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Offshore-Ölförderung

Rohrbranche unter Druck

| Redakteur: Alexander Stark

Wird tiefer gefördert, ist zunehmend das Gewicht der Pipelines zu beachten. (Symbolbild)
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Wird tiefer gefördert, ist zunehmend das Gewicht der Pipelines zu beachten. (Symbolbild) (Bild: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Nach und nach versiegen die leicht zugänglichen Ölfelder im Meer. Ölvorräte in Tiefen von bis zu 10.000 Metern unter dem Meeresspiegel zu erschließen, ist für Ölkonzerne heute keine Seltenheit mehr. Um den Rohstoff durch neue Förderquellen zu erschließen, muss tiefer gebohrt werden – eine technische Herausforderung für die Rohrbranche.

Düsseldorf – Um Öl aus großen Tiefen fördern zu können sind oftmals schwimmende neben den fest installierten Plattformen im Einsatz. Statt starrer Stahlpipelines werden dafür laut Evonik flexible Leitungen verlegt. Diese müssten von außen vor der Korrosion durch Meerwasser und von innen vor Schäden durch Öl, Gas und Wasser geschützt sein. Je tiefer es geht, desto mehr spiele auch ein möglichst geringes Gewicht eine Rolle, so Evonik.

Stahl und Kunststoff

Entsprechend geeignete Rohre wurden beispielsweise auf zwölf Kilometern Länge vor der schottischen Küste abgewickelt und verlegt. Von einer schwimmenden Plattform wird durch die Pipelines Öl aus dem Meeresboden gefördert.

Die beweglichen Rohre haben eine Hülle von mindestens sechs Zentimetern Dicke, erläutert Evonik. Sie besteht aus mindestens acht Schichten. Zum Teil aus Stahl, zum Teil aus dem Polyamid Vestamid NRG. Die Stahlschichten dienten wesentlich zur Verstärkung. Der Kunststoff sorge dagegen dafür, dass die Rohre dicht sind. Weder das Salzwasser noch die im Öl enthaltenen chemischen Verbindungen könnten dem Kunststoff etwas anhaben. So hält eine innere Schicht aus Vestamid NRG das Erdöl sicher in den bis zu 350 Millimeter dicken Pipelines. Von außen schützt eine weitere Schicht des Kunststoffs den Stahl vor Rost durch Meerwasser. Rohre mit diesem Kunststoff liegen nicht nur in der Nordsee, sondern zum Beispiel auch vor der brasilianischen Küste, vor Westafrika und Australien.

Rohre werden leichter

Wird tiefer gefördert, ist zunehmend das Gewicht der Pipelines zu beachten. Für die Förderung in extremen Tiefen ab 2.500 Metern hat Evonik mit dem Pipelinehersteller Airborne aus den Niederlanden ein Composite-Rohr mit geringem Gewicht entwickelt. Es besteht komplett aus Vestamid NRG und wird mit Glasfaser verstärkt. So möchte beispielsweise der malaysische Mineralölkonzern Petronas die Offshore-Rohre ganz ohne Stahl verlegen.

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Die weltweite Förderung von Öl und Gas auf hoher See verlangt innovative und komplexe Rohrlösungen aus hochwertigen Werkstoffen. Ein Kurs, auf den sich auch das Schoeller Werk seit einigen Jahren ausgerichtet hat. Speziell für den Einsatz in einer Tiefe von 10.000 Metern unter dem Meeresspiegel bietet das Unternehmen hochbelastbare Control-Line- und Chemical-Injection-Rohre aus Edelstahl und Nickelbasislegierungen. Sie pumpen Chemikalien in das Ölreservoir und dienen als hydraulische Steuerleitungen für Sicherheitsventile.

Durch ihre hohe Oberflächengüte und die besondere Schweißnahtqualität hielten die Rohre den extremen Bedingungen stand, die durch hohen Druck, Temperaturen von bis zu 300 °C, aggressiven Medien und Salzwasser verursacht werde, so Markus Zimmermann, Leiter Vertrieb- Energie beim Schoeller Werk. Anwender würden von einer überdurchschnittlich langlebigen und sicheren Installation profitieren, so der Hersteller. Abgerundet werde das Portfolio für Kunden aus der Offshore-Industrie durch ein breites Serviceangebot, wie etwa die Einkapselung oder das Flushen und Füllen der Rohre.

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