Auswirkungen der Wirtschaftskrise

Rohstoffvorteile für deutsche Chemieunternehmen durch Investoren aus Nahost

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Bereits im Zeitraum 2004 bis 2008 war die weltweite Anzahl Deals im Bereich der Chemie unter Beteiligung von Firmen aus dem Nahen Osten kontinuierlich angestiegen. Allein für Europa hat sich die Anzahl der Transaktionen von 2007 auf 2008 mehr als verdoppelt. „Derzeit stellen vor allem deutsche Chemiefirmen attraktive Investitionsziele dar: Sie bieten Zugang zu westlichen Märkten, F&E-Expertise sowie etablierte Marken. Darüber hinaus befinden sich die Börsenkurse vielfach auf absolutem Tiefststand“, so Pohl.

Nicht alle Chemiesparten betroffen

Die Untersuchung hat zusätzlich ergeben, dass ein zunehmendes Engagement von Playern aus Nahost nicht alle Geschäftsfelder der Chemie gleichermaßen betreffen wird: Während jüngste und auch zukünftig geplante Investitionen in neue petrochemische Kapazitäten im Nahen Osten eher die Frage nach der Überlebensfähigkeit entsprechender Standorte in Europa treibt, ist zu erwarten, dass Investitionen aus dem Nahen Osten eher in nachgelagerte Wertschöpfungsstufen der Chemie fließen werden. Dies würde Investoren aus dieser Region helfen, die eigene Wertschöpfungskette im Sinne einer vertikalen Integration zu erweitern und somit Auslässe für petrochemische Exportvolumina zu sichern.

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Chancen für deutsche Unternehmen

Hinter dieser Entwicklung verbergen sich allerdings auch wichtige Chancen für deutsche Firmen. Sie erhalten durch die Beteiligung von Investoren aus dem Nahen Osten Zugang zu den benötigten Finanzmitteln, um in der Krise zu bestehen. Durch Akquisitionen im Kerngeschäft können Chemieunternehmen in Deutschland ihre Marktposition sogar noch ausbauen. Zudem kommt der damit einhergehenden strategischen Liefersicherheit von Rohstoffen eine wichtige Bedeutung zu. „Unternehmen aus dem Nahen Osten können deutsche Chemiefirmen dabei unterstützen, die Weichen zu stellen, um sich für die Zeit nach der Krise richtig zu positionieren“, so Dr. Otto Schulz, Partner bei A.T. Kearney. Investoren aus dem Nahen Osten werden vor allem Akquisitionen anstreben, die ihnen Zugang zu kritischem Wissen, neuen Technologien und Kundenzugang bieten. „Dadurch kann eine völlig neue Klasse von Chemiefirmen entstehen, die durch die Kombination von Rohstoffvorteilen auf der arabischen Halbinsel und Kundenzugang in den etablierten westlichen Märkten über entscheidende Wettbewerbsvorteile verfügen“, sagt Schulz.

Nachhaltige Restrukturierung

„Um eine anhaltende Rezession gut zu durchschiffen, kommt es für Unternehmen jetzt darauf an, zwei Stoßrichtungen zu verfolgen: Schnelle, kurzfristige Maßnahmen zur unmittelbaren Verbesserung von Liquidität und Kostensituation müssen mit strategischen Entscheidungen und Investitionen zur langfristigen Erfolgssicherung verbunden werden. Im Sinne einer nachhaltigen Restrukturierung können Unternehmen der Chemieindustrie auf diese Weise nicht nur die Krise überstehen, sondern sogar gestärkt aus ihr hervorgehen“, fasst Lewe die wesentliche Handlungsempfehlung für Unternehmen zusammen.

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