Biotechnologie

Rote und weiße Biotechnologie wächst, Pflanzenbiotechnologie stagniert

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Das Weltmarktvolumen wird aktuell auf etwa 55 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Mehrere Studien erwarten, dass der Markt bis 2015 um ein Mehrfaches expandiert. „Herkömmliche chemische Verfahren verlieren dadurch nicht ihren Stellenwert. Es hängt vom Einzelfall ab, welches Verfahren sich am Ende durchsetzt“, betonte Garthoff.

Rote Biotechnologie schafft Arbeitsplätze

Ende 2007 waren in Deutschland 177 Biopharmazeutika zugelassen. Mit dieser Gruppe wurde 2007 ein Umsatz von über vier Milliarden Euro erzielt. Der Absatz stieg gegenüber 2006 um 28 Prozent. Arzneimittel auf biotechnischer Basis haben über alle Indikationen einen Anteil von 15 Prozent am gesamten Pharmamarkt in Deutschland erreicht. Die Liste der Wirkstoffkandidaten in der klinischen Entwicklung ist 2007 um weitere zehn Prozent auf über 350 gestiegen. Die Zahl der Hoffnungsträger, die es bis in die entscheidende Phase III geschafft haben, hat sich fast um ein Drittel auf 92 erhöht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitsplätze in den 371 Unternehmen, die in Deutschland in der medizinischen Biotechnologie tätig sind, um rund 4000 Stellen. Das entspricht laut DIB einem Zuwachs von 14 Prozent auf insgesamt 34 000 Beschäftigte. Der Umsatz mit biotechnisch hergestellten Diagnostika erreichte 2007 rund eine Milliarde Euro. Damit deckt diese Gruppe jetzt rund 35 Prozent des gesamten deutschen Marktes für Reagenzien zu diagnostischen Zwecken ab.

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Grüne Biotechnologie als Sorgenkind

Sorgenkind der Branche bleibt das Segment der Agrarwirtschaft. „In der Pflanzenbiotechnologie sind wir keinen Schritt weiter gekommen“, betonte der DIB-Vorsitzende Garthoff. „Das Umfeld in Deutschland und der EU ist weiterhin von Rechtsunsicherheit, politischer Willkür und Feldzerstörungen geprägt.“ Garthoff wies darauf hin, dass sich auch nach der Novellierung des Gentechnikgesetzes die Situation weder für die Entwicklung noch für den Anbau gentechnisch optimierter Pflanzen verbessert habe. So weise das Standortregister für Freisetzungsversuche einen Rückgang der Auspflanzungen von 78 (2007) auf 38 im laufenden Jahr aus.

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