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Offshore-Ölförderung

Rohrbranche unter Druck

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Hochleistungswerkstoffe gefragt

Das Schoeller Werk hat einen Trend ausgemacht: Die wichtigsten Anforderungen an Rohre für die Offshore-Industrie sind Formstabilität und Korrosionsbeständigkeit. Die Kunden entschieden sich daher häufig für Hochleistungswerkstoffe wie Alloys, so Markus Zimmermann.

Nicht nur die Effizienz steht bei Öl- und Gasförderung sowie -transport im Fokus. Die bereits hohen Sicherheitsstandards gilt es noch weiter zu entwickeln. Dr. Dirk Bissel, Vice President Sales Europe/Africa beim Stahlrohrproduzenten Vallourec, erklärte, dass der Rohrproduzent einen Großteil seiner Stahlrohre in die Öl- und Gasindustrie liefere und einen wichtigen Anteil an der permanenten Risikominimierung dieser Branche habe. Es gelte laut Bissel, auch unter dem aktuellen Kostendruck die Priorität der Branche ‚Sicherheit zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort‘ nicht aus den Augen zu verlieren. Aus Umweltschutzgründen würde Vallourec inzwischen Rohrverbindungen anbieten, die ohne Schmierstoffe auskommen (Cleanwell).

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Konkurrenz durch Fracking

Und hohen Druck erlebt die Öl- und Gasbranche nicht nur zunehmend bei größerer Tiefe in ihren Rohrleitungen. Die Bedarfssituation hat sich deutlich weniger positiv entwickelt, als dies erwartet wurde. Zusätzlich seien durch die Erwartungen im Mittleren Osten herbeigeführt durch den Arabischen Frühling sehr viele Projekte initiiert worden, die zu einem Überangebot an Kapazitäten geführt hätten, erläutert Dr. Dirk Bissel. Zudem sei die Produktivitätssteigerung und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Shale-Aktivitäten in den USA deutlich unterschätzt worden.

Das sogenannte Fracking, die Öl- und Gasförderung aus Schieferstein, konkurriert aktuell stark mit der klassischen Ölförderung und erhöht die weltweit gehandelte Menge an Öl, betont auch Markus Zimmermann vom Schoeller Werk. Beschlüsse der Opec zur Stabilisierung des Ölpreises und zur Reduzierung der Fördermengen hätten daher eine deutlich geringere Tragkraft.

2018 wieder mehr Aufträge erwartet

Die Offshore-Branche hat sich in den vergangenen Jahren sehr volatil gezeigt. Wegen des aktuell stark gefallenen Ölpreises sind laut Zimmerman die Umsätze hier zuletzt rückläufig gewesen. Energieunternehmen hätten daher weniger Aufträge vergeben. Aber es gibt womöglich eine Trendwende. Zimmermann rechnet in den kommenden Jahren mit einer leichten Erholung, so dass er ähnlich wie andere Zulieferer der Offshore-Branche für das Jahr 2018 wieder mehr Aufträge erwarte.

Auch auf der norwegischen Energiebranche lastet hoher Druck. Das Land Norwegen ist vor allem für seine große Öl- und Gasindustrie bekannt, die jährlich etwa 20 % zur Wirtschaftsleistung des Landes beiträgt. Nun gilt es für das skandinavische Land, seine Position auf dem Ölmarkt für die nächsten 30 Jahre zu sichern.

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