Geschäftszahlen Sartorius Sartorius erzielt robusten Gewinn in schwierigem Marktumfeld

Redakteur: Olaf Spörkel

Sartorius konnte 2008 seinen Umsatz wechselkursbereinigt leicht auf 611,6 Millionen Euro steigern. Für 2009 rechnet Sartorius im Bereich der Mechatronik mit einem Umsatzrückgang, für die Biotechnologiesparte plant die Unternehmensleitung mit Wachstum.

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Göttingen – Sartorius hat seine vorläufigen, noch nicht testierten Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2008 veröffentlicht. 2008 erhöhte der Konzern seinen Umsatz leicht um wechselkursbereinigt 0,9 Prozent und erlöste 611,6 Millionen Euro. Der Auftragseingang lag mit einem Plus von wechselkursbereinigt 1,6 Prozent bei 609,8 Millionen Euro und etwas über dem Niveau des Vorjahres. Der Gewinn des Konzerns ging aufgrund des insgesamt schwachen Marktumfelds sowie ungünstiger Währungseffekte gegenüber dem Vorjahr zurück, bewegte sich dennoch weiterhin auf solidem Niveau. Das operative Ergebnis (EBITA: Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisation) betrug nach zwölf Monaten 56,8 Millionen Euro, die Ergebnis-Marge belief sich auf 9,3 Prozent. Im Vorjahr lag das operative Ergebnis bei 71,1 Millionen Euro, die Ergebnis-Marge bei 11,4 Prozent. Der Jahresüberschuss wurde u. a. durch Sonderaufwendungen für Währungssicherungsgeschäfte beeinflusst und lag bei 12,4 Millionen Euro nach 27,0 Millionen Euro im Vorjahr. Sartorius hat ihren Anteil an der Sartorius Stedim Biotech S. A. um rund 1,5 Prozentpunkte aufgestockt. Zum Ende des Geschäftsjahres 2008 hält das Unternehmen nunmehr rund 71,1 Prozent der Anteile und rund 74,2 Prozent der Stimmrechte an Sartorius Stedim Biotech.

Geschäftsentwicklung der Sparten

Die Biotechnologie-Sparte des Konzerns, Sartorius Stedim Biotech, erzielte im Geschäftsjahr 2008 laut Unternehmensangaben einen Umsatz von 366,0 Millionen Euro. Damit lag der Umsatz auf Basis konstanter Wechselkurse mit einem Plus von 0,2 Prozent in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, während er in Berichtswährung um 2,6 Prozent zurückging. Maßgeblich für das insgesamt verhaltene Wachstum war das sehr schwierige Marktumfeld für die Pharmazulieferer in Nordamerika. Einzelne große US-Biopharmakonzerne schränkten ihre Produktion ein und bauten in erheblichem Umfang Lagerbestände ab. Dies führte insbesondere im ersten Halbjahr zu deutlich weniger Bestellungen bei den Zulieferern, während sich im zweiten Halbjahr eine Normalisierung der Lage abzuzeichnen begann.

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In Europa war das Wachstum der Biotechnologie-Sparte insbesondere vom Geschäft mit Einwegprodukten für biopharmazeutische Anwendungen geprägt, stark nachgefragt wurden zum Beispiel Einwegfermenter. In Asien verzeichnete die Sartorius Stedim Biotech eine insgesamt flache Umsatzentwicklung. Die Sparte erhielt im Jahresverlauf 2008 Aufträge im Wert von 367,1 Millionen Euro, ein Plus von wechselkursbereinigt 3,0 Prozent. Während die Bestellungen in Nordamerika aufgrund der Marktsituation rückläufig waren, kamen aus Europa und Asien positive Impulse.

Die Sparte Biotechnologie erzielte im Geschäftsjahr 2008 ein operatives Ergebnis (EBITA) von 39,7 Millionen Euro (Vorjahr: 49,7 Mio. Euro). Das Geschäft lieferte mit Einwegprodukten den mit Abstand größten Ergebnisbeitrag. Mit einer Ergebnis-Marge von 10,9 Prozent bewegte sich die Profitabilität der Sartorius Stedim Biotech nach eigenen Angaben weiterhin auf sehr solidem Niveau (Vorjahr: 13,2 Prozent). Die im Vergleich zum Vorjahr schwächere Marge resultierte im Wesentlichen aus dem Umsatzrückgang in Nordamerika sowie aus negativen Währungseinflüssen.

Sartorius Mechatronics verzeichnete sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz in den ersten drei Quartalen 2008 erfreuliche Zuwächse von mehr als fünf Prozent (wechselkursbereinigt) und zeigte sich zunächst unbeeinflusst von der sich abzeichnenden Wirtschaftskrise. Im November und Dezember 2008 erhielt die Sparte jedoch infolge des weltweiten Konjunktureinbruchs signifikant weniger Aufträge, was sich bereits zum Jahresende in teilweise rückläufigen Umsätzen niederschlug. Innerhalb der Produktbereiche war davon das Geschäft mit Laborinstrumenten etwas stärker betroffen als die industrielle Wäge- und Kontrolltechnik. Während des gesamten Geschäftsjahres positiv entwickelte sich hingegen das Servicegeschäft.

Im Gesamtjahr lag der Auftragseingang 2008 mit 242,7 Millionen Euro wechselkursbereinigt um 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz erhöhte sich wechselkursbereinigt um 1,8 Prozent und lag bei 245,6 Millionen Euro.

In der regionalen Betrachtung erreichte der Konjunkturabschwung Nordamerika als erstes, sodass der Umsatz mit Mechatronik-Produkten hier auch auf Gesamtjahresbasis rückläufig war. Aufgrund der guten ersten drei Quartale verzeichnete die Sparte in Europa hingegen leichte und in Asien deutliche Zuwächse.

Das operative Ergebnis (EBITA) der Sparte verringerte sich von 21,3 Millionen Euro auf 17,1 Millionen Euro; die EBITA-Marge lag zum Jahresende bei 7,0 Prozent nach 8,6 Prozent im Vorjahr. Maßgeblich für den Ergebnisrückgang waren neben dem Konjunktureinbruch und negativen Währungseinflüssen die plangemäß höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung.

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Ausblick

Die Wachstumspotenziale der Mechatronik-Sparte, die überwiegend Investitionsgüter herstellt, sind erfahrungsgemäß deutlich vom konjunkturellen Umfeld beeinflusst. Aufgrund der zu erwartenden sehr schwierigen Marktbedingungen 2009 rechnet die Unternehmensleitung für die Mechatronik mit einem Umsatzrückgang im laufenden Geschäftsjahr. Dementsprechend hat der Konzern seit Beginn des Jahres umfangreiche Kostensenkungsmaßnahmen in dieser Sparte eingeleitet.

Die Biotechnologie-Sparte hingegen ist als Pharmazulieferer nach bisherigen Erfahrungen von allgemeinen Konjunkturentwicklungen unabhängig. Daher plant die Unternehmensleitung für diese Sparte mit Wachstum. Angesichts der weltweiten Rezession und der hohen Prognoseunsicherheit bezüglich der weiteren konjunkturellen Entwicklung hält Sartorius allerdings für beide Sparten weiterhin eine verlässliche Prognose der Geschäftsentwicklung im Jahr 2009 nicht für möglich.

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