Newsticker Juli: Aktuelles aus der Prozessindustrie Kein Dioxin im Ruß: Umweltamt weiter vorsichtig

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

30.07.2021

Leverkusen (dpa) 14:49 - Keine Rückstände von Dioxin in Rußpartikeln festgestellt

Leverkusen (dpa) - Die Untersuchungen der Ruß- und Staubrückstände, die nach dem Brand in der Müllverbrennung des Chemieparks Leverkusen in den umliegenden Wohngebieten niedergingen, haben nach Angaben des Landesumweltamtes nur eine geringe Schadstoffbelastung ergeben. Es seien keine Rückstände von Dioxin und dioxinähnlichen Stoffen in den Rußpartikeln festgestellt worden, teilte das Landesamt am Freitag mit. Bei den Polychlorierten Biphenylen (PCB) und den Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) seien sehr geringe Werte gemessen worden, die die Bewertungsgrenzen unterschritten.

Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die am Brandereignis beteiligten Stoffe nur ein geringes Dioxin-Bildungspotential gehabt hätten. Die Ermittlungen, welche weiteren Stoffe bei dem Unfall beteiligt waren, dauerten noch an. Daher sei noch unklar, ob weitere, bisher unbekannte Stoffe in die nähere Umgebung der Brandstelle eingetragen worden seien. Deshalb empfehle das Landesamt, die bisher geltenden Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge aufrecht zu erhalten

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Irving (dpa) 14:27 - Exxon auf Erholungskurs

Der größte US-Ölkonzern ExxonMobil hat nach heftigen Verlusten in der Corona-Krise seinen höchsten Quartalsgewinn seit anderthalb Jahren geschafft. Dank des gestiegenen Rohstoffbedarfs der wieder in Schwung kommenden Weltwirtschaft verdiente das Unternehmen in den drei Monaten bis Ende Juni unterm Strich 4,7 Milliarden Dollar (4 Mrd Euro), wie es am Freitag mitteilte. Vor einem Jahr hatten die Belastungen durch die Pandemie ein Loch von über einer Milliarde Dollar in die Bilanz gerissen. Seitdem sind die Ölpreise kräftig gestiegen, was Exxon in die Karten spielte. Die Erlöse steigerte das Unternehmen um über 100 Prozent auf 67,7 Milliarden Dollar.

Dabei ging die Ölproduktion im Jahresvergleich sogar um zwei Prozent auf 3,6 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag zurück. Trotz der Erholung bleibt Exxon bei den Ausgaben vorsichtig - die Investitionen in Ausrüstung sowie Erkundungs- und Förderprojekte sollen 2021 am unteren Ende der geplanten Spanne zwischen 16 und 19 Milliarden Dollar bleiben.

San Ramon (dpa) 14:00 - Ölmulti Chevron schreibt wieder schwarze Zahlen

Chevron hat im zweiten Quartal dank des höheren Rohstoffbedarfs aufgrund der Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise erstmals seit über anderthalb Jahren wieder einen hohen Gewinn verbucht. Der zweitgrößte US-Ölkonzern verdiente laut eigener Mitteilung vom Freitag unterm Strich 3,1 Milliarden Dollar (2,6 Mrd Euro). Vor einem Jahr hatte Chevron wegen hoher Belastungen durch die Pandemie einen Quartalsverlust von 8,3 Milliarden Dollar erlitten.

Seitdem sind die Öl- und Gaspreise aber kräftig gestiegen, wovon der Konzern nun profitiert. Im jüngsten Quartal wurde Chevron Rohöl und Flüssiggas im Schnitt für 54 Dollar pro Barrel (159 Liter) los, vor einem Jahr waren es lediglich 19 Dollar gewesen. Der Exxon-Rivale steigerte zudem die Produktion um fünf Prozent auf gut drei Millionen Barrel pro Tag. Der Umsatz wuchs um fast 180 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar.

Dublin/Guildford (dpa) - Linde hebt Gewinnziel für 2021 erneut an

Der weltweit größte Industriegase-Konzern Linde wird dank gut laufender Geschäfte zuversichtlicher für das laufende Jahr. Das Gewinnziel hob das Unternehmen erneut an. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie soll 2021 auf 10,10 bis 10,30 US-Dollar zulegen, wie das im Dax notierte Unternehmen am Freitag in Guildford bei London mitteilte. Das sei ein Anstieg im Jahresvergleich um 23 bis 25 Prozent. Dabei profitiere Linde auch von günstigen Währungseffekten.

Im zweiten Quartal erhöhte sich der bereinigte Gewinn je Aktie im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 2,70 Dollar. Das war mehr als von Experten im Schnitt erwartet. Im fortgeführten Geschäft legte der bereinigte operative Gewinn um 39 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Dollar zu. Der Umsatz kletterte dank höherer Preise und Volumen um 19 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar.

Leverkusen (dpa) 04:00 - Leverkusener warten nach Explosion auf Ergebnisse von Umwelt-Analyse

Drei Tage nach der gewaltigen Explosion in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage rückt das Ergebnis einer Analyse der dabei freigesetzten Stoffe immer näher. Das mit der Untersuchung betraute nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) hat einen entsprechenden Bericht für «voraussichtlich Ende der Woche» in Aussicht gestellt.

Nach der Detonation hatten am Dienstag im Leverkusener Chempark - einem Gelände mit Chemie-Unternehmen - Tanks gebrannt, in denen nach Angaben der Betreiberfirma Currenta «organische Lösungsmittel» lagerten. «Das ist eine Klasse an Lösungsmitteln, die in der Chemie einfach als Reststoffe dann anfällt», hatte Chempark-Leiter Lars Friedrich erklärt.

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