Worldwide China Indien

Nachhaltige Rohstoffe

Rohstoffgipfel ruft zur stärkeren Nutzung nicht-fossiler Ressourcen auf

| Redakteur: Tobias Hüser

Pflanzen und CO2 anstelle von Erdöl: Auf dem Berliner Rohstoffgipfel diskutierten (v.l.n.r.) Sonja Jost, Geschäftsführerin des Chemieunternehmens DexLe Chem, Prof. Robert Schlögl, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung in der Senatskanzlei des Regierenden Bürgermeisters von Berlin und Markus Steilemann, Vorstandsmitglied von Covestro. Ganz rechts Prof. Kurt Wagemann, Geschäftsführer der Dechema.
Bildergalerie: 1 Bild
Pflanzen und CO2 anstelle von Erdöl: Auf dem Berliner Rohstoffgipfel diskutierten (v.l.n.r.) Sonja Jost, Geschäftsführerin des Chemieunternehmens DexLe Chem, Prof. Robert Schlögl, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung in der Senatskanzlei des Regierenden Bürgermeisters von Berlin und Markus Steilemann, Vorstandsmitglied von Covestro. Ganz rechts Prof. Kurt Wagemann, Geschäftsführer der Dechema. (Bild: Covestro)

Die Chemieindustrie sollte nach Ansicht von Experten verstärkt nachhaltige Rohstoffe wie Pflanzen und CO2 nutzen, um die begrenzten fossilen Quellen zu schonen. Zu mehr gemeinsamen Anstregungen auf diesem Gebiet riefen am Dienstag die Teilnehmer eines Rohstoffgipfels an der Technischen Universität Berlin auf, den die Hochschule zusammen mit der Dechema sowie dem Werkstoffhersteller Covestro ausgerichtet hatte.

Berlin – Es gebe bereits zahlreiche vielversprechende Ansätze, um chemische Produkte weitgehend ohne Erdöl zu produzieren, betonten Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Deutschland hat nach Ansicht der Gipfelteilnehmer auf dem Gebiet, auch dank öffentlicher Fördermaßnahmen, eine Führungsrolle, die es auszubauen gelte. Das volle Innovationspotenzial sei aber noch nicht ausgeschöpft. „Vor allem kommt es darauf an, gute Ideen rasch umzusetzen. Daher muss die Gründerkultur speziell in der Chemiebranche gefördert werden“, resümierte Dechema-Geschäftsführer Kurt Wagemann, der einen Impulsvortrag hielt und die zentrale Podiumsdiskussion moderierte.

Als Signal für mehr Gründerspirit diente auf der Veranstaltung ein Ideenwettbewerb. Fünf Start-up-Unternehmen aus den USA, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland präsentierten dem Publikum Projekte, bei denen Biomasse und CO2 als Kohlenstoffquellen anstatt von Erdöl genutzt werden. Drei von ihnen wurden als „Resource Innovator 2017“ ausgezeichnet und erhielten ein von Covestro gestiftetes Preisgeld.

Wissen ist Wettbewerbsvorteil Ob Branchennews, innovative Produkte, Bildergalerien oder auch exklusive Videointerviews. Sichern auch Sie sich diesen Informationsvorsprung und abonnieren Sie unseren redaktionellen Branchen-Newsletter „Forschung & Entwicklung in Chemie- und Verfahrenstechnik“.

Von der Idee zur Umsetzung

Bei einer Podiumsdiskussion beklagte Prof. Robert Schlögl, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, eine fehlende „Kultur der Risikobereitschaft“. Nötig seien mehr Technologiezentren, um von der Idee zur Umsetzung zu kommen. „Der heutige Gipfel beweist, dass die Megatrends und Zukunftsthemen Digitalisierung und Nachhaltigkeit die Chemieindustrie bereits heute prägen und unsere Lösungen vollkommen neuartige Möglichkeiten für Green Business eröffnen“, sagte Sonja Jost, Geschäftsführerin des Chemieunternehmens Dex Le Chem. Markus Steilemann, Vorstand für Innovation, Vertrieb und Marketing bei Covestro, hob hervor, wie wichtig und fruchtbar die Zusammenarbeit von forschungsorientierten Unternehmen und anwendungsnaher Wissenschaft sei. „Dadurch hat Covestro rasch erste CO2-basierte Produkte entwickeln und auf den Markt bringen können.“

TU-Professor Reinhard Schomäcker vo Institut für Chemie sprach sich bei der Podiumsdiskussion ebenfalls für den Ausbau von Kooperationen besonders auch innerhalb der akademischen Welt aus, um Forschung zielgerichtet voranzubringen. Als positives Beispiel hob er das Exzellenzcluster Unicat hervor, das Naturwissenschaftler und Ingenieure unterschiedlicher Hochschulen und Institute im Raum Berlin vereine und Synergien schaffe.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44750475 / Management)