Rohstoffpreise August 2014 Säbelrasseln aus Russland, Sprengstoff im Nahen Osten

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Noch ist kein Ende der Unruhen in Sicht: Im Irak bedrohen Isis-Rebellen weiterhin die Ölquellen und Russland droht mit teureren Energiepreisen. Wir haben die Rohstoffpreise der Industriebank IKB für Sie zusammengefasst.

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Die IKB rechnet trotz vieler Unruheherde mit stabilen Rohstoffpreisen und einem schwächeren Euro.
Die IKB rechnet trotz vieler Unruheherde mit stabilen Rohstoffpreisen und einem schwächeren Euro.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Die Weltrohstoffpreisen gaben auf US-Dollarbasis im Juli 2014 um 2,6 % nach. Aufgrund der leichten Abwertung des Euros zum US-Dollar war in Inlandswährung ein geringerer Rückgang (-1 %) zu beobachten. Insbesondere sind derzeit die Energiepreise unter Beobachtung infolge geopolitischer Störungen. Moskau hat als Reaktion auf die EU-Sanktionen angekündigt, dass die EU zukünftig mit höheren Energiepreisen rechnen müsse. Im Nahen Osten belasten der Gaza-Krieg und die fortgesetzten Erfolge der Isis-Rebellen in der Region Syrien/Irak und Anrainerstaaten. Etliche Ölquellen sind bereits im Besitz der Kämpfer. Es verwundert eher, dass vor diesem Hintergrund die Rohölnotierungen nicht kräftiger angezogen haben. Grund ist die noch immer sehr gute Versorgungslage.

Rohölversorgung ist gesichert

Die Gasspeicher in der EU sind weitgehend noch gut gefüllt, die Rohölversorgung ist unverändert gut. Zwar steigt die Rohölnachfrage sowohl in diesem wie auch im nächsten Jahr jeweils um über 1 Millionen Barrel pro Tag an – also jeweils um 1,25 bis 1,33 % –, dies stellt jedoch kein Versorgungsproblem dar. Allein die Ölförderung außerhalb der Opec wächst im gleichen Umfang bzw. leicht stärker. Innerhalb der Opec-Staaten ist die Förderung im Irak zuletzt wieder rückläufig, was den verschärften innenpolitischen Problemen geschuldet sein dürfte.

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Saudi-Arabien hat im Gegenzug die Schleusen geöffnet. Die IKB erwartet daher keine größeren Lieferstörungen, geht jedoch davon aus, dass Russland versuchen wird, an der Preisschraube zu drehen. Dies dürfte bei Erdgas frühestens im vierten Quartal durchschlagen, ebenso erst dann bei Erdöl. Sollten jedoch Anschläge auf Pipelines von prorussischen Separatisten oder anderen verübt werden, kommt es zu kurzfristigen Sprüngen am Spotmarkt. Allerdings ist Russland auch auf die verbliebenen Deviseneinnahmen angewiesen. Von daher sollte sich der Rohölpreis weiter um 110 Dollar/Barrel Brent bewegen.

Der Euro dürfte jedoch zum US-Dollar weiter leicht abwerten. Vor dem Hintergrund der anhaltend lockeren Geldpolitik der EZB und eines leichten Anziehens der geldpolitischen Zügel der US-Notenbank bewegt sich der Euro vorsichtig in Richtung 1,32 Euro je Dollar.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Rohstoffpreisen, -Lagerbeständen und der Rohstoffproduktion weltweit können Sie den Grafiken in der Bildergalerie und deren Untertexten entnehmen.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachschauen.

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