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Pharma-Allianz

Roche und Alnylam schließen Allianz für RNAi-Therapeutika

09.07.2007 | Redakteur: Marion Wiesmann

Roche-Pharmaproduktion im Penzberger Werk. Bild: Roche
Roche-Pharmaproduktion im Penzberger Werk. Bild: Roche

RNAi ist ein vielversprechendes Neuland in der Arzneimittelforschung, das Roche und Alnylam gemeinsam ergründen wollen. Ihr Ziel ist die Weiterentwicklung der bisheriger Alnylam-Technologie zu einer neuen Arzneimittelklasse.

Kulmbach – Roche und das amerikanische Biopharma-Unternehmen Alnylam Pharmaceuticals sind eine Allianz eingegangen: Roche erhält eine nicht-exklusive Lizenz für Alnylams Technologieplattform zur Entwicklung von RNAi-(RNA-Interferenz)-Therapeutika. Alnylam gewährt in diesem Rahmen Zugang zu geistigen Eigentum und Know-How, darunter zu Eigentumsrechten in Grundlagenwissenschaften, Chemie und pharmazeutischen Trägersystemen. Dies wird zunächst die vier Therapiegebiete Onkologie, Atemwegserkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und bestimmte Lebererkrankungen umfassen. Alnylam und Roche werden auch bei der Erforschung von RNAi-Therapeutika für krankheitsspezifische Ansätze auf diesen Gebieten zusammenarbeiten. Zudem übernimmt Roche nach Zustimmung der Behörden die europäische Forschungsniederlassung von Alnylam im bayerischen Kulmbach. Diese Niederlassung wird zum Center of Excellence von Roche für die Erforschung von RNAi-Therapeutika. Der Abschluss der Vereinbarungen, einschliesslich des Erwerbs der Alnylam-Aktien durch Roche und der Übernahme der Alnylam-Niederlassung in Deutschland, bedarf noch bestimmter behördlicher Genehmigungen und wird in den nächsten 30 Tagen erwartet.

Zusammenarbeit bei RNAi-Therapeutika ist eine Milliarde Dollar wert

Der Wert der Zusammenarbeit könnte sich aufgrund der Vorauszahlungen, der potenziellen Zahlungen nach Erreichen bestimmter Etappenziele für mehrere Produkte sowie von Zahlungen bei Ausweitung der therapeutischen Anwendungsgebiete auf über eine Milliarde Dollar belaufen. Dabei sind potenzielle Lizenzgebühren auf künftige Umsätze kommerzieller Produkte noch nicht mit eingerechnet. Im Rahmen der Vereinbarung wird Roche Alnylam 331 Millionen Dollar als Barvorauszahlungen sowie Kapitalinvestitionen leisten. Dazu gehört eine Minderheitbeteiligung von Roche an Alnylam von unter fünf Prozent. Die Aktien sollen zum Preis von 21,50 Dollar pro Aktie durch den Roche Venture Fund erworben werden. Roche wird Alnylam auch beim Erreichen bestimmter Etappenziele in der Entwicklung und Kommerzialisierung von Produkten Zahlungen leisten sowie Lizenzgebühren auf künftige Umsätze kommerzieller Produkte zahlen. Des Weiteren kann Roche Alnylam Zahlungen für die Ausweitung der Anwendungsgebiete leisten, um deren Anzahl zu erhöhen.

Vielversprechender technologischer Behandlungsansatz

„Die Zusammenarbeit mit Alnylam bietet uns neue Behandlungsmöglichkeiten für komplexe Krankheiten in unseren Therapiegebieten,“ sagte Lee E. Babiss, Leiter von Roche Global Pharma Research, der in RNAi einen vielversprechenden technologischen Behandlungsansatz sieht. „Wir erwarten, unsere Technologie zusammen mit Roche zu einer neuen Arzneimittelklasse weiterentwickeln zu können,“ begründete John Maraganore, President und CEO von Alnylam die Allianz. Auf RNAi basiert ein völlig neuer Ansatz in der Arzneimittelforschung und -entwicklung. Ihre Entdeckung wurde als einer der vielversprechendsten und sich rasant weiterentwickelnden Vorstösse in der heutigen Arzneimittelforschung mit dem Nobelpreis für Medizin 2006 ausgezeichnet. RNAi ist ein natürlicher Prozess der Genabschaltung, der in Organismen von den Pflanzen bis zu den Säugetieren vorkommt. Mit der Nutzbarmachung des natürlichen biologischen RNAi-Prozesses in unseren Zellen beginnt die Ära einer neuen bedeutenden Arzneimittelklasse, der RNAi-Therapeutika. RNAi-Therapeutika greifen die Krankheitsursache an, indem sie spezifische Messenger-RNAs (mRNAs) abschalten und dadurch die Herstellung krankheitsverursachender Proteine verhindern.

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