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Rohstoffpreise November 2015 Rohstoffpreise bis Ende des Jahres auf Talfahrt?

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Weltrohstoffpreise tendierten im Verlauf des Oktober 2015 weitgehend seitwärts. In Dollar stiegen die Preise im Durchschnitt um 0,3 %, während in Inlandswährung der Preiszuwachs 0,2 % ausmachte.

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Die Rohstoffepreise sind auf Talfahrt. Ziehen die Preise Anfang 2016 wieder an?
Die Rohstoffepreise sind auf Talfahrt. Ziehen die Preise Anfang 2016 wieder an?
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Metallische Rohstoffe gaben trotz Lagerabbaus an den Börsen auf breiter Front nach. Die Rohölpreise tendierten erst gegen Monatsende etwas leichter. Obwohl der Zuwachs der Weltrohölnachfrage schon mindestens das vierte Mal nach oben korrigiert wurde und nun 1,5 mbd (million Barrel per Day) betragen soll, übersteigt die Förderung die aktuelle Nachfrage noch deutlich.

Für 2016 wird ein Zuwachs von 1,25 mbd prognostiziert. Allerdings wird das Angebot der USA nach Schließung weiterer aktiver Bohrlöcher nun niedriger erwartet. Insgesamt ist aber die Versorgung gut. Der weitgehende Ausfall in Libyen wird durch andere Opec-Staaten kompensiert, Saudi-Arabien spielt weiter den Puffer. Die iranische Förderung bleibt ebenfalls noch stabil. Der Anteil der Opec an der weltweiten Gesamtversorgung mit Rohöl wird 2016 voraussichtlich wieder zunehmen, zumal auch ein leichter Marktanteilsverlust der Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion gesehen wird.

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Gleichwohl gehen die Experten der IKB derzeit, bezogen auf die Weltrohölpreise, bis zum Jahresende 2015 von einer Bewegung um die Marke von 50 $/bbl Brent mit einer Bandbreite von 10 $/bbl Brent aus. Die Versorgung auf den globalen Gasmärkten ist ebenfalls noch sehr zufriedenstellend. Derzeit nimmt auch – in Bezug auf die europäischen Märkte – das Säbelrasseln zwischen Russland und der Ukraine ab, was die Versorgungssicherheit erhöht. Allerdings sind die deutschen Gasspeicher für die Jahreszeit vergleichsweise gering gefüllt.

Da die Industriebank bei allen Rohstoffen vor dem Jahresende keinen großen Bestandsaufbau erwartet, wird es nochmals einen Preisrückgang geben, welchem zu Jahresbeginn erste Preiskorrekturen folgen. Der Wechselkurs des Euro dürfte bis Jahresende gegenüber wichtigen Währungen eher weiter nachgeben. Auch eine erste Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank noch im Dezember ist nicht auszuschließen. Die IKB sieht den Austauschkurs zum Dollar gegen Jahresende zwischen 1,05 und 1,10 $/€.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

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