen) oder der Atex 137 (für Betreiber) sollte auch das wirtschaftliche Risiko einer Explosion für ein Unternehmen Berücksichtigung finden. Die Zerstörungen infolge einer ungeschützten Explosion koppeln das betroffene Unternehmen für lange Zeit vom Markt ab. Bis zur Wiederherstellung der Anlagen gehen Marktanteile verloren. Der wirtschaftliche Fortbestand ist stark gefährdet.

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Risiko-Minimierung

Grundvoraussetzung für die Entstehung eines Feuers bzw. einer Explosion sind das Vorhandensein von Brennstoff, Sauerstoff und einer Zündquelle. Treffen diese in entsprechender optimaler Konzentration aufeinander, kommt es zur Explosion. Eine wirksame Maßnahme ist daher der primäre Explosionsschutz bzw. die Risikominimierung. Bei diesem Konzept wird darauf geachtet, dass zu keinem Zeitpunkt alle drei Faktoren zusammentreffen.

Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Eliminierung von Zündquellen gelegt. Potenzielle Zündquellen sind beispielsweise mechanisch oder elektrisch verursachte Funken, Reibungswärme, elektrostatische Aufladungen, Schweißarbeiten oder andere thermische Einwirkungen. An der Vielzahl erkennt man, dass es zu schwierig ist, alle diese vielfältigen Zündpotenziale wirksam auszuschließen.

Ebenso ist die Vermeidung des Brennstoffes unmöglich, da dieser das Produkt selbst oder ein Abfallprodukt des Herstellungsprozesses ist. Die verbleibende Maßnahme, den Sauerstoff gänzlich aus dem Prozess zu eliminieren, lässt sich nur mit sehr kostenintensiven Inertisierungen realisieren. Auch hier sind die Grenzen der Sicherheit schnell erreicht und das Risiko einer Staubexplosion ist nie gänzlich ausgeschlossen. Konstruktiver Explosionsschutz ist daher unerlässlich.

Explosionsdruckentlastung

Zur Explosionsdruckentlastung in geschlossenen Räumen werden die bis zu 1500 °C heißen Flammengase in einem mit Drahtgewebe gefüllten Filterkorb durch Energie-Transfer extrem abgekühlt. Das führt zur Reduzierung des austretenden Gasvolumens und löscht die Flamme. Ebenso wird die für eine Explosion typische Druckerhöhung und Lärmbelästigung im Betriebsraum auf ein kaum wahrnehmbares Niveau reduziert. Eine spezielle Filterkonstruktion gewährleistet, dass keine verbrannten oder unverbrannten Stäube austreten. Nach einer einfachen Reinigung und dem Austausch der Berstscheibe ist das System sofort wieder verwendbar.

Die von Rembe angebotene Q-Rohr-3 Explosionsdruckentlastung in geschlossenen Räumen ist gemäß NFPA68, VDI-3673 und prEN 14797 zugelassen. Ein solches wartungsfreies System verursacht keine laufenden Kosten und ist damit wirtschaftlicher im Vergleich zu aktiven Löschsystemen. So können beispielsweise schwer zugängliche Apparate in Kellerräumen oder mitten in der Produktionshalle ohne teure Umbaumaßnahmen und platzraubende Wanddurchbrüche entlastet werden. Die so optimierten Produktionsabläufe garantieren eine effiziente Fertigung und die Investition in das Explosionsdruck-Entlastungssystem amortisiert sich bereits nach wenigen Wochen.

Anlagen mit geringer Festigkeit und großen Entlastungsflächen können durch ein neuartiges System geschützt werden, das ebenfalls Flammen und Hitze absorbiert. Die Q-Box II ist bis KSt Wert 200 einsetzbar und vereinfacht die Aufstellung von Maschinen, Geräten und Anlagenteilen inner- und außerhalb von Gebäuden. <

Powtech 2010: Halle 6, Stand 240

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