Produktcodierung Rückverfolgbarkeit von Medikamenten durch zuverlässige Produktcodierung und -verifizierung

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Weltweit beschäftigen sich Experten mit der Frage, wie sich Medikamente vor Fälschungen sichern lassen. In der Regel sorgen aufwändige Etikettierlösungen für Sicherheit. Einen vollkommen neuen Weg schlagen nun zwei Unternehmen mit der direkten Kennzeichnung von Vials und Spritzen ein – die fast unsichtbare Direktmarkierung mit einem energiearmen Laser.

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Der Datamatrixcode wird mit einem energiearmen Laser direkt auf den Zylinder der vorgefüllten Glasspritze gedruckt. Bild: Seidenader
Der Datamatrixcode wird mit einem energiearmen Laser direkt auf den Zylinder der vorgefüllten Glasspritze gedruckt. Bild: Seidenader
( Archiv: Vogel Business Media )

Pharma-Unternehmen besitzen inzwischen Produktionsstätten auf der gesamten Welt, um einen höheren Automatisierungsgrad zu erreichen sowie flexibler und kostengünstiger zu produzieren. Häufig werden dabei Präparate in einer zentralen Produktionsstätte hergestellt, jedoch in regionalen Einrichtungen etikettiert und verpackt.

Ungekennzeichnete Produkte müssen in großen Mengen an unterschiedlichen Orten zwischengelagert werden. Dadurch ist die Kennzeichnung, und im Besonderen die fehlerhafte Etikettierung, der Hauptgrund für Rückrufe und Reklamationen der FDA geworden.

Eine neue Entwicklung von Frewitt Printing und Seidenader Vision schafft nun die Möglichkeit, jeden einzelnen Produktbehälter mit einem Code zu beschriften, der in jedem Schritt der Wertschöpfungskette überprüft wird. Das Medikament wird so rückverfolgbar, von der Herstellung bis zur Ausgabe an den Patienten.

Seidenader Vision, Spezialist für Bildverarbeitungslösungen und maßgeschneiderte Inspektionsapplikationen in der Seidenader-Gruppe, hat gemeinsam mit Frewitt Printing, dem Experten für Produktkennzeichnung in der Frewitt-Gruppe, ein Lasercodierungs- und Codeverifizierungssystem geschaffen, das Glasbehälter mit für das Auge unsichtbaren Lasercodes versieht. Dabei stammt die Lasertechnik mit deren Hilfe der Datamatrixcode direkt auf den Zylinder der vorgefüllten Glasspritze gedruckt wird von Frewitt und das Hochgeschwindigkeits-Bildverarbeitungssystem von Seidenader Vision. Beide Unternehmen sehen darin einen weiteren Schritt zur Verbesserung der Produktsicherheit und Bekämpfung von Produktfälschungen.

Permanente Markierung

Der Kunde kann frei wählen, ob er sein Produkt mit einem unsichtbaren oder einem sichtbaren Code bedrucken lassen möchte, in jedem Fall handelt es sich dabei aber um eine permanente Markierung. Da der Datamatrixcode direkt auf die Oberfläche gedruckt wird, werden keine Etiketten benötigt, wodurch es sich um eine sogenannte „Naked ID“ handelt. Die dafür benötigte Oberfläche ist mit einem Quadratmillimeter sehr gering.

Das LC-S-System hat abhängig von der Spritzengröße eine Durchlaufleistung von bis zu 600 Spritzen pro Minute und einen Anwendungsbereich bei Spritzen von 0,5 bis 10 Milliliter. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Vials auf diesem System zu codieren. Der Anwendungsbereich liegt hier bei 2 bis 100 Milliliter mit einer Durchlaufleistung von ebenfalls bis zu 600 Vials pro Minute.

Neben der Kamerastation zur Codeverifizierung sind zudem noch zwei weitere Kamerastationen im System integriert. Diese erfüllen Produktkontrollfunktionen, wie etwa eine Stopfen-, Nadelschutz- und eine Fingergriffkontrolle.

Fazit: Aus der Gemeinschaftsaktion der beiden Unternehmen ist eine robuste Inspektionsmaschine entstanden, die den Anforderungen der Pharmaindustrie gerecht wird und auf der Interpack auf großes Interesse gestoßen ist. Dabei profitiert das LC-S-System von der typischen Bauweise der Seidenader-Maschinen, die sich durch gute Erreichbarkeit aller Bauteile, einfache Reinigung und ansprechendes Design auszeichnet.

Integriert man außerdem Kontrollsysteme und Datenmanagement-Lösungen erhält man eine zuverlässige Grundlage, um die neuen Vorgaben zur Rückverfolgbarkeit von Medikamenten erfüllen zu können.

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