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Big Bags

Saubere Sache – Big Bags im Hygienebereich füllen

| Redakteur: Jörg Kempf

Um die Grenze zwischen verschiedenen Hygienebereichen mit einem gefüllten Big-Bag überschreiten zu können, wurde ein neues Konzept entwickelt. Wie bei einem Revolver werden die Big-Bags in Position gedreht.

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Big Bag-Handling in verschiedenen Anlagen-Bereichen: Abfüllen im Weiß-Bereich (links) (Bild: Bilder: Derichs)
Big Bag-Handling in verschiedenen Anlagen-Bereichen: Abfüllen im Weiß-Bereich (links) (Bild: Bilder: Derichs)

Immer öfter stellen Anwender die Forderung, Big Bags in einem besonderen Hygienebereich (sog. weißer Bereich) zu füllen und erst nach der Ausschleusung in einem geringer spezifizierten Hygienebereich (sog. schwarzer Bereich) zum weiteren Transport auf Paletten abzusetzen.

Ausgangssituation

In der Vergangenheit wurden verschiedene derartige Anlagen realisiert, bei denen ein zusätzliches Transportsystem und eine gebäudefeste Schleuse installiert wurden. Ein Schwachpunkt dieser Konstrukte war, dass die verschiedenen Elemente von unterschiedlichen Lieferanten kamen und teilweise bauliche Maßnahmen nötig machten – es gab eine umfangreiche Schnittstellenproblematik: Ein mehr oder weniger „unhygienischer“ Transportwagen, der ständig zwischen den verschiedenen Hygienebereichen pendelt, oder Transportschienen oder Bänder sind im Weg und zumeist schwer zu reinigen. Aus dieser Ausgangslage entstand bei Derichs die Idee, die Schritte Befüllen, Schleusen und Absetzen in einem kompakten Gerät zu integrieren, sodass eine komplette funktionsfähige Einheit entsteht, die einfach in den Produktionsprozess integriert werden kann. Die gefundene Lösung erwies sich als so interessant, dass sie umgehend zum Patent angemeldet wurde.

Die Befüllanlage wird, wie in der Illustration dargestellt, in die Hygieneverkleidung zwischen der schwarzen und weißen Zone eingebaut.

Verfahrensprinzip

In der weißen Zone hängt der Bediener einen zu füllenden Big Bag an und startet den Befüllvorgang. Dieser läuft wie bei den bisherigen Befüllanlagen auch weitestgehend rezeptgesteuert und automatisiert ab. Bevorzugt wird hängend gefüllt, es kann jedoch auch, wenn das Produkt es erfordert, eine Verdichtungseinheit installiert werden.

Sowie die Befüllung den vorgegebenen Gewichtswert erreicht hat, kann der Bediener den Befüllstutzen abkuppeln und verschließen.

Nun wird die Ausschleusung gestartet. Die Tore öffnen über Kreuz und die beiden Tragarme werden um 90° in die Schleuse geschwenkt. Die Tore werden geschlossen und die beiden anderen geöffnet. Die Tragarme können nun um weitere 90° geschwenkt werden. Der Bediener im weißen Bereich kann nun den zweiten Tragarm mit einem leeren Big Bag bestücken, während der soeben gefüllte Big Bag auf der schwarzen Seite vollautomatisch auf eine Palette abgesetzt wird.

Durch die Ausführung mit zwei Tragarmen mit Sackaufhängungen kann die Abfüllleistung erhöht werden. Für kleinere Leistungen reicht auch eine Ausführung mit nur einem Tragarm. Folgende Vorteile ergeben sich aus dieser Konstellation:

  • Die Einheit wird komplett und funktionsfähig von einem Lieferanten geliefert. Bauseits muss nur ein passendes Loch vorgesehen werden.
  • Es wird nur das absolut notwendige zwischen den Zonen hin und her gefahren. Der komplette Füllmund verbleibt immer im weißen Bereich.
  • Die Öffnung der Schleusentore hat die kleinstmögliche Fläche.
  • Durch eine Vielzahl von Optionen ist es möglich, die Anlage an die spezifischen Bedürfnisse des Produktes und der Produktion anzupassen.

Einsatzmöglichkeiten

Die Big-Bag-Befüllanlage eignet sich für alle rieselfähigen Schüttgüter, die unter besonderen Hygienevorkehrungen abzufüllen sind. Hier sind z.B. Milch- und Molkepulver, Mehl, Lebensmittel-Vormischungen und Ähnliches zu nennen.

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