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Petrochemie Sabic will Chemieproduktion bis 2025 um 70 % steigern

| Redakteur: Alexander Stark

Sabic plant seine Produktionskapazität für Chemieprodukte bis 2025 um 70 % zu erhöhen. Die Strategie des Unternehmens baut auf neuen Joint Ventures und dem Schiefergas-Boom in den USA auf. Yousef al Benyan, CEO des Unternehmens, zufolge sei die Steigerung der Chemieproduktion Teil des vom saudischen Königshaus ausgerufenen Plans "Vison 2030".

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Sabic hat die Vereinigten Staaten als einen Schwerpunkt ihrer zukünftigen Wachstumspläne bezeichnet, die von Schiefergasvorkommen profitieren.
Sabic hat die Vereinigten Staaten als einen Schwerpunkt ihrer zukünftigen Wachstumspläne bezeichnet, die von Schiefergasvorkommen profitieren.
(Bild: Bloomberg Finance LP )

Riad/Saudi Arabien (Bloomberg) — Für seine Pläne hat das Königreich den langjährigen CEO von Dow Chemical, Andrew N. Liveris, als Berater verpflichtet. Sabic erwägt außerdem, eine Hauptniederlassung in Houston zu errichten, von der aus die Aktivitäten in der westlichen Hemisphäre gesteuert werden sollen. Der Wahl des Standorts steht vor allem im Zusammenhang mit den billigen Erdgaslieferungen aus nordamerikanischen Schiefergasfeldern.

Eine endgültige Standortentscheidung hänge von den Genehmigungen amerikanischer Behörden ab, hieß es in einer Erklärung des Unternehmens. Die Ankündigung fiel zeitlich mit dem Besuch des Kronprinzen Mohammed Bin Salman in den USA zusammen.

In Saudi Arabien selbst soll eine Anlage, die derzeit mit Saudi Aramco entworfen wird, Rohöl in Chemieprodukte umwandeln und jährlich etwa neun Millionen Tonnen produzieren. Das 20-Milliarden-Dollar-Projekt werde 45 % des verarbeiteten Rohöls in Chemieprodukte weiterverarbeiten. Dies stellt laut Al Benyan eine Rekordquote dar.

Sabic hat zudem ein Joint Venture mit Exxon Mobil gegründet, um eine Ethylenanlage in der Nähe von Corpus Christi, Texas, zu bauen. Eine endgültige Investitionsentscheidung wird in diesem Jahr erwartet. Das Herzstück des Projekts ist der größte Ethan-Cracker der Welt, mit einer Produktionskapazität von 1,8 Millionen Tonnen Ethylen.

Das Unternehmen verfolgt auch ein Projekt mit der Shenhua Ningxia Coal Industry Group, bei dem in China Kohle in Chemikalien umgewandelt werden.

Akquisitionen sollen das organische Wachstum des Unternehmens unterstützen, so Al Benyan. Darüber hinaus erwägt sein Unternehmen mögliche Projekte in Lateinamerika und Afrika, sagte er. Nordafrika könnte sich zu einem strategischen Markt für das Unternehmen entwickeln.

Im Januar erwarb Sabic für rund 2,5 Milliarden Dollar 25 % der Anteile am Schweizer Chemiehersteller Clariant. Das ist der größte Deal seit dem Erwerb des Kunststoffgeschäfts von General Electric Co. für 11,6 Milliarden Dollar im Jahr 2007. Ob das Unternehmen seine Anteile weiter erhöht, hängt in erster Linie von der Haltung der amerikanischen Regulierungsbehörden ab. Eine Entscheidung erwartet der CEO im dritten Quartal 2018.

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